„Der Wolf ist alles andere als scheu“

Screenshot youtube.com

Auch in der Lausitz wurden zahlreiche Menschen von hungrigen Wölfen angefallen. Dass bedingt durch eine Hungersnot die Zahl der Wölfe zunimmt, ist wenig wahrscheinlich. Es dürfte vielmehr so gewesen sein, dass die Hungersnot nicht nur die Menschen, sondern auch Vieh und Wild betraf, das die Nahrungsgrundlage der Wölfe bildet und damit auch bei den Wölfen zu einer Hungersnot führte, so dass diese auf der Suche nach Nahrung auch zahlreiche Menschen angriffen.“ So die Überlieferungen aus dem Jahren 1271 und 1272. Die Beichte von Angriffen des Wolfes auf Menschen sind zahlreich dokumentiert. Auch heute noch gibt es Angriffe auf Menschen.

>>Markus Bathen<<

„Es war ein Wolf. Wir haben inzwischen von der polnischen Organisation „Wilk“ genauere Informationen bekommen. Es war ein Wolf, der auch schon vor zwei Wochen eine Frau leicht ins Bein gebissen hatte. Sie konnte, genauso wie die Kinder, die am Dienstagabend von dem Tier verletzt wurden, nach kurzer Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Verletzungen waren zum Glück nicht sehr schlimm. Schon vor zwei Wochen wurde entschieden, dass dieses Tier geschossen werden sollte, doch man konnte den Wolf nicht finden.“

 

>>Gregor Beyer<<

„Ich empfehle dazu die hervorragende Lektüre „Wölfe in Schlesien“, in der der Autor im vergangenen Jahr auf rund 30 Seiten ohne jede Wertung historische Quellen aus Chroniken zu Wölfen zwischen 1100 bis ins letzte Jahrhundert zusammengetragen hat. Der Wolf ist alles andere als scheu. Er ist entgegen verniedlichender Darstellungen ein aggressiv platzgreifendes Raubtier, das gewillt ist, jeden sich bietenden Lebensraum zu besetzen. Wenn er dabei keine Gegenwehr erfährt, dann wird er über kurz oder lang nicht nur die ländlichen Räume, sondern auch die stadtnahen Bereiche erobern. Das liegt schlicht und emotionslos in seiner Natur!“

Zu allen Überfluss kommt ein neues Phänomen hinzu: Mischlinge aus Wolf und Hund.

>>Lausitzer Woche<<

„Unter den Lausitzer Wölfen sind Mischlinge aus Wolf und Hund. Dass Halbwölfe oder Wolfshunde und Wolfshybriden (siehe Infokasten) aus Gründen des Artenschutzes aus der Natur entfernt werden sollten, gilt bei Wildbiologen als unbestritten. Tierschützer indes behaupten, die Mischlinge seien nicht gefährlicher als reinrassige Wölfe. Die geringe Scheu der Lausitzer Tiere vor der Zivilisation nährt den Verdacht, dass Hybriden weit verbreitet sein könnten. … Bereits 2003 hatte sich die damalige Neustädter Wölfin mit einem Hund verpaart und Wolf-Hund-Mischlinge zur Welt gebracht. Anfang 2004 wurden nach Informationen des Kontaktbüros Wölfe in Sachsen zwei der vier Welpen eingefangen und nach Bayern verbracht, die dort verstarben. Der Verbleib der beiden weiteren Hybriden ist indes unklar. … Seit Mai 2014 lebt eine Wölfin aus dem Spremberger Rudel auf dem Gelände des Bundeswehrübungs-Platzes Ohrdruf in Thüringen. Dort hat sie sich mit einem freilaufenden Hund gepaart. Das Ergebnis sind sechs Mischlinge. … Der Verein Sicherheit und Artenschutz zweifelt die Ergebnisse und Schlussfolgerung der öffentlich beauftragten Experten an. Er will jetzt mit einem privaten Labor zur Gen-Analyse von Wölfen zusammenarbeiten, sagt Christian Lissina. Die Forensische Genetik und Rechtsmedizin am Institut für Hämatopathologie GmbH aus Hamburg untersucht neben Hunden, Füchsen und Schakalen auch Wölfe. Darunter fallen nach Angaben von Leiterin Dr. Nicole von Wurmb-Schwark Proben aus Deutschland und Frankreich. „Die Frage nach der Hybridisierung ist schwierig pauschal zu beantworten. Wir haben aber häufiger Proben, bei denen wir keine sichere Zuordnung zu den Grauwölfen machen können und die, anders als die Wölfe in unserer Datenbank, eine hohe Ähnlichkeit zum hundetypischen Merkmalsmuster bestimmter Rassen zeigen“, erklärt die Expertin. In Deutschland handele es sich dabei meist um die Hunderassen Labrador, Retriever und Owtscharka. Über die Zusammenarbeit mit bestimmten Vereinen sagt Nicole von Wurmb-Schwark aus Datenschutzgründen nichts. Das Verhalten der Wolfshybriden hängt indes von ihrem Lebensumfeld ab. „Wenn die Hybridwelpen von einer Wölfin in freier Natur geboren werden, wachsen sie wie Wolfswelpen auf.“

 

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