Lausitz: „Unheimliche Begegnung mit dem Wolf“

Screenshot goodfon.com

Seit der Wolf in der Lausitz angesiedelt wurde, zahlen die Lausitzer Bürger und Landwirte einen hohen Preis dafür. Da neben Schafen und Ziegen, selbst nicht mehr Rinder sicher sind, und diese ebenso kostenaufwendig geschützt werden müssen. Stellt sich die Frage, wann es die ersten Angriffe auf Menschen zu erwarten sind? Denn die Vergangenheit zeigt: Das Verhalten der Tiere ist unberechenbar. Hinzu gesellt sich die drängende Frage, inwieweit diese Tiere überhaupt echte Wölfe sind?

>>Der Wolf kehrt zurück: Mensch und Wolf in Koexistenz? von Günther Bloch & Elli H. Radinger (Buch) <<

„Das Verhalten von wild lebenden Wölfen einzuschätzen, ist absolut unmöglich, weil es „das“ Verhalten nicht gibt, sondern immer von vielen Faktoren abhängt wie Populationsumfang (Mensch und Wolf), Lage der Höhlenstandorte, menschlichen Aktivitäten, Persönlichkeitstypen von Wölfen(A-/B), Tages- und Jahreszeiten, Landschafts- und Geländegefügen, Verbreitung und Dichte der Beutepopulationen und vieles mehr. Um „das“ Verhalten von Wölfen Menschen gegenüber wirklich realistisch zu beurteilen, braucht es vor allem aber viel Erfahrung im Freiland und Jahre der methodisch durchgeführten Beobachtung von wild lebenden Wölfen, die angepasst in Nähe des Menschen sesshaft geworden sind.“

 

>>Lausitzer Rundschau<<

„Das eigentlich sehr scheue Raubtier taucht völlig unbefangen in bewohnten Siedlungen wie in Rietschen, Rothenburg und Weißkeißel (Kreis Görlitz) auf. In Arnsdorf bei Ruhland (Oberspreewald-Lausitz) hat sich das Tier schon weit in die Ortslage bis vor den Gartenzaun gewagt. Bis zehn Meter hatten sich junge Tiere zwei Revierförstern im September vergangenen Jahres am Speicherbecken Lohsa (Kreis Bautzen) genähert. Diese unheimliche Begegnung mit dem Wolf ist vom Lausitzer Wolfsbüro mit dem Spieltrieb der Welpen erklärt worden. Der Wolf tötet ausschließlich, um seinen Hunger zu stillen. Er reißt dafür nur ein Tier, tötet nicht sinnlos – schreibt das Lehrbuch. In Frauendorf bei Ortrand (Oberspreewald-Lausitz) haben Wölfe unmittelbar an einem Grundstück, auf dem ein zünftiger Polterabend gefeiert wurde, ebenfalls im September vergangenen Jahres drei Schafe gerissen. Die Anwohner bestätigen, dass der Räuber in einer Zeit bei bester Beleuchtung und lauter Musik zugeschlagen haben muss. In der Königsbrücker Heide sind bei Schwepnitz (Kreis Bautzen) in einer Nacht auf einen Schlag nachweislich 38 Schafe einer Herde und zwei Ziegen gerissen worden. Rinder stehen nicht auf dem Speiseplan des Wolfes. Doch von Nachgeburten vom Kalben auf Weiden ist der Lausitzer Wolf auf den Geschmack gekommen. Im März und Mai dieses Jahres, das ist nunmehr auch amtlich bestätigt, hat ein Wolf in einem Stall in Lindenau (Oberspreewald-Lausitz) jeweils ein frisch geborenes Kälbchen getötet. Diese Attacken in einem Mutterkuhstall sind eine neue Qualität von Übergriffen und bisher beispiellos.“

Verschiedene Lehrbücher sind gleich, verschieden lautende Ansichten. Auch die vielen kaum angetasteten Kadaver, deuten eher darauf hin, dass der Wolf nicht nur aus Hunger tötet. Außerdem kommt noch ein weiteres Problem hinzu.

>>Lausitzer Rundschau<<

„Für Christian Lissina, den Vorsitzenden des Vereins Sicherheit und Artenschutz aus Bärwalde (Landkreis Görlitz), ist die Sache klar: Unter den Lausitzer Wölfen sind Mischlinge aus Wolf und Hund. Dass Halbwölfe oder Wolfshunde und Wolfshybriden (siehe Infokasten) aus Gründen des Artenschutzes aus der Natur entfernt werden sollten, gilt bei Wildbiologen als unbestritten. Tierschützer indes behaupten, die Mischlinge seien nicht gefährlicher als reinrassige Wölfe. Die geringe Scheu der Lausitzer Tiere vor der Zivilisation nährt den Verdacht, dass Hybriden weit verbreitet seien. Im Frühjahr sei diese These durch Schädeluntersuchungen von Wölfen im Görlitzer Senckenberg-Museum für Naturkunde bestätigt worden, behauptet Lissina. „Ende April wurden für uns dort rund 70 Wolfsschädel bereitgehalten. Denn eine 100-prozentige Methode zur Erkennung von Wolf-Hund-Mischlingen ist die Schädelanalyse“, erklärt der Großdubrauer (Landkreis Bautzen). Bislang habe der Verein mehrfach eine solche Untersuchung bei der sächsischen Landesregierung beantragt. Diese sei aber immer abgelehnt worden. Durch die Unterstützung von Landtagsmitglied Andreas Heinz (CDU) wurde die Schädelanalyse dann doch ermöglicht. Aus den rund 70 Wolfsschädeln hatten die im Ehrenamt tätigen Protagonisten sechs Exemplare nach territorialer Herkunft ausgesucht. „Alle sechs weisen Wolfs- und Hundemerkmale auf und sind somit als Mischlinge einzustufen“, sagt Christian Lissina. Zwischen 30 bis 54 Prozent der untersuchten Merkmale gelten als typisch für Hunde. „Die sechs Schädel müssen demnach zweifelsfrei als Hybride eingestuft werden“, resümiert Lissina. Zur Überprüfung der Analysen wurden die Fotos der untersuchten Schädel sowie die Ergebnisse von mehreren Sachverständigen in Finnland und Kanada vorgelegt, die inzwischen die Ergebnisse bestätigt hätten. Bereits seit dem Jahr 2004 befasst sich der Verein Sicherheit und Artenschutz mit der Wiederansiedlung der Wölfe in Sachsen und insbesondere mit wissenschaftlichen Untersuchungen der deutschen Populationen. Bereits bei einem im Jahr 2007 durch den Verein organisierten Symposium hätten Sachverständige darauf hingewiesen, dass die damals veröffentlichten Fotos keine reinrassigen europäischen Grauwölfe zeigen. … Dies sei ein Hybrid aus dem Neustädter Rudel. Bereits 2003 hatte sich die damalige Neustädter Wölfin mit einem Hund verpaart und Wolf-Hund-Mischlinge zur Welt gebracht. Anfang 2004 wurden nach Informationen des Kontaktbüros Wölfe in Sachsen zwei der vier Welpen eingefangen und nach Bayern verbracht, die dort verstarben. Der Verbleib der beiden weiteren Hybriden ist indes unklar. … Der Verein Sicherheit und Artenschutz zweifelt die Ergebnisse und Schlussfolgerung der öffentlich beauftragten Experten an. Er will jetzt mit einem privaten Labor zur Gen-Analyse von Wölfen zusammenarbeiten, sagt Christian Lissina. Die Forensische Genetik und Rechtsmedizin am Institut für Hämatopathologie GmbH aus Hamburg untersucht neben Hunden, Füchsen und Schakalen auch Wölfe. Darunter fallen nach Angaben von Leiterin Dr. Nicole von Wurmb-Schwark Proben aus Deutschland und Frankreich. „Die Frage nach der Hybridisierung ist schwierig pauschal zu beantworten. Wir haben aber häufiger Proben, bei denen wir keine sichere Zuordnung zu den Grauwölfen machen können und die, anders als die Wölfe in unserer Datenbank, eine hohe Ähnlichkeit zum hundetypischen Merkmalsmuster bestimmter Rassen zeigen“, erklärt die Expertin. In Deutschland handele es sich dabei meist um die Hunderassen Labrador, Retriever und Owtscharka. Über die Zusammenarbeit mit bestimmten Vereinen sagt Nicole von Wurmb-Schwark aus Datenschutzgründen nichts. Das Verhalten der Wolfshybriden hängt indes von ihrem Lebensumfeld ab. „Wenn die Hybridwelpen von einer Wölfin in freier Natur geboren werden, wachsen sie wie Wolfswelpen auf. Die wolfstypische Vorsicht kann jedoch durch den Anteil an Hundegenen geringer ausgeprägt sein. … Aus Sicht des internationalen Artenschutzes stellt Hybridisierung zwischen Wild- und Haustieren eine Gefahr für die wildlebende Art dar.“

Vollmundig wurde beim ersten Eintreffen der Wölfe in der Lausitz verkündet, das genetische Untersuchungen ergeben haben sollen: Die Tiere stammen zweifelsfrei aus Polen. Aber im Nachgang stellte sich dann heraus, dass es offensichtlich keinesfalls reinrassige Wölfe, sondern irgendwelche Mischlinge waren. Deshalb sind diese genetischen Untersuchungen eher von fragwürdiger Aussagekraft. Auch das mysteriöse Verschwinden von den eingefangenen Mischlingen, wirft gleichwohl mehr Fragen auf, als an befriedigenden Antworten geliefert werden kann. In dieser ganzen Diskussion rund um den Wolf, gehen die Interessen der Lausitzer Bürger vollkommen unter.

 

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