Laos: „Als ob die ganze Welt gegen mich ist“

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Inmitten intensiver Verfolgung steht eine junge Familie zu ihrem Glauben – und steckt andere an

„Wenn sie mich töten wollen, habe ich kein Problem damit, denn ich weiß, wohin ich gehe.“ Für den 43-jährigen Sop* aus Laos ist diese Gewissheit von elementarer Bedeutung.

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Von Open Doors

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Nach allem, was der junge Familienvater in den letzten Jahren an Verfolgung erlebt hat, wirkt sein Festhalten an Jesus wie ein Wunder. Doch die Erfahrungen haben Spuren in seinem Leben und dem seiner Familie hinterlassen.

Ultimatum vom Dorfvorsteher

Vor 10 Jahren hörte Sop das erste Mal von Jesus. Er lebte in einem entlegenen, streng kommunistischen Dorf unweit der chinesischen Grenze. Hier war das Wort des Dorfvorstehers Gesetz, während die Behörden durch ihn über jedes Detail aus dem Dorfleben Bescheid wussten. Der christliche Glaube gilt als eine Bedrohung für Sicherheit und Ordnung, anders als der Buddhismus oder Animismus. Doch das hielt Sop nicht davon ab, eine Entscheidung für Jesus zu treffen. Nachdem auch seine Frau Dara* und weitere Verwandte und Nachbarn durch Sop Christen geworden waren, begann eine kleine Gruppe sich regelmäßig zum Beten zu treffen.

Kurz darauf erhielt Sop Besuch vom Dorfvorsteher, der ihn voller Zorn aufforderte, seinen Glauben zu verleugnen und den Treffen fernzubleiben. Als Sop sich weigerte, schlug der Vorsteher ihn zu Boden und stellte ihm ein Ultimatum: Sop sollte entweder seinen Glauben aufgeben oder das Dorf verlassen, andernfalls würde er eingesperrt. Der junge Vater beschloss das Dorf zu verlassen. Doch noch bevor es dazu kam, schlugen ihn die Dorfbewohner zusammen und steckten sein Haus in Brand.

Dorfentwicklung stockt „wegen Christen wie dir“

Der Vorsteher des neuen Dorfes wies die Familie an, ihren Glauben für sich zu behalten. Doch nachdem mehrere Menschen durch die Gebete der Christen gesund geworden waren, begannen immer mehr Menschen, Jesus zu folgen. Daraufhin lud die Polizei Sop vor und ließ ihn wissen: „Deine Religion kommt von den Ausländern! In unserem Bezirk akzeptieren wir diese Religion nicht!“ Der Dorfvorsteher schlug ihn vor den Kopf und herrschte Sop an: „Unsere Gemeinschaft kommt nicht voran, weil du dickköpfig und dumm bist. Wegen Christen wie dir kommen keine Organisationen, um uns zu helfen!“ In der Folgezeit wurden die Treffen der Gläubigen immer wieder gestört, die Verfolgung hielt an.

Sops Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, manchmal war er der Verzweiflung nahe. Eines Tages wurden alle neun seiner Schweine vergiftet und getötet. Ein anderes Mal brannten Dorfbewohner seine Reisfelder nieder, zerlegten seinen Traktor und warfen die Teile überall hin. In der Schule wurden seine Kinder isoliert und von ihren Lehrern diskriminiert, weil ihre Eltern Christen waren. Einmal wurden Dara und ihr Sohn körperlich angegriffen.

In der Verfolgung verlassen – und doch nicht allein

Open Doors steht seit einigen Jahren in Kontakt mit Sop. Sein Glaube ist in Jesus verankert, aber es gibt Zeiten, in denen er sich allein fühlt und ihn die Traurigkeit übermannt. In solchen Zeiten erinnert er sich an Menschen, die ihm zur Seite gestanden haben. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass alle Welt gegen mich ist und dass der Herr mich allein dastehen lässt. Als ich Christ wurde, haben mir viele Menschen in meinem Glauben geholfen. Aber als die Verfolgung intensiv wurde, ist niemand geblieben. Einer nach dem anderen ging weg. Aber Gott schickt Menschen. Er hat euren Dienst benutzt.“

* Namen geändert

 

–W E R Β U Ν G–

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