Das Legende um das „Goldene Vlies“ hat sogar Eingang in die griechische Mythologie gefunden. Was hat es mit den zahlreichen Geschichten auf sich? Zumal vergleichbare Sagen über mysteriöse Goldvorkommen und goldene Vlies recht weit verbreitet scheinen. Gab es auch in der Lausitz ein Goldene Vlies? Tatsächlich können solche Erzählungen auch viel Wahrheit enthalten. Es existiert sogar eine alte Schafrasse, dessen Wolle teilweise als „Goldenes Vlies“ bezeichnet wird.

Das vielen Legenden über das „Goldene Vlies“ der Lausitz

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„Mittelgroß bis groß. Rötliche Wolle („Goldenes Vlies“). Behaarte Körperteile (Kopf und Beine) fuchsrot. Schlichtwollig. Der Bauch sollte bewollt sein. Kopf bis hinter die Ohren behaart. Mittellange, leicht hängende Ohren.“

„Goldenes Vlies“ – Wolle alter Nutztierrassen des Schafes

Der Begriff „Goldenes Vlies“ ist natürlich eine Wortkreation und natürliche Schafswolle hat niemals irgendwelches Gold enthalten. Aber diese Schafswolle – respektive Vlies – wurde in der Tat zur Goldgewinnung genutzt. Da Gold schwerer als das umliegende Gestein ist, kann es sich beim Waschen in der Wolle verfangen: Nach einiger Zeit des Goldwaschens ist als wirklich „Goldenes Vlies“ entstanden. Die zahlreichen Legenden über mysteriöse Goldvorkommen sind also nicht komplett aus der Luft gegriffen.

„Volksmunde geisterte auch eine Sage darüber herum“ – „Bergbau auf Gold und Silber betrieben worden ist“

>>Lausitzer und Zittauer Gebirge<<

„Im Volksmunde geisterte auch eine Sage darüber herum, dass am Fusse des Kamenný vrch (Plitzenberg) auch Bergbau auf Gold und Silber betrieben worden ist, über den aber keinerlei Nachrichten bekannt sind.“

Lausitzer Bergland: Lässt sich noch heute in Flüssen und Bächen Gold finden?

Schon alleine aus der Natur der Sache heraus: Solche Sagen lassen sich im Nachhinein kaum bestätigen. Die Goldvorkommen in Flüssen und Bächen fallen naturgemäß sehr Bescheiden aus. Goldwaschen im geringen Umfang hinterlässt kaum Spuren und die wenigen Hinterlassenschaften: Die sind spätestens beim nächsten Hochwasser weg gespült. Die schriftlichen Überlieferungen geben aber mindestens genauso wenig her. Aber selbst bei verhältnismäßig großen Bergwerkstollen fällt die schriftliche Quellenlage sehr dürftig aus. Nur durch Zufall und langer Suche gibt das Lausitzer Bergland sein Wissen preis.

„Plötzlich der Bergsegen wie zur Strafe versiegt“

>>Löbaufoto.de<<

„Am Fuße des Löbauer Berges, in Nähe des Löbauer Viaduktes, entdeckte 2005 der Löbauer Forscher Mathias Pilz, nach langer Suche, das seit 1855 verschüttete Bergwerk. … In Löbau ist in früherer Zeit so ergiebiger Bergbau getrieben worden, daß die Bergleute übermüthig wurden und in mancherlei Weise gefrevelt haben. Da ist plötzlich der Bergsegen wie zur Strafe versiegt.“

„Älteste Erwähnung, die gefunden wurde, stamme aus dem Jahr 1560“

In der damaligen Zeit wurden viele Bergwerke eröffnet. Trotz dieser teilweise beachtlichen Größe ist mancherorts darüber nur eine schriftliche Randnotiz vorhanden.

„Ein weiteres mittelalterliches Bergwerk dieser Größe ist in unserer Region nicht bekannt“

>>Sächsisch.de<<

„Ein weiteres mittelalterliches Bergwerk dieser Größe ist in unserer Region nicht bekannt.“ Die mehr als 80 Meter langen Gänge hat Pilz mit seinen Mitstreitern natürlich schon gründlich erforscht. Mit Taschenlampen ging es hinein in das kühle, nasse Gestein. „Was an den Wänden so glitzert, ist Quarz“, erklärt Mathias Pilz. … Aus welcher Zeit das Bergwerk stammt, ist indes noch nicht erwiesen. Die bislang älteste Erwähnung, die gefunden wurde, stamme aus dem Jahr 1560. Im so genannten „schwarzen Buch“ Löbaus, in dem „Schulden, Zinsen, Abgaben und andere Angelegenheiten“ niedergeschrieben worden waren, fanden sich auch Ausgaben für Bergleute.“

Lausitzer Bergland: „Mehr als 80 Meter langen Gänge“

Es dürfte vermutlich kaum jemanden verwundern, das ausgerechnet die Vorläufer des heutigen Finanzamtes sich dafür interessierten. Damals konnte höchst wahrscheinlich niemand auf legale Weise einfach mal so am Fluss professionell nach Gold suchen. Die bürokratischen Auflagen und Steuern wären sicherlich so hoch gewesen, dass das Unterfangen zu Ende wäre, noch bevor es begonnen hätte. Vermutlich haben sich die damaligen Goldwäsche in der Illegalität befunden. Die Goldfunde mussten logischerweise Geheim bleiben. Am Ende sind nur irgendwelche Sagen übrig geblieben. Selbst mit heutigen modernen wissenschaftlichen Methoden lässt sich der Ursprungsort von Gold nicht nachweisen.

Warum die Goldfunde geheim bleiben mussten

Die allermeisten damaligen Goldwäscher waren vermutlich weniger von schnellen Reichtum, als vielmehr durch ihr eigenes Überleben getrieben. Denn aus den hiesigen Goldvorkommen in Flüssen oder Bächen lassen sich keine Vermögenswerte erschaffen: Die fließenden Gewässer geben ihren Reichtum nur langsam und unter hohen Aufwand preis. Und auch in der Gegenwart versuchen – wie damals – einige ihren tristes Einkommen durch Goldwaschen aufzubessern.

„Mit seiner Familie an den Wassern des Kottmar zum Gold schürfen“ 

>>Alles-Lausitz.de<<

“ … steht Peter K. (Name von der Redaktion geändert) nun mit seiner Familie an den Wassern des Kottmar zum Gold schürfen. … Mit den Quellen der Spree werden Teile des Goldes an die Erdoberfläche befördert und lagern sich in den Quarzgründen der Bachläufe ab. Bereits im Mittelalter waren die Quellaustreibungen verschiedener Oberlausitzer Berge bekannt. So erzählen viele Sagen vom gefundenen Gold am Kottmar oder am Löbauer Berg. … nach eingehender Prüfung bestätigen, dass es sich um ein Nugget mit einer Reinheit von 87 Prozent handelt.“

„Mit den Quellen der Spree werden Teile des Goldes an die Erdoberfläche befördert“

Die vielen Quellen des Lausitzer Berglands fördern nicht nur Wasser, sondern auch in Gold an die Oberfläche. Dieses Gold lagert sich danach in Sedimenten des Flusses ab. Es handelt sich dabei um einen stetigen Prozess und an den selben Stellen kann nach einigen Jahren erneut Gold gefunden werden. Die alten Legenden um das „Goldene Vlies“ sind also nicht komplett aus der Luft gegriffen. – Theoretisch ließe sich auch heute noch auf die selbe Weise das glänzende Edelmetall fördern.

 

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