Parteipolitik: Wenn der Verlust von Arbeitsplätzen niemanden interessiert

Screenshot leag.de

Der Jänschwalder Kraftwerksblock F ging in  die Sicherheitsbereitschaft. Damit verschwanden auf einen Schlag 1.500 Arbeitsplätze. Ein herber Verlust für die Lausitz, aber die hohe Politik sieht das völlig anders. Um genau zu sein: Die Politiker verlieren darüber keine einzige Silbe, sondern schweben gewissermaßen auf Wolke Sieben und Phantasieren irgendetwas von Chancen. Was sie damit eigentlich meinen? Wissen sie vermutlich selbst nicht so genau.

>>Handelsblatt<<

„Frau Verlinden, halten Sie es für realistisch, in der Lausitz neue Industriearbeitsplätze zu schaffen?

Verlinden: Ja, durchaus. Das Thema Batteriezellenfertigung hat Herr Neumann gerade schon erwähnt, aber es gibt ja noch ganz andere Formen der Energiespeicherung, die man in der Lausitz erforschen und später auch wirtschaftlich nutzen könnte.“

Es handelt sich hierbei um die Parteifunktionärin Julia Verlinden – ihren Lebenslauf in Kurzfassung ließt sich ungefähr wie folgt: Kreißsaal, Hörsaal und Abgeordnetenbank. In der freien Wirtschaft hat sie noch nie gearbeitet, dennoch ist sie „Sprecherin für Energiepolitik“ .  Was sie dazu qualifiziert? Das bleibt das interne Geheimnis der Partei der Grünen. Die angesprochene Batteriezellenfertigung: Damit ist in wohl Tesla gemeint. Es gibt eine Initiative, die sich dafür einsetzt, Tesla in die Lausitz zu holen. Grundsätzlich wäre es zwar begrüßenswert, aber realistisch dürfte das Unterfangen wenig Aussichten auf Erfolg haben.

>>Teslamag.de<<

„Musk schwebt eigentlich eine Produktionsstätte an der deutsch-französischen Grenze in der Nähe der Beneluxstaaten vor, mit einer Werbeaktion wollen Cottbuser Aktivisten Tesla nun aber in die Lausitz locken.“

Für den unwahrscheinlich Fall, das Tesla tatsächlich in die Lausitz kommt, würde es nicht mal die bereits weggefallenen Arbeitsplätze kompensieren. Alleine weil ein Kraftwerksblock in die Sicherheitsreserve ging, sind bereits 1.500 Arbeitsplätze verloren gegangen.

>>Julia Verlinden<<

„Der Kohleausstieg muss eng mit dem Thema Strukturwandel verknüpft werden. Wir müssen den betroffenen Regionen verlässliche Perspektiven eröffnen. Wir haben dazu als Grüne schon vor Jahren Ideen entwickelt. Im Idealfall können wir die Regionen zu Gewinnern der Energiewende machen. Die Energiewende bietet ja auch enorme wirtschaftliche Chancen.“

Nur leider verschweigt sie, was das für Ideen und Chancen den eigentlich seien? An Vorschlägen, wo seltsamsten Ideen auf Papier gebracht wurden, daran herrscht kein Mangel. Von irgendwelchen Stromspeichern ist die Rede, die es weder gibt, noch realistische Pläne existieren, um dieses jemals bauen zu können. Der Zweite im Bunde ist ein gewisser Martin Neumann. Dieser wirkt etwas bodenständiger, aber leider nur – etwas.

>>Martin Neumann<<

„Ich komme aus dieser Region. Mir ist wichtig zu betonen, dass dort niemand an der Kohle klebt.“

Schon seit Jahren gibt es Initiativen, Petitionen und Proteste, damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Aussage zeigt eindrücklich, wie weit weg einige Politiker bereits von der Realität sind.

 

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