„Braunkohlenabbau hat in der Gegend von Welzow eine lange Tradition“

Screenshot www.leag.de

Der Abbau von Braunkohle hat in der Lausitz eine lange Tradition. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Kohlengruben errichtet. Auf diese Weise entstand über die Jahrhunderte suksesive die Bergbau-Tradition in der Lausitz.

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„Der Braunkohlenabbau prägt seit Jahrzehnten Welzow und Umgebung. Mit Hacke, Schaufel und Schubkarre wurde Mitte des 19. Jahrhunderts die Braunkohle abgebaut. Heute wird moderne Fördertechnik eingesetzt. Mit dieser hat der aktive Tagebau Welzow-Süd inzwischen mehr als eine Milliarde Tonnen Braunkohle gefördert. Mit circa 20 Millionen Tonnen sichert der Tagebau Welzow-Süd heute rund ein Drittel der Gesamtförderung des Reviers. Neben der Versorgung des Kraftwerkes Schwarze Pumpe und des Veredlungsbetriebes wird die Welzower Kohle über die Bahnanlagen des Zentralen Eisenbahnbetriebs (ZEB) anteilig auch zum Kraftwerk Jänschwalde und zum Kraftwerk Boxberg transportiert. Bis zu 120 Kohlezüge mit jeweils rund 1.000 Tonnen Rohbraunkohle verlassen an einem Tag den Tagebau in Richtung Abnehmer.

Lange Tradition

Braunkohlenabbau hat in der Gegend von Welzow eine lange Tradition. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden im Welzower Revier mehrere Kohlengruben. Die meisten waren allerdings zu klein, um längerfristig wirtschaftlich zu bleiben. Um 1890 erfolgte die Bildung größerer Bergbaugesellschaften, die sich die Kohlefelder der Lausitz untereinander aufteilten. Die kleineren Tagebaue um Welzow und Haidemühl gingen dabei 1890 in der Eintracht Aktiengesellschaft auf. 1892 errichtete diese ihre erste Brikettfabrik. Zwei weitere folgten. Die Braunkohle gewann mit dem Voranschreiten der Industrialisierung immer weiter an Bedeutung. Während des Ersten Weltkrieges und in den Folgejahren erhöhte sich der Mechanisierungsgrad und die Leistungsfähigkeit der Tagebaue bedeutend. Die Abraum- und Grubenbetriebe wurden elektrifiziert, Großraumwagons ersetzten die alten Kettenbahnen. Den größten Fortschritt brachte jedoch der Einsatz einer Abraumförderbrücke in der Grube Clara im Jahr 1930.

Kohle- und Energiezentrum der DDR

Der Startschuss für den Tagebau Welzow-Süd fiel 1957. Ersten Rodungsarbeiten und Planierungen schufen die Grundlagen. Am 9.4.1959 erfolgte die Schachtholzlegung für die Entwässerung und damit der Beginn der offiziellen Erschließung des Tagebau Welzow-Süd. Am 19.11.1962 war die Aufschlussbaggerung. Vier Jahre später verließ der erste Kohlezug Welzow-Süd. Mit der Aufnahme des Betriebs der weiterentwickelten Abraumförderbrücke F 60 am 15.12.1972 ist der Tagebau Welzow-Süd das Rückgrat der Lausitzer Braunkohlenförderung. Er beliefert das Kohle- und Energiezentrum der DDR mit dem größte Kohleveredlungsbetrieb Europas, das VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe. In Spitzen werden zu dieser Zeit im Tagebau Welzow-Süd bis zu 30 Millionen Tonnen Rohkohle jährlich gefördert.

Neujustierung nach der Wende

Mit der Wiedervereinigung 1990 verändern sich die Rahmenbedingungen für die Braunkohlenindustrie in der Lausitz. Nur die unter marktwirtschaftlichen Bedingungen aussichtsreichsten Standorte bleiben bestehen. Neu aufgestellte Braunkohlenpläne regeln den Abbau der Braunkohle. Die gesamte Geräte- und Anlagentechnik wird nach der Wende umfassend rekonstruiert und mit modernster Antriebs- und Steuerungstechnik sowie Sicherheitstechnik ausgestattet. Kernstück ist der Geräteverband der Abraumförderbrücke F 60. Für den Transport von Vorschnitt-Abraum und Kohle sind Bandanlagen mit einer Gesamtlänge von circa 30 Kilometer im Einsatz. Eine besondere Herausforderung stellt sich mit dem Wechsel des Tagebaus vom Teilfeld Welzow in das Südfeld. Die unmittelbare technologische Vorbereitung startet 2000, die Umsetzung beginnt im Sommer 2009. Besondere Aufmerksamkeit kam der 90-Grad-Drehung der F 60 im Jahr 2012 zu.

Landmarken der Rekultivierung

Die ausgekohlten Flächen werden zeitnah rekultiviert und bieten eine einmalige Kulturlandschaft. Das Hühnerwasser ist als besonderer Ort im Land der Ideen bereits ausgezeichnet, der Weinberg Wolkenberg sowie der Energiewald schaffen neue Perspektiven in Welzow. Rund um die Stadt hat sich reger Tourismus etabliert. Mehr als 10.000 Besucher lockt das Besucherzentrum „excursio“ jährlich nach Welzow. Von hier aus werden Besichtigungen des Tagebaues Welzow-Süd, aber auch zu Rekultivierungsflächen organisiert. Damit können Besucher den Landschaftswandel hautnah miterleben. Veranstaltungen und Ausstellungen im ehemaligen Packschuppen des Bahnhofes Welzow finden ebenso regen Zulauf. Fast nebenan wird im Archäotechnischen Zentrum die regionale Geschichte von der Steinzeit bis zum Mittelalter lebendig. Das Gut Geisendorf bietet ein abwechslungsreiches Kulturprogramm direkt am Tagebaurand.

Beitrag zur sicheren Versorgung

Der Tagebau Welzow-Süd verfügt über alle Voraussetzungen, auch zukünftig maßgeblich zur sicheren Versorgung der Lausitzer Kraftwerke und des Veredlungsbetriebs beizutragen. Für die Weiterführung in den räumlichen Teilabschnitt II hat die brandenburgische Landesregierung am 2. Juni 2014 den notwendigen Braunkohlenplan verabschiedet. Die LEAG sieht weiterhin die energiewirtschaftliche Notwendigkeit zur Kohlegewinnung dieses Teilabschnitts. Eine Entscheidung des Unternehmens, ihn in Anspruch zu nehmen, soll 2020 vor dem Hintergrund der dann herrschenden und abzusehenden Rahmenbedingungen erfolgen.“

 

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