Gesetzliche Krankenkassen: Warum die Bürokratie vor der Gesundheit rangiert

Screenshot vimeo.com

Die Gesundheitspolitik hat sich zu einen komplizierten Umverteilungssystem gemausert, wobei viele Versicherte auf der Strecke bleiben, aber – einige wenige – überaus üppig davon profitieren.

>>Apotheke Adhoc<<

„Die Spitzengehälter der Krankenkassenvorstände im Jahr 2014 liegen bei knapp 300.000 Euro pro Jahr. Das geht aus neuen Pflichtveröffentlichungen im Bundesanzeiger hervor. Demnach konnte der Chef der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, um weitere 8000 Euro im Vergleich zum Vorjahr zulegen: Er verdiente im vergangenen Jahr 296.909 Euro.“

Nun die Vorstandsgehälter haben mittlerweile die 300.000 Euro-Schwelle längst überschritten, was sich keineswegs in der Gesundheitsversorgung widerspiegelt.

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Es sind vier Monate im Jahr, in denen es für viele Bürger schwierig ist, einen Termin beim Arzt zu bekommen. Denn immer im März, Juni, September und Dezember endet ein Quartal. Dann fangen viele Ärzte an zu sparen. Wissenschaftler der Universität Hamburg haben dieses Phänomen nun untersucht. Ihre Studie, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, zeigt, wie sich Hausärzte und Fachärzte vom Geld leiten lassen – und wie gesetzlich versicherte Patienten am Ende jedes Quartals auf Bereitschaftsdienste ausweichen müssen. Rund 70 Prozent aller Untersuchungen, die Arztpraxen ihren Patienten anbieten, werden von gesetzlichen Krankenkassen nur bis zu einer bestimmten Obergrenze voll bezahlt. Führt ein Arzt in einem Quartal mehr Patientengespräche als von den Kassen vorgegeben oder überschreitet er sein Limit an Routineuntersuchungen, dann wird ihm für diese Leistung weniger bezahlt als sonst. … Die Hamburger Forscher haben Daten der Techniker Krankenkasse aus den Jahren 2013 und 2014 ausgewertet, die zeigen, dass Ärzte immer am Ende eines Quartals weniger Patienten für einen Routinetermin annahmen. Doch sobald das neue Quartal begann, stieg die Zahl der Termine wieder sprunghaft an, sagt der Gesundheitsökonom Mathias Kifmann. Die Wissenschaftler werteten die 30 häufigsten Untersuchungen der jeweiligen Doktoren aus. Hautärzte und Augenärzte reduzierten solche Termine alle drei Monate um rund 14 Prozentpunkte, Orthopäden und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte um knapp zehn Prozentpunkte.“

 

>>Lausitzer Rundschau<<

„Dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis droht ein gewaltiger Ärzte-Mangel im öffentlichen Gesundheitsdienst. Die Stelle im sozialpsychiatrischen Dienst ist seit sechs Jahren unbesetzt. Andere Mediziner gehen bald in den Ruhestand. Die Nachwuchssuche ist und bleibt sehr schwierig.“

 

>>Verbraucherzentrale<<

„Wer aufgrund von langen Wartezeiten die Vermittlungshilfe einer Terminservicestelle für einen Facharztbesuch in Anspruch nehmen will, benötigt hierzu zunächst eine Überweisung vom Hausarzt oder einem anderen Facharzt. Dies gilt jedoch nicht für Untersuchungen beim Augen- oder Frauenarzt, hierfür wird keine Überweisung benötigt, um den Terminservice in Anspruch zu nehmen.“

Einfach mal zum Arzt gehen – das war vielleicht früher mal möglich. Das ganze System der gesetzlichen Krankenversicherungen erinnert mehr an ein Studium für ein Semester an der Universität.

 

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