„Die Bundeswehr wird von der Rüstungsindustrie mit einem Schau- und Schraubverbot vorgeführt“

Screenshot vimeo.com

Die Bundeswehr wird von der Rüstungsindustrie mit einem Schau- und Schraubverbot vorgeführt“ – So ein Politiker. Tatsächlich ist sogar noch schlimmer. Die Bundeswehr schließt zum Teil komplexe Leasingverträge, wo sie kaum noch Einblick in die Waffensysteme hat. Auch bei manuell gesteuerten Kampfflugzeugen sieht es kaum besser aus.

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„Derzeit setzt die Bundeswehr auf den Eurofighter, die französische Armee auf ihre Rafale-Maschinen. Langfristig wollen beiden Seiten gemeinsam ein neues Kampfflugzeug entwickeln.“

Bei genauer Betrachtung sind die Pläne schon ziemlich abgehangen. Vor langer Zeit haben sich Deutschland und Frankreich ebenfalls darauf geeinigt, ein „neues“ gemeinsames Kampfflugzeug zu entwickeln: Herausgekommen sind dabei sogar zwei Flugzeuge. Die Rafale  und der Eurofighter. Grund: Beide Seiten hatten sich im Laufe der Zeit der zerstritten und jeder „Partner“ hat daraufhin sein eigenes Flugzeug entwickelt. Ähnlich könnte es auch beim nächsten Flugzeugentwicklung ablaufen – sofern es überhaupt so weit kommt.

„Bundeswehr wird von der Rüstungsindustrie mit einem Schau- und Schraubverbot vorgeführt“

>>Focus<<

„Matthias Höhn, Wehrexperte der Linksfraktion im Bundestag, kritisiert hingegen: „Die Bundeswehr wird von der Rüstungsindustrie mit einem Schau- und Schraubverbot vorgeführt.“ Das sei so, als dürfe man bei einem Platten am Rad „den Reifen nicht selber wechseln, nicht entscheiden, wer ihn wechselt und beim Wechsel auch nicht zusehen“.

Hintertür im Eurofighter: Versteckt womöglich im Feuerleitsystem

Das platte Rad darf die Bundeswehr womöglich sogar – noch – selbst flicken, aber bei den Kernelementen hört es spätestens auf. Der Eurofighter wird gern als „Europäisches“ Kampfflugzeug gepriesen: Tatsächlich dürfte es eher ein amerikanisches Kampfflugzeug sein. Das Feuerleitsystem stammt von einen amerikanischen Unternehmen und die sind sogar mächtig stolz darauf: Am Feuerleitssystem, sind nahezu sämtliche Waffensysteme gebunden. Es liegt auf der Hand, dass die Amerikaner ihren „Partnern“ nur soviel darüber verraten, wie die unbedingt wissen müssen. Welche Hintertüren die Feuerleitssystem-Software hat, muss offen bleiben, vermutlich kennt nicht mal die Bundesregierung die Antwort darauf.

Eurofighter abhängig von amerikanischer Technologie

>>Stern<<

„Die Gemeinschaftsentwicklung Eurofighter ist zudem alles andere als ein Vorzeigeprojekt. Durch die massive Verärgerung der Österreicher über den Kauf des Eurofighter sind im letzten Jahr peinliche Details über seine fehlende Performance bei extrem überteuerten Betriebskosten ans Licht der Öffentlichkeit gekommen.“

Zuviel „Europa“ an den Eurofighter war ohnehin nie. Frankreich ist bereits während der Entwicklungsphase ausgestiegen, übrig blieben am Ende nur vier Länder. Zwei davon: Italien und Spanien haben ihre Bestellungen massiv zurück gefahren. Bei Licht betrachtet: Der Eurofighter ist ein Gemeinschaftsprojekt von Großbritannien und Deutschland.

Eurofighter in Wirklichkeit ein Gemeinschaftsprojekt von Großbritannien und Deutschland

Vergleichbares zeichnet sich schon heute ab beim neuen „Kampfflugzeug“ ab. Je nach politischer Großwetterlage droht ein „Partnerauszusteigen. Matthias Höhn brachte es eigentlich schon richtigerweise auf den Punkt: „Die Bundeswehr wird von der Rüstungsindustrie mit einem Schau- und Schraubverbot vorgeführt.“ An den Satz ist mehr dran, als alle sonstigen Beteiligten zugeben wollen. Eine Neuentwicklung eines Kampfflugzeug verschlingt Unsummen und wird die Abhängigkeit von der Rüstungsindustrie nur noch weiter erhöhen. Allerdings ist die Abhängigkeit immer nur so groß, wie man es eben zulassen will. Statt ein neues Kampfflugzeug zu entwickeln, wäre die Bundeswehr gut beraten, den Eurofighter einfach weiter zu entwickeln. Ein unabhängiges Feuerleitsystem, wäre wohl der erste Punkt der abgearbeitet werden müsste.

Drohe IAI Heron: Leasingvertrag beinhaltet Herstellung Wartung und teilweise sogar den Flugbetrieb

Wohin die Reise ansonsten gehen könnte, kann man ganz gut an der Drohe IAI Heron sehen. Die israelische Drohne Heron 1 UAV bringt die derzeitige Entwicklung in der Rüstungsindustrie ziemlich gut auf den Punkt: Der geschlossene Leasingvertrag beinhaltet Herstellung, Wartung und teilweise sogar den Flugbetrieb der Drohne. Immerhin dürfen Bundeswehrsoldaten zeitweise noch den Steuerknüppel in die Hand nehmen, aber schwierige Manöver sollten dann doch besser die Experten fliegen. Das Problem übersteigt somit bei weiten, das reine Schraubverbot von der Bundeswehr. Schon in der Vergangenheit haben wir auf den Missstand hingewiesen, deswegen hat wohl der Politiker auch bei der Bundesregierung nachgefragt. Deswegen lieber Leser, geben Sie sich nicht mit Weniger zufrieden. Lesen Sie das Original: Lausitzer Allgemeine Zeitung.

 

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