Schiffbruch: Das Ende vieler Verlagshäuser und Zeitungen

Screenshot youtube.com

Kaum eine gedruckte Zeitung bleibt von einer sinkenden Auflage verschont. Der Begriff Zeitungssterben hängt als Damoklesschwert über vielen Verlagshäusern. Nicht wenige Redaktionen, mussten Aufgrund fehlender finanzieller Tragfähigkeit, ihre Pforten bereits schließen. Hinzu kommt ein neues Phänomen: Sinkende Reichweite – auch im Internet.

>>Medienwoche<<

„Die schweizerische Wettbewerbskommission Weko hat eben grünes Licht gegeben für den Zusammenschluss der Regionalzeitungen von AZ Medien und NZZ Mediengruppe. Diese Blätter werden fortan unter einem gemeinsamen Mantel erscheinen. Sprich: Ein Grossteil ihrer Inhalte wird identisch sein. Kritiker erkennen darin – naheliegenderweise – einen Verlust an Meinungsvielfalt. Die Verlage selbst sehen in der Bündelung der Kräfte gerade das Gegenteil, nämlich ein Stärkung der Vielfalt. Das sagt auch Lars Haider, Chefredaktor des «Hamburger Abendblatt», das seine Berichterstattung aus Berlin mit anderen Zeitungen der Funke-Mediengruppe teilt.“

 

>>Mike Schnoor<<

„Der Zeitungsmarkt in Deutschland gerät immer stärker unter Druck. Die Medienvielfalt in Deutschland steht seit einiger Zeit in keinem guten Licht. Immer wieder rütteln aktuelle Schreckensmeldungen an den Grundfesten des Journalismus. Erst die Pleite der „Abendzeitung“ in Nürnberg, gefolgt von der Insolvenz der Nachrichtenagentur „dapd“ und der „Frankfurter Rundschau“ sowie der endgültigen Einstellung von der „Financial Times Deutschland“. Das „Hamburger Abendblatt“ und die „Berliner Morgenpost“ entwickeln sich zu einem Teil der „Welt“, die „Münstersche Zeitung“ verkündet die Schließung einiger Lokalredaktionen. Sie werden nicht die letzten Opfer der deutschen Medienkrise sein. Der einst fruchtbare Acker der deutschen Medienlandschaft wirkt wie ausgesaugt. Eine versandete Ödnis, auf der die Pflanze des Journalismus nicht weiter überlebensfähig wirkt. Wurde der digitale Wandel von deutschen Medienunternehmen überhaupt verstanden? Innerhalb weniger Wochen mussten sich bereits viele Redakteure bereits in Gedanken oder schon mit handfesten Bewerbungen nach einem neuen Job umschauen. Der Arbeitsmarkt für die wichtige vierte Macht im Staate wurde aufgrund dieses Zeitungssterbens von meist berufserfahrenen Journalisten überschwemmt, von denen viele um ihre berufliche Zukunft wohl oder übel bangen müssen. Dieser anhaltende Prozess wird sich für viele von ihnen zu keiner leichten Aufgabe entwickeln. Hinzu kommen natürlich alle anderen Mitarbeiter aus den Verlagshäusern, die mit Anzeigen und Vertrieb, Druck und Logistik oder anderen operativen Tätigkeiten für das Produkt gerade standen. Doch wohin mit der vorhandenen Arbeitskraft, wenn der Markt für journalistische Inhalte eine gewisse Sättigung zeigt? Die unverholene Wahrheit lautet leider: Der deutsche Journalismus sieht sich einer ungewissen Zukunft konfrontiert, die wie in einer Spirale mit immer wieder neuen negativen Schlagzeilen für Furore sorgt. Der Journalist ist dabei nicht das ausschlaggebende Kriterium, denn vielmehr zeugen falsche Entscheidungen für ein Versagen des Zeitungsmarkts. Die ausschlaggebenden Gründe für einen Medienwandel mit Abkehr vom Zeitungsmarkt liegen in erster Linie beim Faktor Geld. Anfallende Kosten müssen refinanzierbar sein, ansonsten ist ein Produkt ökonomisch nicht tragbar.“

 

>>Golem.de<<

„Doch das Problem liegt weitaus tiefer. Bereits im taz-Innovationsreport 2021 wurde erklärt: „Noch bringt die gedruckte Tageszeitung der taz mit Abstand das meiste Geld ein. Aber die Auflage sinkt und der Verkauf von Wochenendabos, ePaper, Kaffee und Fahrrädern kann das nicht ausgleichen. Wir müssen im Netz Geld verdienen und haben mit dem freiwilligen Bezahlen auch ein Modell dafür.“ Die Bezahl-Kampagne „taz zahl ich“ könne nur funktionieren, wenn mehr Menschen die taz im Netz lesen. Aber die Zahl sinke sogar, entgegen dem Branchentrend.“

Neben einer – freiwilligen – Bezahl-Kampagne, verstecken viele Nachrichtenportale ihre Artikel hinter einer Pflicht-Bezahlschranke. Ob dieses Vorgehen langfristig wirklich tragfähig ist, sei dahingestellt. Allerdings einige Beizahlangebote wurden bereits wieder eingestellt. Eine Neuauflage scheint eher unwahrscheinlich.

>>Meedia<<

„Doch es gibt auch Nachrichten-Anbieter, die in den vergangenen 12 Monaten Homepage-Views verloren haben. Süddeutsche.de, stern.de, die Financial Times Deutschland und der Kölner Stadt-Anzeiger auf den ersten 20 Plätzen des Rankings. Die Liste zeigt aber auch, wer allgemein recht schwach in Sachen Homepage aufgestellt ist. Allen voran sind hier das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost zu nennen. In der Aufstellung nach redaktionellen Visits noch auf den Rängen 15 und 27 zu finden, belegt das Duo bei den Homepage-Abrufen nur noch die Plätze 24 und 34. Ein klares Indiz dafür, dass die beiden Websites vor allem Traffic über Google generieren.“

 

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