„Glaubens- und Weltanschauungsfragen“ – Warum „Bildungsdefizite“ im staatlichen Schulsystem dazu gehören

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Trotz Bestnoten im Zeugnis weisen viele Schüler erhebliche Bildungsdefizite bei elementaren Grundlagenkompetenzen auf. Vermutlich kann jeder gestandener Handwerker seine eigenen Erfahrungen darüber einbringen. Doch für die Bildungsdefizite können die Schüler kaum zur Verantwortung gezogen werden. Vielmehr ist das ganze Schulsystem so ausgelegt und der „nachholende Schulunterricht“ später im Betrieb ist nur Folge hiervon.

„Die erschreckenden Bildungsdefizite“

>>Welt<<

„Die erschreckenden Bildungsdefizite junger Deutscher – „Trotz gestiegener guter Schulabschlüsse steigt die Anzahl der jungen Menschen, die gleich zu Beginn einer Berufsqualifikation in Unternehmen oder Hörsälen mit fehlenden Grundlagenkompetenzen hinsichtlich Sprache und Mathematik zu kämpfen haben“, beklagen die Bildungsexperten. … Jeder dritte IHK-Betrieb und viele gerade auch renommierte Hochschulen erteilten mittlerweile „nachholenden Schulunterricht“ wie etwa Schreibberatung, Texterfassung und -verständnis oder Brückenkurse in Mathematik, heißt es in der Studie.“

„Fehlenden Grundlagenkompetenzen hinsichtlich Sprache und Mathematik“ 

Wer nun zum Entschluss kommt: Seine Kinder lieber auf eine Privatschule zu schicken: Derjenige dürfte recht schnell eine böse Überraschung erleben. Denn das staatliche Bildungssystem gilt als „Weisheit allerletzter Schluss“ und kein Jugendamt oder Gericht lässt sich mit Argumenten vom Gegenteil überzeugen: Egal wie groß die Bildungslücken ausfallen. Die hiesigen behördlichen „Glaubens- und Weltanschauungsfragen“ sind längst geklärt und als unumstößlich festgeschrieben worden.

„Eltern kann das Sorgerecht für ihre Kinder teilweise für den Bereich schulischer Angelegenheiten entzogen werden“

>>Magdeburger-News.de<<

„Eltern kann das Sorgerecht für ihre Kinder teilweise für den Bereich schulischer Angelegenheiten entzogen werden, wenn sie sich der Beschulung ihrer Kinder auf einer staatlich anerkannten Schule beharrlich verweigern und für ihre Kinder deshalb die Gefahr besteht, weder das erforderliche Wissen noch erforderliche Sozialkompetenzen erlernen zu können.“

„Beschulung ihrer Kinder auf einer staatlich anerkannten Schule“

Eigentlich ist die Aussage so nicht richtig: Das Gericht stellt eigentlich alles nur auf die vermeintlichen „Sozialkompetenzen“ ab. Denn die vermeintlichen „Wissenslücken“ der beschulten Kinder ließen sich jedenfalls so nicht nachweisen. Schließlich arbeitet die Schule den gewöhnlichen Lehrplaninklusive Gymnasium – ab.

Warum Artikel 4 und 6 des Grundgesetzes ins Gegenteil verkehrt wurden?

>>Verlag C. H. Beck<<

„Der Senat habe bei seiner Entscheidung berücksichtigt, dass es aufgrund der durch Art. 4 GG verbürgten Glaubensfreiheit und des in Art. 6 GG gewährleisteten Erziehungsrechts die Aufgabe und das Recht der Eltern sei, ihren Kindern Überzeugungen in Glaubens- und Weltanschauungsfragen zu vermitteln und nicht geteilte Ansichten von ihnen fernzuhalten. Dennoch sei die getroffene Entscheidung zum Schutz der Kinder erforderlich und verhältnismäßig.“

Wie aus einer Sekte – Warum es neben den staatlichen „Schulgott“ keine anderen Götter geben darf

Erfahrungsgemäß ist es so: Die staatlichen Gerichte lehnen sich mit solchen steilen Behauptungen immer sehr weit aus dem Fenster hinaus: Aber können meist auf direkte Nachfrage keine Beweise liefern. Bestenfalls wird noch recht Hilflos ein Bezug auf ein „allgemeines gesellschaftliches Verständnis“ genommen, was sich als Mischung aus fragwürdigen Schlagzeilen der Regenbogenpresse und einer verdrehten staatlichen Weltanschauungen herausstellen. Denn bei genauer Betrachtung handelt es sich ja auch nur um eine „Weltanschauung“ . Im Endeffekt steht also eine „Weltanschauung“ und eine andere „Weltanschauung“ gegenüber, die aber alle Artikel 4 des Grundgesetzes gedeckt seien, womit die Kernaussage des Artikel auf dem Kopf gestellt wurde. Außerdem stellen sich die urteilenden Beamten und Minister selbst als recht intolerant heraus.

„Ministerpräsidentin“ -„Lässt ihren ältesten Sohn auf eine Privatschule gehen“

>>Spiegel<<

„Kritik an Ministerpräsidentin – Ministerpräsidentin … lässt ihren ältesten Sohn auf eine Privatschule gehen. Kritiker werfen ihr nun mangelndes Vertrauen ins Schulsystem vor. … Nach Ansicht der Links-Opposition im Landtag ist dies ein Zeichen für die Mängel und Lücken im staatlichen Schulsystem.“

„Zeichen für die Mängel und Lücken im staatlichen Schulsystem“

Zwar wollen Beamten und hochgestellte Politiker für das staatliche Schulsystem selbst Verantwortung übernehmen und fremde Kinder sogar mit Polizeigewalt beschulen lassen, aber ihre eigenen Kinder sollen doch lieber auf eine Privatschule gehen. Hier ist das Beste von Besten gerade gut genug und irgendwelche Kompromisse will man da ohnehin nicht eingehen. Aber gerade die privaten Eliteschulen sind nicht nur für „Normalsterbliche“ unbezahlbar, sondern in diesem Klassen wird echte Intoleranz aktiv noch vorgelebt: Einbildung und Eitelkeit ist dort vorherrschend und für sozial Schwache hat nur Verachtung übrig.

Elitäre Eitelkeiten: Wo echte Intoleranz noch aktiv vorgelebt wird

Man sieht sich selbst als „kosmopolitische Elite“ für Führungsaufgaben an. Was wollen die dortigen Lehrer schon groß dagegen unternehmen? Dort sitzt vielleicht ein Sohn einer Ministerpräsidentin, der sich als 13-Jähriger schon als kleine Halbgott sieht und die hiesige Lehrerschaft über seine Sicht der Welt im arroganten Ton „unterrichtet“ . Jede Art von Widerworte würden bitterböse Konsequenzen nach sich ziehen. Dieses „Selbstverständnis“ setzt sich dann ins Erwachsenenalter fort und lässt sich dann problemlos zwischen den Zeilen in amtlichen Urteilen nachlesen: Gleichzeitig steht die Qualität des staatlichen Bildungssystems für sich selbst.

„Knapp die Hälfte nicht einmal die Minimalanforderungen bei der Rechtschreibung“

>>Der Tagesspiegel<<

„Die aktuellen Ergebnisse der Vergleichsarbeiten für die Berliner Drittklässler (Vera 3) offenbaren erneut immense Defizite. Drei Viertel der 24.000 Grundschüler schaffen nicht den von der Kultusministerkonferenz gesetzten Regelstandard im Bereich der Rechtschreibung. Die Hälfte bleibt sogar unter den Mindestanforderungen. Das belegen die noch nicht veröffentlichten Ergebnisse, die dem Tagesspiegel vorliegen. … Die rund 24.000 Drittklässler waren … in Deutsch und Mathematik geprüft worden – und die Resultate sind miserabel. .. erreicht knapp die Hälfte nicht einmal die Minimalanforderungen bei der Rechtschreibung: Sie liegen somit auf der untersten der fünf Kompetenzstufen. Ein weiteres Viertel schafft nur den „Mindeststandard“. Drei Viertel bleiben somit unter dem, was die Kultusministerkonferenz (KMK) als „Regelstandard“ bis zum Ende der – bundesweit vierjährigen – Grundschulzeit festgelegt hat. … Die CDU-Fraktion nannte die „Heimlichtuerei“ der Senatorin „peinlich“: Es sei ein „bildungspolitischer Irrweg“, wenn Berlins Schulsenatorin die Ergebnisse „zum Staatsgeheimnis“ erkläre, so Fraktionsschef Florian Graf und die schulpolitische Sprecherin Hildegard Bentele.“

Bildungsnotstand: „Schulsenatorin die Ergebnisse „zum Staatsgeheimnis“ erkläre“

Vergleichstest von „Drittklässlern“ – aus der Grundschule – sind offensichtlich so peinlich, dass diese als „Geheim“ gelten: Deutlicher lässt sich „elitäre Selbstverständnis“ von Bildung kaum auf dem Punkt bringen: Währen die eigenen elitären Sprösslinge die teuersten Privatschulen besuchen dürfen, kann der Rest zusehen wo er bleibt und wird notfalls mit Polizeigewalt in irgendeine staatliche Getto-Schule verfrachtet.

Zwei-Klassengesellschaft: Unbezahlbare Privatschulen versus staatliche Getto-Schule

>>Dr. Peter Pauling (Professor für Schulpädagogik)<<

„Wir sind Schüler von heute, die in Schulen von gestern, von Lehrern von vorgestern, mit Methoden aus dem Mittelalter, auf die Probleme von übermorgen vorbereitet werden.“

„Lehrern von vorgestern, mit Methoden aus dem Mittelalter, auf die Probleme von übermorgen vorbereitet“

Zwar soll formal Meinungsfreiheit – auch in der Schule – herrschen, aber jede Form an offener Kritik – besonders am Schulsystem – ist praktisch unmöglich. Das herrschende System gilt als sakrosankt. Dabei spiegelt das heutige Schulsystem das Modell der Klassengesellschaft wider.

„Gründe für diese Zwei-Klassengesellschaft liegen in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg“

>>Schülerzeitung des Städtischen Gymnasiums Bad Segeberg<<

„Aber warum ist das deutsche Schulsystem so?

Naja, die Gründe für diese Zwei-Klassengesellschaft liegen in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Dort wurden die Kinder, genauso wie jetzt, aufgeteilt.

    1. in die Volksschule
    2. in die Realschule
    3. in das Gymnasium

Diese drei Typen waren für unterschiedliche Arten des Volkes gedacht. Die Volksschule war für das normale Volk gedacht, nach dem Absolvieren dieser sollte man Landarbeiter oder Industrieangestellte werden.“

„Aber warum ist das deutsche Schulsystem so?“ – „Glaubens- und Weltanschauungsfragen“ sind tief verankert

In leicht abgewandelter Form hat das System bis heute überlebt. Die heutige Elite geht aber wenige auf ein staatliches Gymnasium, sondern diese findet sich auf teure Privatschulen ein. Aber es ist nicht nur die Schule: Vielmehr steht im Lehrplan „erhellendes“ geschrieben. Oder genauer: Die richtig interessanten Dinge sind darin eben nicht geschrieben. Das gesamte wirtschaftliche Verständnis kommt im Lehrplan praktisch überhaupt nicht vor. Die Schüler mögen vielleicht gute Noten haben, aber gehen von der Schule als wirtschaftliche Analphabeten ab.

Warum die Privatschulen als bessere Wahl gilt

Selbst Spitzenabsolventen können – ohne eigene Schuld – nicht mal ein kleines Unternehmen leiten. Die staatlich vorgegebenenGlaubens- und Weltanschauungsfragen“ lassen jede Form von wirtschaftlichen Verständnis vermissen. Aber gerade dieses Wissen wird auf vielen Privatschulen intensiv vermittelt. Zusammengefasst: Wer es sich irgendwie leisten kann, derjenige sollte seine Kinder auf eine Privatschule schicken.

 

–W E R Β U Ν G–

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