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Linux versus Windows: Wie Microsoft die IT-Abteilung der Stadtverwaltung führt

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Die Stadt Schwäbisch Hall hat gezeigt, dass eine Migration auf offene Systeme möglich und machbar ist.“ So die Stadtverwaltung: Als selbst gezogenes Fazit zum Umstieg auf Quell-Offene Software. Leider verhallen weitestgehend ungehört diese Erkenntnisse in den Behördenfluren. Auf vielen Behördenrechnern laufen immer noch Windows-Betriebssysteme: Trotz teurer Lizenz-Gebühren und ausufernde Kosten für neue Rechner. Beim Thema Microsoft, spielt Steuergeld keine allzu große Rollen. Auch Sicherheitsrisiken des Windows-Betriebssystemen werden regelmäßig in dem Wind geschlagen. Dabei gibt es durchaus Alternativen – auch für Großstädte – die jahrelang im erfolgreich Einsatz waren: Das Ende von Linux für die Stadt München, ließt sich ein bisschen wie ein Kriminalroman. Unscheinbar im Hintergrund, setzt der Konzern aus Redmond, seine eigene Firmenpolitik durch.

Die unheimliche Macht von Microsoft

>>Hannoversche Allgemeine<<

„Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat vor einer kritischen Windows-Sicherheitslücke gewarnt. Sie befindet sich im Fernwartungsdienst und könne ohne Zutun des Nutzers ausgenutzt werden, warnt die Behörde – etwa für einen Angriff mit Schadsoftware, die sich wurmartig selbst weiterverbreitet.“

Windows-Sicherheitslücken: Wenn IT-Sicherheit plötzlich keine Rolle spielt

Sicherheitslücken im Windows-Betriebssystem: Daran hat noch nie ein Mangel geherrscht. Zum Schließen dieser Lücken, hat der Konzern aus Redmond es noch nie allzu eilig gehabt: Mancheselbst schwerwiegende Sicherheitslücken – waren jahrelang offen. Erst diese Schwachstellen, bereiten den Boden für folgenschwere Hackangriffe vor: Offene und bekannte Sicherheitslücken bieten für Hacker ein idealen Angriffspunkt, um Schadsoftware zu installieren. Kurzum: Ein offenes Luxusauto mit steckenden Schlüssel, weckt natürlich Begehrlichkeiten. Eigentlich verbieten sich – alleine aus Sicherheitsgründen – der Einsatz von Windows-Betriebssystemen auf Behörden-Rechnern. Aber „Unsicherheit“ ist gewissermaßen: Ein Teil des Geschäftsmodells von Unternehmen Microsoft.

Künstliche „Unsicherheit“ als Geschäftsmodell

>>Der Tagesspiegel<<

„Auf Zehntausenden Behördenrechnern in Berlin läuft ein altes Betriebssystem. Bald endet der Support – und das Update klappt nicht recht. … Eine dem Tagesspiegel vorliegende Antwort der für die Informations- und Kommunikationstechnik zuständigen Staatssekretärin Sabine Smentek (SPD) auf Anfrage des FDP-Politikers Bernd Schlömer zeigt: Der aktuelle Stand der System-Umstellungen lässt fragwürdig erscheinen, dass Berlin die Frist einhalten kann.“

Fehlendes Update: Warum tausende funktionstüchtige Rechner plötzlich Schrott sind

Streng genommen ist es wohl eher ein Upgrade statt ein Update. Die Neuinstallation eines Betriebssystems kostet nicht nur Zeit, sondern ist teilweise Unmöglich. Grund: Alte Rechner sind nicht selten zu leistungsschwach für ein neues Betriebssystem. In diesem Fall läuft es entweder auf eine Neuanschaffung von Hardware hinaus. Oder eine Lösung die Microsoft vermutlich noch viel besser gefällt: Ein sehr kostspieliges „Spezial-Update“ .

Spezial-Update“ – Wie Microsoft Kasse macht

>>Der Tagesspiegel<<

„Schlömer: „Man muss davon ausgehen, dass der Senat nach der gescheiterten Windows-XP-Umstellung sein Versagen auch bei der nun anstehenden Umstellung nahtlos fortsetzt.“ Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre bahne sich ein „Chaos“ an, auch weil die nötigen Konsequenzen aus der Vergangenheit nicht gezogen worden seien.“

Auslaufen eines Betriebssystems kommt einer Staatskrise gleich

Geschichte wiederholt sich bekanntlich nicht: Aber hier sind die Parallelen doch schon verblüffend. Immer wenn der Konzern Microsoft beschließt eines seiner Betriebssysteme auslaufen zu lassen: Bricht auf der anderen Seite des Atlantiks regelmäßig eine „Staatskrise“ aus. Die Lernresistenz der Öffentlichen-Verwaltung, verblüfft dabei ebenso immer wieder auf `s Neue.

Abhängigkeit von Windows: Wie in einer Bananen-Republik

>>Kommentar – Anonymer Autor<<

“ LiMux … Es wäre ja schon vieles fertig gewesen, es hat auch schon funktioniert. Siehe auch LVM Versicherungen. Linux ist verfügbar! Man muss es nur benutzen!“

LiMux: „Man muss es nur benutzen!“

LiMux – hatte einst die Stadt München zum großen Teil selbst entwickelt und jahrelang erfolgreich im Einsatz. Das Linux-System lief problemlos auf vielen Rechnern: Um die Sicherheit, sowie die nötigen Updates kümmerte sich die Stadtverwaltung München in Eigenregie. Vermutlich auf politischen Druck von Microsoft, wurde das Projekt jäh beendet: Diese Entscheidung löste bei vielen Beteiligten nur Kopfschütteln aus. Ein Gespräch mit dem ehemaligen Ober-Bürgermeister von München, klingt ein bisschen so: Als würde Microsoft die IT-Abteilung der Stadt München verwalten: Von Millionen-Euro an Kosten, Diktat und regelrechten Drohungen ist die Rede.

Umstieg auf Linux: Wenn der Microsoft-Chef zum Gespräch bittet

>>Stadt Schwäbisch Hall<<

„Die Stadt Schwäbisch Hall ist einer der Pioniere in der Umstellung der EDV auf offene Systeme. Sowohl die Infrastruktur als auch Desktops werden nahezu vollständig auf Linux Systemen betrieben. Zentrale Themen wie Office und Groupware sind mit OpenSource Software umgesetzt. Die Stadtverwaltung fördert die Entwicklung von Fachverfahren auf Basis freier und offener Software, die nicht nur im Öffentlichen Dienst eingesetzt werden können.“

„Stadtverwaltung fördert die Entwicklung von Fachverfahren auf Basis freier und offener Software“

Die Stadt Schwäbisch Hall nutzt nicht Linux, sondern macht zugleich praktisch Werbung für freie Betriebssysteme und freie Programme. Weit ab des Gängelbandes von großen IT-Firmen, ist der Einsatz von Quell-Offener Software also sehr wohl möglich und auch wirtschaftlich sinnvoll: Denn neben den reinen Lizenz-Gebühren für Windows-Betriebssysteme, muss auch regelmäßig völlig intakte Hardware ausgetauscht werden. Die Programme von Microsoft, stellen schon seit jeher hohe Anforderungen an die Rechner.

 

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