Christnacht in Cunewalde: „Tradition des Lichterzuges reicht mindestens bis 1817 zurück“

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Als das alte Gotteshaus in Cunewalde abgerissen werden musste: Fand zur Wiedereröffnung im Jahre 1817 der neuen viel größeren Kirche eine Besonderheit satt. Da das traditionelle Krippenspiel zu Heiligabend für viele Gottesdienstbesucher kaum zu hören war, zogen stattdessen Konfirmanden mit Lichterpyramiden in die Kirche ein. Eine Tradition, die bis in unsere Zeit jedes Jahr stattfindet.

„35 Konfirmanden und ältere Kinder nach der Predigt in die abgedunkelte Kirche ein“

>>Kirchgemeinde Cunewalde<<

„In der um 17.00 Uhr stattfindenden „Christnacht“ ziehen dann etwa 35 Konfirmanden und ältere Kinder nach der Predigt in die abgedunkelte Kirche ein. Auf dem Altarplatz versammeln sie sich zu einem großen Lichtermeer. Etwa 600 brennende Kerzen bilden dann die Kulisse zum doppelchörigen „Hosianna“.

Christnacht in Cunewalde: „Zu einem großen Lichtermeer“

Die allermeisten Pyramiden befinden sich jedoch nicht im Besitz der Kirche, sondern werden von Cunewalder-Familien gehütet. Meist sind es Erbstücke, die von einer Generation zur Nächsten weitergegeben werden. Nur zur „Christnacht“ ziehen sie feierlich – in die vorher abgedunkelte – Kirche ein.

„Tradition des Lichterzuges reicht mindestens bis 1817“

>>Geschichtliches Cunewalde<<

„Die Tradition des Lichterzuges reicht mindestens bis 1817 zurück. Er wurde eingeführt, weil das sonst übliche Krippenspiel nur für einen kleinen Teil der Gemeinde in der großen Kirche zu hören war.“

Gotteshaus in Cunewalde die größte Dorfkirche in Deutschland

Ungefähr 50 solcher Pyramiden soll es in Cunewalde und der nähren Umgebung geben. Ursprünglich dienten sie auch als Ersatz für den damals verhältnismäßig teuren Christbaum.

„Die Pyramiden bestehen aus gedrechseltem Lindenholz“

>>Bautzner Bote<<

„Die Pyramiden bestehen – anders als im Erzgebirge – aus gedrechseltem Lindenholz und haben keine Flügel, die Kugeln sind aus böhmischen Glas. Einst trugen 200 Konfirmanden die Pyramiden nach der Predigt durch das Kirchentor, heute sind es nur noch 35 Jugendliche.“

Cunewalder-Lichterzug ist in dieser Form einzigartig

Mit 2.632 Plätzen ist das Gotteshaus in Cunewalde die größte Dorfkirche in Deutschland. Besonders der Gottesdienst am Heiligabend lockt sehr viele Kirchenbesucher an. Denn der Einzug der Cunewalder-Lichterzug ist in dieser Form einzigartig.

 

–W E R Β U Ν G–

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