Kodi-Boxen: Die unheimliche Macht der Urheberrechtslobby

Screenshot kodi.tv

Die deutsche Filmbranche und Unterhaltungssoftwareindustrie arbeiten mit der GVU zusammen. Die GVU ist eine Art Privatpolizei der Branche. Sie unterstützt nicht nur die Behörden bei der Strafverfolgung, sondern führt auch eigene Ermittlungen durch. Nicht ohne Grund sind viele der GVU-Detektive ehemalige Polizeibeamte. Ihr Geschäftsführer Joachim Tielke beschrieb die GVU einmal als „BKA für Urheberrechtsverletzungen“. Obwohl sie strenggenommen nicht mehr Befugnisse haben als jeder andere Bürger, dürfen GVU-Fahnder sogar zuweilen bei Hausdurchsuchungen der Polizei anwesend sein.“ Kaum eine andere Lobbygruppe, geht derart dreist hierzulande vor. Nicht nur dass es geschafft haben, durch gezielten Lobbyeismus faktisch die Gesetze selbst zu schreiben, sondern sie kümmern sich nun noch – als quasi Urheber-Reichswehr – um deren Einhaltung. Jedoch die unheimliche Macht im Staate, gibt sich mit diesen Stückwerk keineswegs zufrieden.

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„Kodi ist bekanntlich ein ehemals als Xbox Media Center (XBMC) bekannter Media-Player und gilt für viele als die beste Software ihrer Art. Weil Kodi Open Source ist, macht die Anwendung es Entwicklern einfach, Erweiterungen und sonstige Zusatz-Software dafür zu schreiben. … Kodi gerät entsprechend immer wieder ins Visier der Medienunternehmen. Bereits in Vergangenheit haben Unternehmen wie Amazon und eBay den Verkauf von voll in Richtung Piraterie ausgestatten Kodi-Boxen verboten, auch Facebook hat sie von den Verkaufskanälen des sozialen Netzwerks verbannt. Doch der Konzern von Mark Zuckerberg geht jetzt einen Schritt weiter und hat nun Kodi-basierte Hardware komplett verboten. In seinen Handelsrichtlinien für „digitale Medien und elektronische Geräte“ schreibt Facebook: „Beiträge dürfen nicht den Verkauf von Geräten hervorheben, die das Streamen von digitalem Content auf eine nicht autorisierte Art bzw. die Manipulation der Funktionen elektronischer Geräte ermöglichen oder unterstützen“ und speziell, dass „Hervorheben des Verkaufs oder der Nutzung von Streaming-Geräten, bei denen Kodi installiert ist“ nicht gestattet ist.“

Eigentlich ist an diesen Kodi-Boxen überhaupt nichts illegal. Der Fokus dreht sich um die Tatsache: Das einige Funktionen – im rechtlich grauen Bereich – nachgeladen werden können. Obwohl der Verkauf gesetzlich nicht eingeschränkt werden darf, hat graue Eminenz der „Rechte-Vertreter“ ganze Arbeit – vorwiegend wohl durch Einschüchterung – geleistet. Denn kaum ein Unternehmen kann es sich heutzutage finanziell leisten, sich mit der Urheber-Lobby anzulegen. Selbst wenn man im Recht ist, kann viele Firmen alleine schon das Gerichtsverfahren ruinieren, und genau darauf scheinen die dubiosen „Rechte-Lobbyisten“ zu setzen. Allerdings die Kodi-Boxen selbst, lassen sich praktisch nicht verbieten: Die dazugehörige Bauteile sind Massenware und die Software läuft auf vielen Geräten. Dennoch zeigt die Posse einmal mehr, die unheimliche Macht der Rechte-Vertreter: Ankläger, Richter und Henker in einer Person, bevollmächtigt von großen Geld.

 

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