Journalisten: Verfolgt und Genötigt oder Behütet in den Armen der Macht

Screenshot youtube.com

Schon seit Jahren laufen den staatlichen Rundfunksendern die Zuschauer weg: Bei manchen Sender geht dies offenbar schneller als bei anderen. Die Zauberformel aus der Misere soll lauten: Noch mehr Trivialität auf Gebührengelder. Auf der anderen Seite, müssen Journalisten die wirkliche Skandale und Missstände aufdecken, um ihr wirtschaftliche Existenz und teilweise um ihr Leben fürchten.

>>Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft<<

„Das RBB-Fernsehen, neben dem Hessischen Rundfunk das Quoten- und Qualitäts-Schlusslicht in der großen ARD-Familie, wurde vom neuen Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus einem gründlichen Facelifting unterzogen. … Das alles unter dem selbstironischen Motto: „Bloß nicht langweilen“.

Die Bedeutung des staatlichen Rundfunks hat allgemein stark abgenommen, selbst Fragen danach, ob das Fernsehen langfristig überhaupt noch eine Zukunft hat, tauchen immer wieder erneut auf. In diesen Prozess das Schlusslicht zu bilden, dürfte wohl eine ganz besondere Ehre sein. In der Tat bietet das Programm außerhalb von Langeweile und Trivialität, eigentlich recht wenig Abwechslung. Die Einschaltquoten sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen: Denn das Zahlwerk basiert nur auf mathematisch hochgerechnete Stichproben von wenigen Haushalten und ist eigentlich unseriös. Aber selbst nach diesen – vermutlich geschönten Zahlen – schalten lediglich zwischen 20-80 Tausend Menschen (ohne Abendprogramm) den Sender ein und zwar im gesamten Sendebereich. Der großen Befreiungsschlag aus der Misere soll lauten: Noch mehr Trivialität. Ähnlich wie verschiedene Videoblogger sollen einzelne Reporter ausgestattet mit kleinen Kameras Beiträge erstellen: Als wenn es davon nicht schon genug gäbe. Wie dem auch sei. Außerhalb des postwirklichen Staatsfunks, haben Journalisten mit richtigen Problemen zu kämpfen.

>>taz<<

„Alex Jones in Sozialen Medien gesperrt Richter über Wahrheit und Lüge … Die Plattformen, die Jones gesperrt haben, berufen sich mehrheitlich darauf, dass Jones’ „Hate Speech“ gegen die Regeln ihrer Dienste verstoße.“

Es stellt sich die Frage: An welchen objektiven Kriterien, die sogenannte „Sprache des Hasses“ festzumachen ist? Anhand von subjektiven Empfindungen, wird versucht Journalisten wirtschaftlich an die Wand zu stellen. Hierzulande sieht es kaum besser aus: Angezündete Autos, beschmierte Türen und Hausfassaden, gehören mittlerweile zum Alltag. Aber die Stellschraube der Gewalt, geht noch eine Runde weiter zu drehen.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Eine bulgarische Fernsehjournalistin ist ermordet aufgefunden worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilte, wurde die brutal zugerichtete Leiche der 30 Jahre alten Viktoria Marinowa am Samstag in einem Park in der nordbulgarischen Donaustadt Ruse entdeckt. Der Tod sei durch Schläge auf den Kopf und Ersticken ausgelöst worden. Nach Angaben von Innenminister Mladen Marinow wurde die Journalistin auch vergewaltigt. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.“

 

>>Reporter ohne Grenzen<<

„Daphne Caruana Galizia war eine bekannte maltesische Investigativjournalistin und Bloggerin. Sie wurde am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe in dem Ort Bidnija im Norden Maltas getötet. Die Bloggerin hatte im vergangenen Jahr unter anderem enthüllt, dass der Energieminister und der Kabinettschef von Maltas Premierminister Joseph Muscat Offshore-Konten in Panama und Trusts in Neuseeland eröffnet hatten. Zwei Wochen vor ihrer Ermordung hatte Caruana Galizia wegen Todesdrohungen Anzeige erstattet. Ungeachtet dessen wurde sie nicht geschützt.“

 

>>Deutscher Bundestag (PDF-Datei) <<

„Daphne Caruana Galizia recher – chierte unter anderem zur Korruption unter maltesischen Regierungsangehörigen. Texte zu Vetternwirtschaft, von Banken unterstützte Geldwäsche und Verbindungen zwischen der maltesischen Online-Gaming-Branche und der Mafia veröffentlichte sie auf ihrem Blog „Running Commentary“. Unter anderem erhob sie Vorwürfe gegen die Untersuchungsrichterin Consuelo Scerri Herrera, die sie im Gegenzug wegen Verleumdung anzeigte. In dem Verfahren trat unter anderem der jetzige Premierminister Joseph Muscat als Zeuge auf („Columnist cleared of harassing magistrate“, timesofmalta.com vom 25. November 2011). … Unter anderem hatte sie zum Schmuggel von Erdöl bzw. Diesel zwischen Libyen und Malta recherchiert, der auch die italienische organisierte Kriminalität betrifft („Death of Maltese journalist ‚could be linked to fuel-smuggling network‘“, theguardian.com vom 24. Oktober 2017). Eine kriminelle Organisation soll in den vergangenen zwölf Monaten Benzin aus der Raffinerie in Zawiya – über 80 Millionen Kilogramm Diesel-Kraftstoff im Wert von 30 Mio. Euro – über Italien, Frankreich und Spanien auf europäische Märkte geschmuggelt haben. Die italienische Finanzpolizei soll zwischen Juni 2015 und Juni 2016 über 30 illegale Mineralöltransporte von Libyen über Malta nach Italien festgestellt haben („Mittelmeer: Libysche Schlepp er und Mafiosi schmuggeln Diesel nach Südeuropa“, mainecho.de vom 5. November 2017). Der italienische Staatsanwalt Carmelo Zuccaro, der in der Angelegenheit ermittelt, schließt nicht aus, dass die Mörder von Daphne Caruana Galizia deshalb aus diesen Kreis en stammen könnten.“

Festzuhalten gilt: Autos explodieren nicht ohne weiteres und der Aufklärungswille der Bundesregierung spricht für sich selbst: Eine vergleichbare Linie fährt auch der Staatsfunk „Rundfunk Berlin-Brandenburg“ . Nichts sehen, Nichts hören, Nichts wissen und auf keinen Fall etwas darüber berichten. Vor allem keine Berichte, die die Landesregierung oder einen wichtigen Parteifunktionär verärgern könnten. Das Ergebnis: Langeweile und Trivialität.

 

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