Rinderzucht in der Lausitz

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Noch in den 1960er Jahren war die Rinderzucht im ländlichen Raum der Lausitz noch weit verbreitet. Das Familien Rinder gehalten haben, gehörte zum ländlichen Raum einfach dazu. Da die DDR zielgerichtet die landwirtschaftlichen Betriebe „kollektivierte“ und man von staatlicher Seite auf Zuteilungen für Futter und andere Dinge angewiesen war, verschwanden viele kleine landwirtschaftliche Betriebe über kurz oder lang. Nach der Wiedervereinigung wurde die Lage keineswegs Besser. Immer mehr Bürokratie, Auflagen und Versicherungen haben die Situation eher noch weiter verschlechtert. Gleichzeitig steigen die Kosten und die unkalkulierbaren Risiken. Viehdiebstähle und Wolfsrisse erreichen immer neue unbekannte Ausmaße. Anders als Umweltschützer und vermeintliche Tierfreunde emsig beteuern, der Wolf ist sehr wohl in der Lage ein Rind zu überwältigen. Jedoch die viel größere Gefahr ist, wenn eine Rinderherde in Panik gerät.

Wenn Rinder Panik bekommen

Der Wolf selbst muss dabei keinen Herdenschutzzaun überwinden, sein Verhalten am Zaun kann schon dazu führen, dass die Rinder in Panik geraten und dann aus dem Gehege ausbrechen. Einerseits, können entlaufene Rinder ungeheuren Schaden anrichten, im schlimmsten Fall kommt es zu Verkehrsunfällen. Anderseits, sind die entlaufenen Tiere nur schwer wieder einzufangen. Allen offiziellen Verlautbarungen und einer jahrtausendenalten menschlichen Zucht zum Trotz, die meisten Rinder sind nach wie vor immer noch halbe Wildtiere geblieben und können problemlos monate- oder manchmal jahrelang in freier Wildbahn überleben. Staatlich-organisierte Einfangaktionen können hierbei richtig viel Geld kosten. Jedoch den Nachweis zu erbringen, dass der Schuldige in diesen Fall der Wolf ist – ist in solchen Fällen praktisch unmöglich. Die behördlichen Stellen weisen geflissentlich jede Verantwortung bei solchen Angelegenheiten weit von sich. Hinzu kommt, der Umgang mit Rindern, will gelernt sein.

1,4 Tonnen schwerer Ochse

Ein 1,4 Tonnen schwerer Ochse mag gewiss die Ausnahme sein, aber schon ein halbwüchsiger Bulle, kann – je nach Charakter des Tieres – von einer Person nicht mehr bewältigt werden. Die Muskelmasse der Tiere, ist mit der von gewöhnlichen Menschen eigentlich nicht zu vergleichen. Natürlich gibt es auch Bestrebungen zahmere Rinder zu züchten, besonders bei großen Fleischrassen ist dies von Vorteil. Allerdings handelt es sich hierbei um schwierige Unterfangen. Nur sehr selten ist ein zahmes Kalb dabei und es gibt keine Garantie darauf, dass dieses Merkmal an die spätere Generation auch weitergeben wird. Außerdem möchte kaum jemand andere Zuchtmerkmal, wie Größe oder Milchleistung dafür aufgeben. Um eine stabile Rinderherde zu entwickeln können gut gerne mehrere Jahrzehnte ins Land gehen, die Tiere selbst mögen einen überschaubaren Marktwert haben, die Zuchtmerkmale sind hingegen manchmal kaum in Geld aufzuwiegen.

Zuchtmerkmale einer Herde als Wirtschaftsgut

Der Verlust von Viehdiebstählen oder Wolfsrissen sind in Wahrheit deshalb kaum zu beziffern. Die junge getötete Ferse, hätte später als ausgewachsene Kuh, selbst viele Jungtiere gebären können und somit den Grundstein für eine neue Zuchtlinie legen können. Auch bleiben bei Rissen oder Diebstählen viele verstörte Tiere zurück und die Handhabung der Verbliebenen, gestaltet sich ungleich Schwieriger. Bei den Verantwortlichen Politikern oder behördlichen Funktionären, stößt man bei genau solchen Problemen auf taube Ohren: „Dafür gibt es kein Formular“ ist noch eine der hilfreichste Antwort. Alleine die Materialkosten zum Schutz vor Wölfen können locker in die Tausende gehen, aus realistischer Sichtweise muss der Betroffene das Meiste sowieso aus eigener Tasche zahlen. Beim Schutz vor Viehdiebstählen gibt es jede Menge bunte Broschüren und zahllose Neunmal-Kluge-Kommentare von Seiten der Polizei und der ganze Rest: „Das ist doch bitte ihr privates Problem“ . Denn der amtliche „Freund und Helfer“ ist nur für die Öffentliche Sicherheit zuständig – was immer dass auch sein mag. Diese Art von Abgehobenheit und Weltfremdheit in dieser Form ist nichmal aus dunklen DDR-Zeiten bekannt. Die neue Bourgeoisie fährt mit mit einen großen Hybrid-Geländewagen zum Biomarkt in der Innenstadt, um sich dort frisch eingeflogene Bio-Äpfel aus Neuseeland zu kaufen. Alles ökologisch und gewiss auch irgendwie Nachhaltig.

 

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