„Einfluss der Geschwindigkeit auf das Unfallgeschehen ist nicht eindeutig nachweisbar“

Screenshot vimeo.com

Innerorts 30 und Außerorts 80: Das sind die angestrebten Ziele, für die zukünftige Höchstgeschwindigkeiten. Auf Autobahnen kann sowieso kaum noch schneller als 120 gefahren werden. Die am häufigsten genannten Begründungen lauten: Verkehrssicherheit und die Vermeidung von Unfällen. Allerdings handelt es sich hierbei nur vorgeschobene Gründe, in Wahrheit geht es um was ganz anderes.

>>Focus<<

„Einen ganzen Tag lang wird sich die Polizei in sieben deutschen Bundesländern ganz allein auf zu schnelle Auto- und Motorradfahrer konzentrieren. In den meisten Bundesländern geht die Polizei bei der Aktion, die in diesem Jahr „Speedmarathon“ heißt, von Mittwochmorgen um 6 Uhr bis Mitternacht mit Radar- und Laserkontrollen auf die Jagd nach Rasern. In Bremen und Hessen stehen die Blitzer schon ab Mitternacht, in Bayern und Brandenburg müssen Autofahrer bis Donnerstagfrüh um 6 Uhr besonders auf der Hut sein. Allein in Bayern will die Polizei an mehr als 2000 Standorten Messstellen aufbauen.“

Regelmäßig fordert die Polizei mehr Personal oder beklagt zu viele Überstunden. Offensichtlich können die Zustände angesichts des sogenannten „Speedmarathon“ wohl kaum so schlimm sein. Die Amtssprache ist zwar Deutsch und der BegriffSpeed“ scheint wohl eher einen englischen Ursprung zu haben: Aber hier geht es ja um die Bestrafung von vermeintliche „Raser“ und keinen Beamten. Wie auch immer. Um die vielbescholtenen „Raser“ noch besser zur Strecke zu bringen, sollen die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten allgemein sinken.

>>Autozeitung<<

„Verkehrsexperten aus dem Bund und einige Autoclubs fordern ein Tempolimit von 80 km/h für deutsche Landstraßen.“

 

>>Der Tagesspiegel<<

„Tempo 30 in der Stadt – und zwar auf allen Straßen: Das fordert das Umweltbundesamt.“

 

>>Umweltbundesamt<<

„Das UBA hat die wichtigsten Erkenntnisse aus Messungen und Untersuchungen in einer Broschüre zusammengetragen. Fazit: Tempo 30 verbessert überwiegend Umweltqualität, Sicherheit und Verkehrsfluss. Anwohnerinnen und Anwohner nehmen die Entlastung wahr.“

Interessant wäre zu erfahren welche „Anwohner“ das Umweltbundesamt gefragt haben soll: Denn viele Fahrzeuge können nur hochtourig im ersten Gang 30 Stundenkilometer fahren. Das macht sich sowohl beim Treibstoffverbrauch, als auch beim Lärm bemerkbar und viele leidgeplagte  – reale – Anwohner solcher Straßen können davon ein Lied singen.

>>ADAC (PDF-Datei) <<

„Verkehrssicherheit

Der Einfluss der Geschwindigkeit auf das Unfallgeschehen ist nicht eindeutig nachweisbar. So gibt es kaum Studien, die sich explizit mit dieser Fragestellung beschäftigen. Alle Untersuchungen leiden darunter, dass die Geschwindigkeit, wie andere Einflussfaktoren auch, nie alleinige Ursache eines Unfalls ist. In der Regel kommt es nämlich erst dann zu einem Unfall, wenn bauliche Rahmenbedingungen mit ungünstigen situativen Umständen zusammentreffen.“

 

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Tempokontrollen sind auch ein Geschäft. … Im ersten Moment klingt es nach einem Win-win-Geschäft: Ein Unternehmen bietet klammen Kommunen an, mit modernstem Equipment den Verkehr zu überwachen. Dafür bekommt es als Gegenleistung eine Fallpauschale je geblitzten Autofahrer. Ertrag und Gewinn erwirtschaftet das Unternehmen durch die Menge der erwischten Fahrsünder.“

Nicht nur Behörden, sondern auch findige Unternehmer haben längst erkannt, das mit Tempokontrollen unkompliziert Kasse machen lässt: Die Zonen wo die Geschwindigkeit kontrolliert werden, nehmen deshalb auch beständig zu.

 

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