Militär und Raumfahrt: Die geheimen Missionen abseits der Öffentlichkeit

Screenshot youtube.com

Deutscher Astronaut auf der ISS“ So titelt in großen Lettern der staatliche Rundfunk. Der Raumfahrer Sigmund Jähn, trug seinerzeit noch die Bezeichnung „Kosmonaut“ – angelehnt an die damalige Sowjetunion. Hingegen „Astronaut“ ist eindeutig von den Amerikanern entlehnt. Die Chinesen nennen ihre Raumfahrer ganz selbstbewusst Taikonaut. Dieses Selbstbewusstsein scheint hierzulande zu fehlen. Im Allgemeinen sind alle Weltraumprogramme stark von Militär und Geheimdiensten geprägt. Die Wissenschaft wird zwar gerne als Aushängeschild verwendet, fristet aber eher ein Schattendasein. Viele Missionen im Weltall unterliegt strenger Geheimhaltung und nur wenig davon dringt an die Öffentlichkeit.

>>Zeit<<

„Die DDR jubelte, die SED triumphierte. Schließlich hatte der Sozialismus endlich einmal bewiesen, dass er dem Westen überlegen ist. Der Himmel war nicht mehr blau, sondern rot, und der Genosse Sigmund Jähn wurde über Nacht berühmt. Schließlich war der NVA-Offizier am 26. August 1978 der erste Deutsche, der an Bord einer russischen Weltraumrakete ins All flog und in der Raumstation Sojus 6 innerhalb von acht Tagen insgesamt 125 Mal die Erde umkreiste.“

Es war auch gleichzeitig der letzte Ostdeutsche der zu den „Sternen“ flog und das, selbst Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung. Das Militärangehörige in den Weltall fliegen (vorzugsweise von den Luftstreitkräften) ist mitnichten ungewöhnlich. Thomas Reiter flog mehrmals ins All und hat es sogar zum Brigadegeneral gebracht. Die Raumfahrt hängt sich gerne das wissenschaftliche Mäntelchen über, aber in Wirklichkeit ist es die Angelegenheit von Militär und Geheimdienst. Die ersten wirklichen Raketen, die Aggregat 4 hatten als Nutzlast Sprengstoff und explodierte beim Aufschlag. Noch bevor man technisch in der Lage war, Spionagesatelliten dauerhaft im All zu stationieren, flogen bereits die ersten Suborbitalen Flugobjekte im Weltall und machten Spionagefotos.

>>Welt<<

„Zum 50. Jahrestag des ersten bemannten Raumfluges gibt Russland den Kommissionsbericht über den Tod des Kosmonauten frei: Er war ein höchst unerfahrener Pilot. … Nach dem ersten künstlichen Objekt in der Erdumlaufbahn, dem Satelliten „Sputnik“ 1957, und dem ersten Lebewesen, der Hündin „Laika“ an Bord von „Sputnik 2“ war auch der erste Mensch, der ins All startete, ein Russe. … Der jetzt vollständig freigegebene Untersuchungsbericht vom 4. September 1968 zeichnet ein völlig anderes Bild. Juri Gagarin war anders als von den sowjetischen und allen anderen Ostblock-Zeitungen öffentlich dargestellt kein herausragender Pilot, sondern ganz im Gegenteil weitgehend unerfahren. Bis zu seiner Nominierung zum Kandidaten für den ersten Start ins All im März 1960 hatte Gagarin insgesamt lediglich 247 Flugstunden absolviert, davon sogar nur 23 unter schwierigen Wetterbedingungen. 1961/62 flog er gar nicht als Pilot, 1963 lediglich neun Stunden und 1964 wieder nicht. Erst ab 1965 saß der erste Kosmonaut wieder regelmäßiger in einem Cockpit, doch niemals mehr als 46 Stunden im Jahr, was nach den sowjetischen Richtlinien nicht genügte, damit er seine Zulassung zum Steuern von Düsenflugzeugen behielt. Das aber war für den Sowjet-Helden Gagarin natürlich kein Problem.“

 

>>Zeit<<

„Während Sojus-Raumschiffe heute strikt nach Fahrplan zur Raumstation ISS pendeln, verliefen die geheimnisumwitterten frühen sowjetischen Weltraumexpeditionen oft abenteuerlich. Raketenexplosionen, eine eisverkrustete Raumstation, dramatische Notlandungen in der Einöde und andere bizarre Episoden lassen begreifen, wie viel Mut dazu gehörte, sich den frühen Raumkapseln anzuvertrauen und erstmals in jene lebensfeindlichen Weiten vorzudringen, die noch nie ein Mensch bereist hatte. März 1965: Alexej Leonow steigt als erster Mensch aus einer Raumkapsel ins freie All hinaus. Die Welt staunt über Filmaufnahmen mit der riesigen Erde im Hintergrund. Was danach geschieht, wird von der Zensur bis zum Zerfall der UdSSR verschwiegen: Der aufgeblähte Raumanzug passt nicht mehr in die Luftschleuse, nur mit größter Kraftanstrengung quetscht sich Leonow zurück ins Raumschiff. Eine unpräzise Bremszündung und die misslungene Abtrennung des Versorgungsmoduls lassen die Kapsel dann im tiefsten Sibirien niedergehen, in endlosen verschneiten Wäldern, 2000 Kilometer vom geplanten Landegebiet entfernt. Sie gilt als verschollen, im sowjetischen Radio wird vorsorglich Trauermusik gespielt. Als man die Kosmonauten findet, werden Hilfsgüter abgeworfen, eine Hubschrauberlandung ist im Wald aber unmöglich. Erst nach zwei Nächten gelingt eine Bergung auf Langlaufschiern. … Januar 1969: Zwei Sojus-Raumschiffe koppeln, Kosmonauten klettern außen hinüber in die andere Kapsel. Was keiner weiß: Dies ist die Generalprobe für den Umstieg in die sowjetische Mondfähre, die keine Umstiegsluke besitzt. Erst 1996 wird im Westen bekannt, dass eine der beiden Kapseln beim Wiedereintritt in die Atmosphäre fast verglüht wäre: Fern vom Landegebiet schlägt sie in der tief verschneiten kasachischen Steppe auf, Kosmonaut Boris Wolynow prallt auf das Instrumentenpult und schlägt sich Zähne aus. Draußen hat es minus 36 Grad Celsius, er wird erfrieren, falls Suchtrupps ihn nicht bald finden. Langsam stapft er zu einer fernen Rauchfahne und klopft bei einer einsamen Hütte an: Er komme aus dem Weltraum und wolle sich aufwärmen. Die Suchhubschrauber finden nur das leere Raumschiff, während Wolynow bereits eine heiße Suppe schlürft. … April 1975: Beim Start zweier Kosmonauten misslingt die Abtrennung einer Raketenstufe, die Sojus-Kapsel muss am Fallschirm im Altai-Gebirge notlanden, wo sie einen Abhang hinab rollt und kurz vor einer Schlucht zum Stillstand kommt. Rettungstrupps scheitern an Schneebrettern, erst am nächsten Tag können die beiden Russen per Helikopter an einem Seil geborgen werden.“

Angesichts der Zuverlässigkeit von diversen Raketensystemen, ist es wenig verwunderlich, warum der unerfahrene Pilot Juri Gagarin ins All geschossen wurde. Eine Flugstunde kostet viel Geld und die Ausbildung eines Piloten verschlingt ein Vermögen. Der „Wert“ eines erfahrenen Flugzeugführers, ist kaum in Geld aufzuwiegen.

>>Web.de<<

„In Zeiten des Kalten Krieges war die Eroberung des Weltalls ein Prestige-Projekt in den USA und in der UdSSR. Beide Supermächte verkündeten Erfolge und hielten Misserfolge geheim. Kein Wunder, dass sich daraus zwischen 1957 und 1965 auch der Mythos der Phantom-Kosmonauten entwickelte. Zahlreiche Männer des sowjetischen Raumfahrtprogramms sollen in dieser Zeit im All verloren gegangen sein. Mehrfach soll es außerdem merkwürdige Funksprüche gegeben haben, die keiner Raumfahrt-Mission zugeordnet werden konnten. Belege für diese Theorie? Fehlanzeige.“

Jedoch es gibt tatsächlich Belege für diese Theorie. Besonders in Vergangenheit wurden diese Fakten ganz anders aufgenommen, selbst große Zeitungen publizierten damals ganz nüchtern über diese Vorkommnisse. Angesichts der bekannten Eskapaden, Rund um das sowjetische Raumfahrtprogramm, wäre die Tatsache, das ein paar Kosmonauten im All verschollen sind oder sein sollen, eigentlich wenig verwunderlich. Das Dilemma: Es ist ein Ausdruck des modernen Zeitgeistes, kaum ein Journalist schaut heute noch kritisch den Militär oder Geheimdienst auf die Finger. Mit Geheimdienstinformationen verhält es sich zum Teil wie mit Atomwaffen, die Möglichkeit sich Gegenseitig auszulöschen, verhindert teilweise deren Einsatz. Natürlich hätten die Amerikaner ihr gesammeltes Wissen über die Sowjetunion offen legen können, um damit den „Klassenfeind“ zu schaden. Allerdings käme kurze Zeit später postwendend die Retourkutsche. Denn es ist sicherlich davon auszugehen, dass die Amerikaner ihrerseits, auch über dunkle Geheimnisse verfügen, die besser von der Sowjetunion unter Verschluss bleiben. Beispiel: Das amerikanische Space Shuttle dürfte das bekannteste Transportmittel ins All gewesen sein. Die Flüge fanden in Regel in aller Öffentlichkeit statt und wurden von vielen Kameras gefilmt. Allerdings hatte das Space Shuttle noch einen zweiten Startplatz, am anderen Ende der USA und zwar an der kalifornischen Westküste. Die Vandenberg Air Force Base ist ein Militärstützpunkt und weitab jeder Öffentlichkeit. Auch heute noch starten dort regelmäßig Raketen, ohne das es darüber eine nennenswerte Berichterstattung gibt.

 

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