Der Krabatzauber in der Lausitz

Screenshot krabat-festspiele.de

Krabat dürfte die bekannteste Identifikationsfigur in der Lausitz sein. Neben Verfilmung finden auch Theaterinszenierungen statt, die jedes Jahr viele Besucher in die Lausitz locken. Das Bild des mysteriösen Müllers, rührt aber aus ganz anderen Quellen.

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„Zum negativen Bild vom Müller mag auch beigetragen haben, dass der Ort, an dem er lebte und arbeitete, den Menschen unheimlich war. Mühlen lagen außerhalb der Ortschaften, in dunklen Tälern, sie klapperten und ratterten, da lag der Verdacht nahe, dass der Teufel hier seine Hand im Spiel hatte. In Sagen und Märchen sind Müller reich, aber geizig, in der Literatur dienen Mühlen als Schauplätze unheimlichen und oft grauenvollen Geschehens – man denke nur an Otfried Preußlers „Krabat“. Die Romantisierung des Berufs setzte Anfang des 19. Jahrhunderts ein, bekannte Beispiele der Verklärung liefern Lieder wie „Das Wandern ist des Müllers Lust“ und „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Diese Sicht aufs fröhliche Müllerleben ging freilich vom städtischen Bürgertum aus, in den abgelegenen alpinen Regionen blieben die alten Ängste erhalten, wie Peter Roseggers Text aus „Als ich noch der Waldbauernbub war“ beweist.“

 

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„Die neue Inszenierung geht der Frage nach, wie aus dem Schwarzen Müller – dem Widersacher des jungen Müllerburschen Krabat – der dunkle Zauberer wurde, wie der künstlerische Leiter Alexander Siebecke sagte. Die Geschichte führt in die Lausitz um 1690. Bereits jetzt ist klar: 9000 Zuschauer wollen bei 15 Vorstellungen bis Mitte Juli das neue Stück des Schauspielers und Autors Michael Kuhn sehen. Innerhalb eines Tages waren die Karten Anfang Januar für das Freiluftspektakel ausverkauft. „Wir erklären uns den Erfolg mit dem Gesamtpaket. Die Seele des Ganzen bildet nach wie vor die Gemeinschaft aus Profis und Amateuren. Dazu fesselt das Areal, man kann sorbische Bräuche und Trachten erleben“, sagte Siebecke. Zu den Festspielen reisen Krabat-Fans aus Schweden, Österreich und der Schweiz an. Auch ganze Dörfer aus der Region verfolgen nun schon seit 2012 die neuerdachten Geschichten um den sorbischen Faust. Beim Auftakt vor sieben Jahren kamen zu vier Vorstellungen jeweils 300 Besucher. „Wir wollten damals das Areal um die Schwarze Mühle in Schwarzkollm touristisch beleben“, sagte Seniorchef Peter Siebecke. Inzwischen seien alle Pensionen und Hotels rund um Hoyerswerda in der Zeit der Festspiele ausgebucht. Aus diesem Grund und wegen der großen Kartennachfrage denke man über eine Erweiterung der Spielzeit nach. „Wir wollen aber das Flair nicht verletzen und stellen uns natürlich die Frage: Was können wir den Laien zumuten“, sagte Siebecke. Neben den neun Profischauspielern wirken über 70 Statisten aus den Dörfern rund um Hoyerswerda sowie Hunderte Mitstreiter und Helfer hinter den Kulissen mit. Die Krabat-Mühle in Schwarzkollm ist ein Erlebnishof mit Wassermühle unweit des Platzes, an dem sich nach der Sage einst die Mühle des Schwarzen Müllers befand. An diesem magischen Ort soll der junge Müllerbursche Krabat das Zauberhandwerk erlernt haben. Rund um die neue Krabat-Geschichte verrät Autor Kuhn, dass ihr zwar die Sage zugrunde liege, er aber einen Blick auf das Leben des Schwarzen Müllers geworfen habe. „Außerdem gibt es einen großen Rahmen für die Festspiele bis 2023. Jedes Stück selbst hat aber auch seine eigene Geschichte“, sagte er.“

 

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