Öffentliches Blendwerk: Warum ist der rechtskonforme Einsatz von Windows 10 unmöglich?

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Der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik gibt „erstaunliches“ zu Protokoll: Er sieht „eine kritische Abhängigkeit der Bundesverwaltung von Microsoft“ gegeben. Tatsächlich ist die „Erkenntnis“ gar nicht mal so neu: Allerdings nun steht es – Schwarz auf Weiß – auf einer öffentlichen Webseite. Microsoft-Produkte sind in der Öffentliche Verwaltung weit verbreitet, doch besonders bei Windows 10 dürfte es fraglich sein: Ob diese Betriebssystem über eingesetzt werden kann.

„Eine kritische Abhängigkeit der Bundesverwaltung von Microsoft“

>>Der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik (PDF-Datei) <<

„Diese strategische Marktanalyse gibt ein Rahmenwerk zur Bewertung von Abhängigkeiten von Software-Anbietern. Die darauf aufbauende Bewertung zeigt eine kritische Abhängigkeit der Bundesverwaltung von Microsoft auf. Aus den Maßnahmen anderer Organisationen zur Reduzierung der Abhängigkeit von Microsoft lassen sich mögliche Strategien, Erfolgsfaktoren und entsprechende Handlungsoptionen für die Bundesverwaltung ableiten. Die Analyseergebnisse unterstreichen den Handlungsdruck, der zeitnahe Entscheidungen bezüglich des weiteren Vorgehens erfordert.“

„Reduzierung der Abhängigkeit von Microsoft“

Allerdings stammt Schlussfolgerung nicht von der Behörde selbst, sondern von einer externen Beratungsfirma: Vermutlich hat die „Erkenntnis“ der Bundesregierung viel Geld gekostet. Die Öffentliche Verwaltung hätte sich viel Geld sparen können, wenn sie einfach der Empfehlungen der Lausitzer Allgemeinen Zeitung gefolgt wäre: Schon vor langer Zeit wurden die Kosten, Abhängigkeit und Sicherheit von Microsoft-Produkten kritisiert. Deshalb – Lausitzer Allgemeinen Zeitung: Geben Sie sich nicht mit Weniger zufrieden.

Windows-Betriebssystemen: Ständig steigende Rechnerleistung sorgen für Elektromüll

Besonders seit dem Auslaufen von älteren Windows-Betriebssystemen, tauchen eine Reihe von neuen – und alten – Problemen auf: Das „neue“ Betriebssystem von Windows 10 erfordert selbst innerhalb der laufenden Version – in der Praxis – ständig neue Hardwareanforderungen. Dem Computer einfach „Aktualisieren“ hat schon bei Manchen für eine böse Überraschung gesorgt: Aber damit noch lange nicht genug.

Windows 10: „Auf dem Radar der Datenschutzaufsichtsbehörden“

>>Datenschutzbeauftragter<<

„Das bekannte Betriebssystem Windows 10 ist nicht erst seit gestern auf dem Radar der Datenschutzaufsichtsbehörden. Nun hat die Konferenz der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder (DSK) ein Prüfungsschema herausgegeben.“

Das „Prüfungsschema“ zur Datenschutzgrundverordnung birgt jede Menge Sprengstoff

Das „Prüfungsschema“ zur Datenschutzgrundverordnung birgt bei einer rechtskonformen Anwendung in Wahrheit jede Menge digitalen Sprengstoff. Vereinfacht: Die Datenschutzgrundverordnung regelt im klassischen detailverliebten Behördendeutsch: Die Verarbeitung von Daten. Doch bei Windows 10 handelt es sich weniger um ein Betriebssystem, sondern mehr um eine virtuelle Umgebung, die ständig Daten in die USA sendet.

Datenschutzgrundverordnung versus Windows 10

Das simpelste Möglichkeit hierfür wäre: Die Computer einfach vom Internet zu trennen, was in der Praxis aber kaum funktionieren dürfte. Andernfalls müsste überprüft werden, ob Windows 10 den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung entspräche, was ebenso aussichtslos sein dürfte: Da der Quellcode von Windows 10 nicht einsehbar ist, kann hierzu – definitiv – keine seriöse Prüfung stattfinden. Selbst unter der – aussichtslosen – Annahme, das Microsoft den Quellcode offenlegen oder die Einsicht gestatten würde, müsste – nach jeder – Aktualisierung von Windows 10: Eine erneute Datenschutzprüfung stattfinden.

Quellcode von Windows 10 ist nicht einsehbar

Kurzum: Der rechtskonforme Einsatz von Windows 10 ist in Behörden faktisch ausgeschlossen: Auch wenn alle Beteiligten das Gegenteil behaupten mögen.

Warum ist der rechtskonforme Einsatz von Windows 10 unmöglich?

Die ganze Posse rund um Windows 10 und der Datenschutzgrundverordnung dürfte auch ein bisschen Exemplarisch für die Gesamtsituation stehen: Bürger und Unternehmen mit weltfremden Gesetzen schikanieren, die so Komplex und Widersinnig sind: Das nicht mal die Behörden selbst sie einhalten wollen. Allerdings speichern und verarbeiten Behörden zahlreiche sensible Daten, eigentlich müsste – gerade dort – der Datenschutz einen hohen Stellenwert einnehmen: Aber alleine der Einsatz von Windows 10, belegt genau das Gegenteil. Denn selbst unter Fachleuten ist das Betriebssystem nicht so recht geheuer.

 

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