Kelten: Das Ende Roms und der Anfang der Angelsächsischen Herrschaft über England

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garden/Garten, fire/Feuer, send/senden – Viele englische Worte klingen dem Deutschen sehr ähnlich: Das dürfte sicherlich schon Vielen aufgefallen sein. Warum dass so sei: Das liegt in der Geschichte vor ungefähr 2.100 Jahren begründet. Die Auswirkungen hiervon reichen bis in unsere heutige Zeit hinein.

„Unzufriedenheit in Wales mit der britischen Zentralregierung“

>>Nordisch.info<<

„Die Unzufriedenheit in Wales mit der britischen Zentralregierung wächst ebenso wie der Wunsch der Waliser nach Unabhängigkeit von London. Am Samstag demonstrierten 2.000 bis 3.000 Menschen in Cardiff für eine Loslösung ihres Landes von Großbritannien.“

„Loslösung ihres Landes von Großbritannien“ – Unabhängigkeit von Wales

Wales – ist nicht nur irgendein Landesteil von Großbritannien, sondern er gehört zu den sechs keltischen Nationen mit eigenständiger Kultur und Sprache an. Während die Ähnlichkeiten der Sprachen zwischen Deutsch und Englisch einen leicht ins Auge springen, sieht es bei Keltisch – oder bei der Walisische Sprache – ganz anders aus. Trotz geographischer Nähe, sind die beiden Völker sich immer fremd geblieben.

Kelten und Engländer: Zwei Fremde im gleichen Land

Nicht viel anders sieht die Situation in Schottland und Cornwall aus.

Kelten in England: „Vernachlässigt das Land von London“

>>Lord Alwyn<<

„Nicht bloß in Wales – auch in Cornwall wächst das Bewußtsein, wie vernachlässigt das Land von London wird. Auch in Cornwall leben Kelten, und keine Engländer.“

„Auch in Cornwall leben Kelten – und keine Engländer“

Während die Rufe in Schottland nach Unabhängigkeit mittlerweile Unüberhörbar geworden sind: Schicken sich auch andere Keltische Nationen an, dem Beispiel Irlands zu folgen. Der Staat Irland ist gegenwärtig der Einzigste – der sechs keltischen Nationen – der tatsächlich die Unabhängigkeit erlangt hat. Allerdings weniger durch friedlichen Protest oder einem Referendum, sondern mehr durch einen blutigen Bürgerkrieg. Nach jahrelangen Kämpfen gab Großbritannien letztlich Kleinbei und entließ Irland in die Unabhängigkeit. Der immer noch schwelende Nordirlandkonflikt: Dieser ist ein weiteres lebendiges Zeugnis davon.

„Prinz von Wales“ – Prinz Charles: Ohne Kelte zu sein

Insgesamt haben die Engländer immer mit den Kelten gefremdelt. Die Keltischen Gebiete wurden schon seit jeher vernachlässigt und die keltische Kultur zur schnöden Touristenattraktion abgewertet. Prinz Charles bezeichnet sich selbst als „Prinz von Wales“ – obwohl er nicht mal Kelte ist. Es sind solche offenen Provokationen, die viel Unfrieden stiften.

Wie offene Provokationen viel Unfrieden stiften

Aber wie kamen die Engländer eigentlich nach England?

Wie kamen die Engländer nach England

Tatsächlich waren die heutigen Britischen Inseln nie so richtig isoliert – auch wenn einige moderne Historiker es anders sehen mögen. Schon in der Antike sind Handelsbeziehungen überliefert. Die Karthager – einst ansässig im heutigen Tunesien – unterhielten bereits regen Handel mit dem Britischen Insel. Im Zuge der Gallischen Eroberungskriege marschierte schließlich Gaius Iulius Caesar vor ungefähr 2.100 Jahren im heutigen England ein, weil die Inseln als Rückzugsgebiete der aufständischen keltischen Stämme dienten.

Schlüsselereignis: Als Gaius Iulius Caesar die Britischen Inseln eroberte

Jenes Schlüsselereignis setzte eine Kaskade von Ereignissen in Gang, das bis in die Gegenwart reicht. Infolge der Römischen Expansion dehnte sich Roms Macht bis auf England aus. Nachdem das Römische Reich im Niedergang begriffen war, konnte es seine militärische Präsenz auf den Britischen Inseln nicht länger Aufrecht erhalten und zog schlussendlich seine Truppen ungefähr im Jahre 410 ab.

Das Ende Roms und der Anfang der Angelsächsischen Herrschaft

Nach dem Abzug der Römischen Truppen: Blieb nicht viel von der einstigen Römischen Macht übrig. Ohne Zentralmacht, war die Römische Provinz nicht überlebensfähig.

„Notschrei der Britannen“

>>Invasion der Barbaren von Peter Heather (Buch) <<

„Gildas’ Bericht, der »Notschrei der Britannen« an die römischen Zentralbehörden sei erfolgt, als Aëtius zum dritten Mal (im Jahr 446 oder später) Konsul war, könnte eine weitere Bestätigung dafür sein, dass die 440er Jahre eine besonders verheerende Zeit waren.“

Dunkle Jahrhunderte: „440er Jahre eine besonders verheerende Zeit waren“

Für einige Jahrhunderte versanken die Britischen Inseln in ein dunkles Zeitalter – dunkel deswegen: Es sind kaum schriftliche Quellen über diese Zeit erhalten. Genetische Untersuchungen der heutigen Engländer legen aber nahe: Die eingewanderten Angelsachsen – aus den heutigen Norddeutschland und Süddänemark – müssen „ganze Arbeit“ geleistet haben. Diese Vernichteten nicht nur den nördlichen Außenposten Roms, sondern zugleich auch noch die ansässigen Kelten.

Als Angelsächsische Söldner die Britischen Inseln eroberten

Wie kam es dazu? Als die Britischen Inseln noch unter Kontrolle des Römischen Reiches standen – heuerte Rom: Viele Angelsächsische Söldner an, um die Herrschaft über die Inseln auszuübenDivide et impera.

Angelsächsische Söldner für Roms Machtanspruch – Divide et impera

Nachdem Rom wahrscheinlich im Jahre 410 die Kontrolle über die Inseln aufgab: Standen diese Angelsächsischen Söldner ohne Sold und Auftrag da. Da die Loyalität zu den einstigen römischen „Auftraggebern“ wohl auch nicht allzu stark ausgeprägt war, begannen sie folglich einen blutigen Eroberungsfeldzug. Im Laufe der chaotischen Jahrhunderte kristallisierten sich so verschiedene Kriegsfürsten heraus, was sich noch heute an den britischen Provinzen wie Wessex zeigt, die einst eigenständige Königreiche im Frühmittelalter waren. Nach vielen Jahrhunderten von politischen Intrigen und blutigen Kämpfen, blieb am Ende nur ein König übrig: Der Beginn der offiziellen Englischen Monarchie.

Unabhängigkeitsforderungen von Schottland – Wales – Cornwall

Doch mit der de facto Englischen-Herrschaft über Großbritannien, haben sich offensichtlich die dort lebenden Kelten nie so richtig abgefunden. Der Irische Unabhängigkeitskrieg mit vielen Toten, Separatistenbewegungen wie die IRA oder die Unabhängigkeitsforderungen von Schottland, Wales oder Cornwall zeugen noch in der Gegenwart: Vom einen sehr lebendigen Konflikt. Dessen Anfänge: Auf die Eroberungsfeldzüge von Gaius Iulius Caesar zurück gehen.

 

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