Linux in der Öffentlichen Verwaltung

Screenshot youtube.com

Immer mehr staatliche Institutionen setzen auf freie Software. Auf diese Weise lässt sich nicht nur Geld sparen, es erhöht zugleich die Sicherheit. Denn anders als bei vielen kommerziellen Programmen ist der Quellcode für jeden einsehbar, womit potentielle Sicherheitslücken schnell erkannt werden können.

>>Stadt Schwäbisch Hall<<

„Schwäbisch Hall ist innovativ und geht neue Wege. Als eine der ersten Kommunen Deutschlands setzt Schwäbisch Hall konsequent auf OpenSource. Begonnen wurde bereits 1997 mit der flächendeckenden Einführung von Email und Internet für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. OpenSource-Software für Internet-Server, Proxies und EMail erlaubte der Stadtverwaltung, effiziente Lösungen kostengünstig und zeitnah umzusetzen. 2001 wurde der Support für die bis dahin eingesetzten, proprietären Standard-Progamme (Betriebssystem und „Office“-Paket) vom Hersteller abgkündigt. Ein Wechsel auf die nachfolgenden Versionen dieser Software hätte weitreichende Konsequenzen gehabt. Die damals verwendete Hardware hätte getauscht werden müssen und bei der Stadt wären erheblichen Lizenzkosten für das Upgrade angefallen. Zusätzlich brachen zu diesem Zeitpunkt die Einnahmen aus der Gewerbesteuer ein. Deshalb lag es für die Verantwortlichen nahe, Alternativen auszuloten. Die positiven Erfahrungen mit OpenSource-Software in der Vergangenheit ermutigte die Verwaltung, diese Technik auch bei der Ausstattung der zukünftigen Arbeitsplätze einzusetzen. Nach dem Startschuss durch den Oberbürgermeister hat die EDV-Abteilung daher mit den damaligen Projektpartnern SuSE (heute Novell) und IBM die ersten Computer mit dem Betriebssystem Linux und OpenOffice.org für Textverarbeitung, Tabellen, Präsentation usw. installiert. Die Kolleginnen und Kollegen wurden innerhalb ihrer Arbeitszeit in der Bedienung der „neuen“ Programme geschult. Am Ende der Schulungen fanden Sie ihren Arbeitsplatz bereits neu eingerichtet vor. Inzwischen ist die Verwaltung nahezu flächendeckend mit OpenSource-Arbeitsplätzen ausgestattet. Der Schwerpunkt der Arbeit der IT-Verantwortlichen liegt in der Evaluation und Umstellung der Fachanwendungen auf offene Technologien.“

 

>>Pro-Linux.de<<

„Die Strategie der Stadt ist es, zunächst alle Benutzeranwendungen durch Open-Source-Alternativen zu ersetzen, bis das zugrunde liegende Windows-Betriebssystem die einzige proprietäre Software ist, die übrig bleibt. In einem letzten Schritt soll dann das Betriebssystem durch Linux ersetzt. Das berichtete kürzlich die größte spanische Tageszeitung El País. Im Jahr 2018 werden 70 Prozent des Software-Budgets der Stadt in Open-Source-Software investiert. Laut Francesca Bria, der Kommissarin für Technologie und digitale Innovation im Stadtrat, wird der Übergang abgeschlossen sein, bevor das Mandat der derzeitigen Verwaltung im Frühjahr 2019 ausläuft. Zunächst werden der Outlook Mail-Client und der Exchange Server durch Open-Xchange ersetzt. In ähnlicher Weise werden Internet Explorer und Microsoft Office durch Firefox bzw. LibreOffice ersetzt. Die letztendlich verwendete Linux-Distribution wird wahrscheinlich Ubuntu sein, da die Stadt Barcelona bereits jetzt rund 1.000 Ubuntu-basierte Desktops als Teil eines Pilotprojekts betreibt. Mit diesem Projekt wird Barcelona die erste Stadt, die sich der Kampagne Public Money, Public Code der FSFE anschließt. Dieser Kampagne der Free Software Foundation Europe (FSFE) liegt ein offener Brief zugrunde, der sich dafür einsetzt, dass öffentlich finanzierte Software freie Software sein sollte. Derzeit wird dieser Aufruf an öffentliche Einrichtungen von mehr als 100 Organisationen und über 15.000 Einzelpersonen unterstützt. Das Geld der Steuerzahler sollte in wiederverwendbare Systeme investiert werden, die dem lokalen Ökosystem offen stehen, sagte Bria gegenüber El País. Mit der neuen Open-Source-Strategie will die Stadtverwaltung von Barcelona verhindern, dass große Summen an Steuergeldern weiterhin für Software-Lizenzen ausgegeben werden, und dadurch die Abhängigkeit von proprietären Anbietern durch Verträge verringern, die zum Teil bereits vor Jahrzehnten geschlossen wurden. Darüber hinaus fördere Open-Source-Software die Wiederverwendung von Quellcode, so Bria. Anwendungen, die von der Stadt Barcelona entwickelt und öffentlich zugänglich gemacht werden, können in anderen Gemeinden Spaniens oder weltweit eingesetzt werden.“

 

>>Linux-Magazin<<

„Die aus einer so genannten Jamaika-Koalition aus Bündnis 90/Die Grünen, CDU und FDP bestehende Landesregierung Schleswig Holsteins hatte bereits im Koalitionsvertrag den Einsatz von Open Source als Alternative zu Microsoft-Produkten festgeschrieben. Nun hat der Landtag einen Antrag angenommen, der, wenn möglich, den Einsatz von Open Source Software empfiehlt. Im vom Landtag angenommenen Antrag der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, CDU und FDP heißt es: „Neben dem Einsatz kommerzieller Software muss hierbei Open-Source-Software eine besondere Rolle spielen. Dies ist notwendig, um die wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von einzelnen Herstellern und Lizenzmodellen zu verhindern.“ Der Einsatz von Open Spource bei Schnittstellen, Standards und Software erhöhe auch die Verbrauchersouveränität und ermöglichen innovative(re) Anwendungen, die allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang ermöglichen, ohne hierfür proprietäre Software einsetzen zu müssen, heißt es in der Begründung des Antrags. Im Antrag ist auch formuliert, das Umstellungen auch durch Schulungen begleitet werden. Der Zeitrahmen für eine Umstellung soll durch das IT-Management ermittelt werden. Dafür ist eine Frist bis zum ersten Quartal 2020 vorgesehen, zu dem das IT-Management berichten soll, wie und in welchem Zeitfenster das Ziel der vollständigen Ablösung von Closed Source durch Open-Source-Software zu erreichen ist.“

 

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