„Johannes Karasek war ein meisterlicher Räuberhauptmann“

Screenshot zum-karasek.de

Johannes Karasek ging als „Robin Hood“ der Lausitz in die Geschichte ein. Der Räuberhauptmann lebte nach eignen Regeln, indem er die Reichen bestohlen und es den Armen gegeben hat. Dieser Mythos ist bis heute lebendig geblieben. Aber hinter dieser wahren Begebenheit, steckt noch viel mehr.

>>Spitzkunnersdorf<<

„Karasek ist seit jeher fester Bestandteil der hiesigen geschichtlichen Überlieferungen und Räubergeschichten aus dem Volksmund.“

 

>>Karaseks Revier<<

„Bei einem Einbruch in Niederoderwitz, beim Leinwandhändler Kühnel, kam Räuberhauptmann Palme im Jahre 1797 ums Leben. Die Bande suchte einen Nachfolger. Die Wahl fiel auf Johannes Karasek. Er stellte allerdings mehrere Bedingungen. Besonders wichtig war ihm, dass das eigene Gebiet (Böhmische Enklave) unbedingt verschont von jeglichen Übergriffen blieb. Er handelte also nach dem Prinzip des Marders: „Räubere nie im eigenen Revier!“ Dieses Gebot wurde mehrere Jahre eingehalten und man führte zahlreiche Einbrüche so unter anderem in Schirgiswalde, Schönbach, Crostau, Warnsdorf, Friedland und Sebnitz durch. Betroffen waren vor allem Faktoren (Garnhändler), Mühlenbesitzer oder Geldwechsler, also begüterte Menschen zur damaligen Zeit. Da er auch so manchen armen Schlucker (Leineweber, Häusler) hier und da einen Taler abgab, entwickelte sich daraus im Volke die Legende vom „edlen Räuber“, der Reichen nahm und den Armen gab. Für einige Zeit tauchte er allerdings in dem Ort Wiesa (Königshainer Berge) unter, da er wieder einmal als Deserteur gesucht wurde. Johannes Karasek entsprach nicht dem Klischeebild eines verwegenen Räubers. Er war ein redegewandter und stets adrett gekleideter Mann, der besonders auf Frauen mit seiner schmucken Jägertracht und seinem sicheren Auftreten einen besonderen Eindruck machte.“

 

>>Zum Karasek<<

„Nachweislich verübte Karasek mit seiner Bande in 3 ½ Jahren melr als 24 Einbrüche, überwiegend bei Händlern, Gutsherren und Großbauern. Der letzte Überfall der Bande fand in der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1800 in Leutersdorf statt. Dort wurde die Bande gefangen genommen. Auf Grund seiner Missetaten musste Karasek und einige seiner Bandenmitglieder am 26. Februar 1803 auf dem Bautzener Marktplatz am Pranger stehen. Für den Räuberhauptmann eine empfindliche Strafe, da er vom Straßenpöbel auf Ärgste verhöhnt und mit Kot, verfaultem Obst und verdorbenen Eiern beworfen wurde.“

 

>>Sächsische Staatskanzlei<<

„Er findet beim Wirt des Gerichtskretschams zu Neuwalde Unterschlupf und heiratet dessen Tochter. Von dichten Wäldern umgeben und im westlichen Teil der böhmischen Enklave (1635 – 1849) gelegen, lassen sich von dieser Insel inmitten der Oberlausitz aus trefflich Raubzüge in die umliegenden Dörfer unternehmen. Der »Robin Hood der Oberlausitz« – äußerlich unauffällig und seriös gekleidet (meist in Jägeruniform), zudem äußerst redegewandt – versetzt die Region in Angst und Schrecken. Er wird zum Kopf einer erfolgreichen und lange Zeit unerkannten Bande. Entgegen ihrer Gewohnheit, nicht in der näheren Umgebung zu plündern, brechen sie am 31. August 1800 auf dem Rittergut Oberleutersdorf ein und erbeuten angeblich 100.000 Taler. Dieser Raubzug wird ihnen zum Verhängnis. Karasek selbst wird festgenommen und in Bautzen zum Tode verurteilt. Auf ein Gnadengesuch hin wird das Urteil in lebenslange Kerkerhaft umgewandelt. Bis zu seinem Tod 1809 ist er im Dresdner Gefängnis für einen Groschen »zu besichtigen«.

Mit der „böhmischen Enklave (1635 – 1849) “ ist Niederleutersdorf gemeint. Mitten in der damaligen sächsischen Lausitz, lag Niederleutersdorf als eine Österreich-Habsburgische Insel. Karasek musste nur über die „grüne Grenze“ gehen und befand sich damit im Ausland und somit in Sicherheit. Auf diese Weise konnte er mit den damaligen Ordnungshütern Katz und Maus spielen. Ähnlich wie „Robin Hood“ raubte er fasst nur wohlhabende Höfe oder Adelige aus und hatte damit in der Bevölkerung einen guten Stand. Dadurch konnte sich Johannes Karasek, verhältnismäßig unbehelligt durch die Lande bewegen.

>>Sachsen-Lese<<

„Aus der österreichischen-kaiserlichen Armee mehrfach desertiert, verschlug es ihn schließlich in die Lausitz, wo er Magdalena heiratete. Ihr Vater war der Wirt des Gerichtskretschams, auch bekannt als „Geibischschenke“. Diese Schenke war ein beliebtes Versteck für eine Räuberbande, deren Anführer Palme hieß. So dauerte es nicht lange und Karasek schloss sich der Truppe an. Seine Aufgabe war es, von Haus zu Haus zu gehen und die gestohlene Ware anzubieten. So war es ein Leichtes die nächsten Einbruchsziele auszumachen. Als Palmes Räuberbande 1797 den Leinenhändler Kühnel überfiel, wurde Palme erschlagen. Karasek wurde sofort zum neuen Hauptmann gewählt. Diesen Posten wollte er allerdings nur unter einer Bedingung: Keine Überfälle vor der eigenen Haustür. Gut betuchte Menschen wie Mühlenbesitzer, Garnhändler oder Geldwechsler schwebten von diesem Zeitpunkt an ständig in Gefahr überfallen zu werden. Es heißt zwar, dass Karasek gelegentlich seine Beute mit den Armen teilte, doch schließlich behielt er stets den größten Teil für sich selbst. Die Ortenburg mit Matthiasturm Die Ortenburg mit Matthiasturm Johannes Karasek war ein meisterlicher Räuberhauptmann, denn er entsprach nicht dem Bild, das die Menschen von einem Räuber hatten. Er war ein intelligenter, redegewandter und stets gut gekleideter Mann, der besonders die Frauen mit seiner schmucken Jägertracht und seinem selbstbewussten Auftreten um den Finger wickelte. Es ist nachgewiesen, dass Karasek und seine Bande über 3½ Jahre erfolgreich mehr als 24 Einbrüche verübte.“

 

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