„Eliten in den großen westlichen Industriestaaten sind überwiegend sozial exklusiv und homogen“

Screenshot vimeo.com

Die Eliten sind in ihrer großen Mehrheit inzwischen so weit von der breiten Bevölkerung entfernt, dass sie zunehmend Schwierigkeiten haben, deren Probleme zu erkennen und die Folgen ihrer Entscheidungen für die Bevölkerung zu verstehen … Die Eliten in den großen westlichen Industriestaaten sind überwiegend sozial exklusiv und homogen.“ Nachzulesen im Buch von Professor Dr. Michael Hartmann. Dieses weltfremde Denken, schlägt sich sogar in Gerichtsurteilen nieder.

>>Der Tagesspiegel<<

„Der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, ist im Rechtsstreit um die Verfassungsmäßigkeit des Rundfunkbeitrags nicht befangen. Auch wenn dessen Bruder, der Finanzverfassungsrechtler und ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof, 2010 ein Gutachten für ARD und ZDF zum Rundfunkbeitrag erstellt hat, führe dies nicht zur Unvoreingenommenheit von Vizepräsident Kirchhof, entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss.“

Der eine Bruder schreibt das notwendige Gutachten, und der andere segnet es juristisch ab. Als Zyniker, könnte man durchaus die Meinung vertreten: Der staatliche Rundfunk besteht aus einer großen Familie. Jedoch die Kirchhof-Dynastie, besteht mitnichten nur aus den beiden Brüdern, schon der Vater war ebenso als Richter am Bundesverfassungsgericht tätig.

>>Stern<<

„Auch wenn dies den Zuschauern nicht viel sagt: der Posten des SWR-Fernsehfilmchefs ist von großer Bedeutung. … Kurt Beck (SPD) macht auf den Vorgang aufmerksam – von „CDU-Filz“ ist die Rede. Tatsächlich ist Frau Strobl in dieser Partei gut verdrahtet. Nicht nur weil Wolfgang Schäuble ihr Vater ist. Sie ist verheiratet mit Thomas Strobl, dem Generalsekretär der CDU Baden-Württembergs.“

Der Familien-Filz der Eliten, durchzieht sich wie die Pilzmyzel – flächendeckenden unter der Oberfläche – die politisch-wirtschaftliche Landschaft. Ursula von der Leyen, im Amte des Bundesverteidigungsministeriums: Der Vater ebnete als ehemaliger Ministerpräsident ihre politische Laufbahn und auch ihre Kinder genossen allesamt eine Eliteausbildung.

>>Michael Hartmann<<

„Ich kann das vor allem für die wirtschaftliche und politische Elite sagen. Bei der Wirtschaftselite hat sich nichts getan, die ist nach wie vor sehr geschlossen. … rund dafür ist, dass hier eine sehr kleine Gruppe die Personalentscheidungen trifft und dabei nach dem Prinzip der Ähnlichkeit vorgeht – also Leute auswählt, die so sind, wie sie. … Je reicher Personen in den Eliten aufgewachsen sind, umso unproblematischer sind für sie gesellschaftliche Ungerechtigkeiten. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie, die ich 2012 mit durchgeführt habe. Das heißt nicht, dass diese Menschen korrupt sind, die meisten sind leistungsstark und glauben ehrlich, dass das, was sie machen, für ihr Unternehmen, den Staat oder die Gesellschaft das Beste ist. Das Problem liegt darin, dass sie aufgrund ihrer Herkunft die gesellschaftliche Wirklichkeit anders wahrnehmen – und diese Wahrnehmung für die einzig sinnvolle halten. Jemand, der immer in eigenen Immobilien gelebt hat, kann sich den Wohnungsmangel in deutschen Städten schwer vorstellen. … Gucken Sie sich die steuerlichen Maßnahmen des letzten Jahrzehnts an: Das sind durch die Bank Erleichterungen für die Wohlhabenden gewesen. Die Politiker profitieren davon selbst, aber das ist nicht der Grund, warum sie diese Entscheidungen treffen. Sie glauben einfach, dass es der richtige Weg ist, um die Wirtschaft anzukurbeln – und alle anderen Varianten werden nicht in Erwägung gezogen. … Große Teile der Eliten sind sich ja bis heute einig, dass es richtig war, was in den vergangenen zwanzig Jahren passiert ist – ob das Hartz IV ist oder die Steuersenkungen. All das, was zur sozialen Schieflage beigetragen hat, wird im Zeichen der Globalisierung als alternativlos dargestellt.“

 

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