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Identitätsdiebstahl bei Arbeitslosen: Behörden als willige Handlanger von Kriminellen?

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Identitätsdiebstahl – “ … mit denen sie zu Lasten Dritter und zum eigenen Vorteil Verfügungen im Internet vornehmen können – von der Bestellung von Waren bis hin zur Manipulation von Aktienkursen.“ Die kurze Analyse stammt von Bundeskriminalamt und dürfte bei Vielen ein regelrechtes Schaudern auslösen. Das unbekannte Dritte unter eignen Namen massenweise Straftaten begehen können.

Bundeskriminalamt warnt vor Identitätsdiebstahl

Jedoch die Behörde Arbeitsagentur nimmt das fragwürdige Treiben nicht nur auf die leichte Schulter: Sondern tritt hierbei als williger Handlanger in Erscheinung. Arbeitslose müssen unter Androhung von Sanktionen: Zwangsweise auf offenkundig fragwürdige Stellen sich bewerben. Was mit ihren Daten später passiert: Dafür will niemand von offizieller Seite Verantwortung übernehmen. Dabei hat das aktive Wegsehen: Sogar einen verheimlichten Grund.

Identitätsdiebstahl: „Von der Bestellung von Waren bis hin zur Manipulation von Aktienkursen“

>>Welt<<

„Bevor Klaus Schetar eine seiner 154 Bewerbungen abschickte, prüfte er jeden Anbieter. Er sucht die Firmen auf Bewertungsportalen für Arbeitgeber und las die Kritiken. … Hartz-IV-Beziehern drohen in solchen Fällen sogar Saktionen. Schetar schickte seine Unterlagen per Mail an die Firma und bekam eine automatisch versendete Rückantwort, die WELT vorliegt.“

Zwang zum Bewerben: „Hartz-IV-Beziehern drohen in solchen Fällen sogar Saktionen“

Nach bisherigen Erkenntnissen bot die besagte Firma gar kein Stellenangebot an: Sondern hatte nur Interesse an den Daten der Bewerber zu gelangen. Zwar herrsche an fragwürdigen Stellenangeboten beileibe kein Mangel vor, aber das Perfide an diesen Stellenanzeigen: Die Bewerber sind durch – Androhung von Sanktionen – gezwungen, sich auf die unseriösen Stellen zu bewerben. Auch dann wenn sie Wissen, dass es sich nur um eine Betrugsmasche handele.

Behörden als willige Handlanger von Kriminellen?

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Die Vorgänge um Econsulting24 sind der mit Abstand größte bekanntgewordene Verdachtsfall von Datenmissbrauch im Zusammenhang mit der Jobbörse.“

2.500 Stellenanzeigen von einer kleinen Firma

Der Fall rund um die Firma Econsulting24 ist wohl nur deshalb aufgefallen, weil es das Unternehmen mit seinen 2.500 Stellenanzeigen reichlich übertrieben hat. Wie viele kleinere Unternehmen eine vergleichbare Masche fahren, kann niemand wirklich beurteilen. Zu dem Thema existiert sogar eine Bundestagsanfrage, die aber wenig Erhellendes zu Tage fördert. Darin wird lapidar auf irgendwelche internen Prüfverfahren und diverse Gesetzen verwiesen: Kein Außenstehender kann die Angaben überprüfen. Dabei sind illegaler Datenhandel und Identitätsdiebstahl schwere Straftaten. Mit fremden Identitäten lassen sich wiederum ganz andere Straftaten – ohne Konsequenzen – begehen.

Identitätsdiebstahl: Wenn Fremde im eignen Namen Verbrechen begehen

Es wirkt daher reichlich befremdlich: Das ausgerechnet eine Bundesbehörde sich als williger Handlanger von Kriminellen regelrecht aufdrängt. Natürlich kann es für die Opfer von illegalen Datenhandel und Identitätsdiebstahl zu schwerwiegenden Folgen führen, aber dafür sei das Arbeitsamt ja nicht zuständig: Und die Kriminalbehörden verweisen wiederum darauf, dass die Stellenbörsen von Arbeitsamt betrieben werden. Wie üblich in solchen Fällen: Eigentlich ist niemand richtig Zuständig. Kurz – Die Opfer sind auf sich allein gestellt und müssen ihre Unschuld beweisen: Das ist in vielen Fällen praktisch unmöglich. Schließlich wollen Gerichte und Staatsanwaltschaften, möglichst viele Fälle mit hohen Einnahmen abschließen. Das Interesse hinter den fremden Identitäten, ist daher naturgemäß sehr gering. Das offenkundige Wegsehen bei betrügerischen Stellenanzeigen hat aber noch einen weiterem Grund.

„Das Märchen vom Fachkräftemangel“

>>Manager Magazin<<

„Das Märchen vom Fachkräftemangel – „Wir finden keine Fachkräfte mehr.“ Ich höre diesen Satz täglich mindestens drei oder vier Mal von Unternehmen und Personalern aus ganz Deutschland. Dabei unterscheidet sich die Interpretation von „Fachkräften“ teilweise erheblich. Die wunderbare Geschichte vom Fachkräftemangel wird allerdings nicht in den Betrieben geschrieben. Politiker und Lobbyisten haben sich diese Märchengeschichte ausgedacht.“

„Die wunderbare Geschichte vom Fachkräftemangel“

Das Märchen vom Fachkräftemangel“ – beruht teilweise auf einer künstlichen Blase von Stellenangeboten. Würde diese Seifenblase in der Argumentationskette tatsächlich platzen, würde das medial geschaffene Wirtschaftswunder in sich kollabieren. Daher wirkt es auch wenig Glaubwürdig von offizieller Seite: Das diese Betrugsmasche wirklich bekämpft wird. Allenfalls muss ein bisschen Kosmetik reichen.

 

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