Militärische Überlebenskunst beim Blackout: „Kann man auch ohne Strom eine nahrhafte Mahlzeit zubereiten?“

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Kann man auch ohne Strom eine nahrhafte Mahlzeit zubereiten?„- Diese Fragestellung ist auf der Webseite des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nachzulesen. Das „Notfallkochbuch“ ist tatsächlich für ein Szenario für einem längeren Stromausfall ausgelegt.

„Lebensmittelgeschäfte sind geschlossen“ – „Herd und Kühlschrank verweigern ihre Dienste“

>>Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe<<

„Das Ausgangsszenario für den Rezeptwettbewerb ist ein länger anhaltender Stromausfall von ein paar Tagen. Die Lebensmittelgeschäfte sind geschlossen, ein Zugang zu frischen Lebensmitteln ist somit nicht mehr möglich. Herd und Kühlschrank verweigern ihre Dienste. Ohne Strom bleibt auch die gewohnte Wasserversorgung aus. Die Zubereitung einer Mahlzeit für die Familie wird in solch einer Situation zu einer echten Herausforderung.“

„Ohne Strom bleibt auch die gewohnte Wasserversorgung aus“

Wirklich interessant ist aber nicht das „Notfallkochbuch“ – sondern das eigentliche Interesse sollte vielmehr auf eine andere Tatsache gerichtet sein: Was genau ist unter „ein länger anhaltender Stromausfall von ein paar Tagen“ zu verstehen? Sollen damit zwei Tage, zwei Wochen oder sogar zwei Monate gemeint sein? Denn echte Blackouts hat es schon gegeben.

„250.000 Menschen mussten bis zu drei Tage und Nächte ohne Strom ausharren“

>>Wetter Online<<

„Umgeknickte Strommasten, massive Stromausfälle und eingeschneite Autofahrer: Rund um den 25. November 2005 haben heftige Schneefälle zum größten „Blackout“ der Geschichte der Bundesrepublik geführt. Mehr als 250.000 Menschen waren besonders im Münsterland davon betroffen. … Rund 250.000 Menschen mussten bis zu drei Tage und Nächte ohne Strom ausharren, in der Kleinstadt Ochtrup mit ihren 19.000 Einwohnern sogar sechs Tage. Hilfskräfte steckten selbst im Schnee fest und konnten die abgeschnittenen Orte nicht so schnell versorgen.“

Blackout – Sechs Tage ohne Strom & Hilfskräfte: „Konnten die abgeschnittenen Orte nicht so schnell versorgen“

Sechs Tage ohne Strom? – Allerdings hat es sich beim „Münsterländer Schneechaos“ noch um minderschweres Szenario gehandelt. Schließlich war kein Großstadt – inklusive ihren No-Go Areas – betroffen. In manchen Großstädten reichen bereits ein paar Stunden an Stromausfall aus, um Krawalle auszulösen. Doch schon die Nahrungsmittelversorgung für sechs Tage – ohne Strom – kann eine echte Herausforderung sein. Viele Lebensmittel sind Ungekocht schlicht ungenießbar. Genau an dieser Stelle wäre eine echte Risikoanalyse zu erwarten.

„Unsere Risikoanalyse zeigt, womit wir im schlimmsten Fall rechnen müssen“

>>Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe<<

„Auf das Unglaubliche vorbereitet sein: Ein Schweres Erdbeben am Rhein – Analyse listet auch Handlungsbedarf auf „“Unsere Risikoanalyse zeigt, womit wir im schlimmsten Fall rechnen müssen, wie dann reagiert werden könnte und welche vorbereitenden Maßnahmen schon heute getroffen werden sollten. … “

Was ist mit der Risikoanalyse für einen Blackout?

Zwar sind Risikoanalyse zu sogar recht exotischen wie Themen „Schweres Erdbeben am Rhein“ zu finden: Aber die gleichlautende Risikoanalyse zu Blackouts ist nicht vorhanden. Vermutlich ist diese sehr wohl existent, aber jene wurde als „Geheimeingestuft. Was so nebenbei die Sinnhaftigkeit dieser ganzen Behörde mal infrage stellt. Jedoch das „Notfallkochbuch“ – inklusive die dazugehörigen Vorbereitungen – machen halt nur Sinn: Wenn das zu zugrundeliegende Szenario vorher bekannt sei. Streng genommen: Es handelt sich hierbei eher um militärische Angelegenheiten. Und die Soldaten können auf ein etwas anderes „Notfallkochbuch“ zurückgreifen: – Einmannpackung oder kurz EPa.

Einmannpackung: „Sofort essbares Nahrungspaket für Soldaten“

>>Camper Style<<

„Die Abkürzung EPa steht für „Einmannpackung“ und kommt ursprünglich aus der Bundeswehr. Es handelt sich hierbei um ein haltbares, sofort essbares Nahrungspaket für Soldaten, die sich auf einem Außeneinsatz befinden. Welche Inhalte in dem Notfallnahrungs-Set sind, hängt von dem Hersteller und dem jeweiligen Produkt ab. Bei den Epa handelt es sich oft um haltbare, handelsübliche Produkte. Notfallnahrungen eignen sich als Tagesration für Outdoor-Ausflüge, für Campingtouren und als Vorrat für zu Hause.“

Einmannpackung – Das „Notfallkochbuch“ der Bundeswehr

Die englische Bezeichnung für „Einmannpackung“ lautet hierfür Meal, Ready-to-Eat – kurz MRE – und gefühlt jede Armee der Welt ist damit ausgestattet. Diese „Einmannpackungen“ sind auch im zivilen Handel erhältlich. Anders als der Name vielleicht suggeriert: Diese Rationen sind nicht nur auf das Thema „Essen“ beschränkt und das grundlegende Konzept ist auch auf dem Blackout anwendbar. Gerade in Notsituationen treten eine Fülle von Problemen auf einmal auf. In einer Einmannpackung ist alles notwendige für 24 Stunden enthalten und sie kann somit im Notfall etwas zeitliche Luft schaffen. Außerdem können diese Rationen in einer Krise als Tauschmittel eingesetzt werden.

 

–W E R Β U Ν G–

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