„Eine Einengung in dem Meinungsspektrum was als zulässig angesehen wird“

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Im Rahmen einer Unterhaltungssendung hat die Politikerin Sahra Wagenknecht sich über politische Zusammenränge geäußert. Sie hat sich im Besonderen: Über die Verengung des Meinungsspektrums beklagt.

>>Sahra Wagenknecht<<

„Die zurückgebliebenen Regionen, also jetzt im Osten zum Beispiel kann man das sehr Deutlich sehen, also da wo tatsächlich, das ist was man eine abgehängte Region nennt. Also da wo eine hohe Abwanderung ist, die die bisschen besser qualifiziert sind – sind alle schon weg. Das sind schon die Hochburgen der AFD.

„Was man eine abgehängte Region nennt“

Ich sage nicht dass es jedem schlecht geht, der AFD wählt – garantiert nicht. Die Angst schon vor Verlust, aber es sind schon auch überproportional solche Regionen, die auch Grund haben. Die sagen hier mal kein Politiker war hier, um uns kümmert sich Keiner. Dann bei der Kohle zum Beispiel, die ganze Debatte Kohleausstieg, die haben natürlich kein Vertrauen, dass dort in der Region irgendwas Neues entsteht und dann ist die Kohle der einzige Arbeitgeber, wo man noch einen gut bezahlten Job hat. Und das ist ein Versagen der Politik, weil ich meine, die Leute hängen doch nicht an der Kohle, weil die Kohle so großartig ist, sondern weil sie einfach sagen OK, also wenn das hier auch noch Zusammenbricht, dann können meine Kinder nur noch wegziehen.

„Die Kohle der einzige Arbeitgeber, wo man noch einen gut bezahlten Job hat“

So wie ja vier Millionen Menschen aus dem Osten weggezogen sind, weil es in den Regionen nichts gibt. Und das ist dieses Gefühl, des Abgehängt sein und das ist auch dieses Gefühl der Wut und sie fühlen sich einfach von den Parteien nicht mehr vertreten. Und das ist die Lücke, wo die AFD reinstoßen konnte und dann machen sie auch noch den Fehler. Und das würde ich auch sagen, dass viel zu viel – also da stimme ich ihnen halt wieder zu – viel zu viel dreht sich um die AFD.

„Vier Millionen Menschen aus dem Osten weggezogen“

Also es wird die ganze politische Debatte, teilweise auch nur in dieser Fokussierung. Wir alle sind jetzt gegen die AFD. Damit macht man sie immer stärker und man drängt auch – also ich finde – wir haben auch eine Einengung in dem Meinungsspektrum was als zulässig angesehen wird. Also ich bin Absolut dafür, dass man rassistische Äußerungen ächtet und das ist auch sozusagen furchtbar ist.

„Eine Einengung in dem Meinungsspektrum was als zulässig angesehen wird“

Wir erklären auch Leute zu Rassisten, die eine Position haben, die eigentlich früher Teil des normalen Meinungsspektrums war. Dass jemand zum Beispiel sagt, ich bin dafür dass Menschen die verfolgt werden in Deutschland Asyl bekommen. Das ist ja auch ein ganz elementares Grundrecht. Aber ich bin gegen unkontrollierte Zuwanderung. Die gesellschaftliche Debatte geht so, dass teilweise Leute die so eine Position haben, dann schon in die rechte Ecke geschoben werden. Und das auch nicht mehr richtig Artikulieren.

„Aber ich bin gegen unkontrollierte Zuwanderung“

Ich kann damit umgehen. Das ist ja auch teilweise in anderen Parteien, sobald man etwas sagt, was irgendwie aus einem sehr sehr engen Kreis des Meinungsspektrums rausgeht, wird man eine Ecke gestellt, in dem man wirklich überhaupt nicht gehört. Also das ist zum Beispiel auch bei der Europa-Debatte – also da ist es fast ähnlich. Also man ist kein Anti-Europäer, wenn man nicht der Meinung ist, dass immer mehr Kompetenzen nach Brüssel verlagert werden sollen. Und auch da, macht man es der AFD dann leicht, indem man sagt, also jeder der die EU kritisiert – so wie sie heute ist – ist gegen europäische Zusammenarbeit. Und bei der Umwelt-Debatte läuft es auch ähnlich.

„Bestimmte Meinungen quais moralisch verächtlich macht“

Das vergiftet die Diskussion und dabei werden wir über Demokratie reden, die Voraussetzung einer Demokratie ist. Ausgegrenzt das was wirklich Menschenverachtung, Rassismus oder Nazi-Ideologie ist – aber davon rede ich nicht. Aber dass es Ansonsten ein breites Meinungsspektrum gibt und eine offene Diskussion, wo man sich mit Argumenten auseinandersetzt und nicht bestimmte Meinungen quais moralisch verächtlich macht, weil das grenzt aus und das führt dann auch zu Gegenreaktionen die wir uns alle nicht wünschen.“

 

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