Soll ein süßes Gebäck die französische Regierung gestürzt haben? – Obskuren Bekenntnisse vieler Falschnachrichten-Jäger

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Die ehemalige französische Königin Marie-Antoinette soll die Klagen der Protestierenden mit einem recht schnippisch Ausspruch abgewehrt haben: „Die Leute haben kein Brot? Dann sollen sie doch Kuchen essen!“ – Das Zitat wird heute gerne als Beleg für vermeintliche Gefährlichkeit für Falschnachrichten herangezogen.

„Die Leute haben kein Brot? Dann sollen sie doch Kuchen essen!“ 

Allerdings handelt es sich dabei eher um ein neuzeitliches Phänomen. Denn in der Vergangenheit hat sich diese Frage so nie gestellt. Teilweise geht die Diskussion sogar soweit: Diese angebliche Falschnachricht habe erst den gewaltigen Regierungssturz herbei geführt. Zumindest stellt es eine gewagte historische These dar.

Soll wirklich eine Falschnachricht die französische Regierung gestürzt haben?

Falschnachrichten sollen also ganze Regierungen stürzen können? Aber genau dieses Mantra passt wunderbar in die heutige Zeit hinein. „Die Leute haben kein Brot? Dann sollen sie doch Kuchen essen!“ – Denn durchaus vergleichbare abgehobene Aussprüche sind auch von heutigen hohen Repräsentanten des Staates geläufig. Und genau da dürfte wohl eher das eigentliche Problem liegen und weniger darin: Ob ein Ausspruch aus dem 18. Jahrhundert nun wirklich der „Wahrheit“ entspräche.

Formen der „Wahrheiten“ – Zwischen feudalen Schlössern und Wohnungsmangel 

Nichtsdestoweniger lässt sich die opulente Schlossanlage des französischen Königshofes noch heute besichtigen und die kann recht deutlich die Echtheit des Zitates helfen zu unterstreichen. Zugleich lassen sich auch leicht moderne staatliche Prunkbauten der aktuellen Regierung finden. Der Bundespräsident residiert in seinem Schloss und das Bundeskanzleramt kann es problemlos mit diversen feudalen Fürstensitzen aufnehmen.

„Falschnachrichten-Jäger“ – Und ihre verschwiegenen Interessenkonflikte 

Steigende Mieten, Grundsteuern oder der Mangel an Wohnungen dürften dort oben kaum als Problem bekannt sein. Das vermeintlich falsche Zitat kann also mit ganz anderen Wahrheiten auftrumpfen: „Die Leute haben kein Brot? Dann sollen sie doch Kuchen essen!“ Zudem sind die allermeisten sogenannten „Falschnachrichten-Jäger“ entweder komplett oder teilweise von staatlichen Steuergeldern abhängig, womit ein Interessenkonflikt sich kaum aus der Welt räumen lässt.

Widersprüche innerhalb der „Falschnachrichten-Jäger“ 

Außerdem herrscht auch innerhalb dieser obskuren „Welt“ viel Uneinigkeit vor. Mal wird das komplette Zitat als „Falsch“ zurückgewiesen und ein anderes mal wird sich am Wort „Kuchen“ aufgehangen. – Gemeint ist damit das französische Wort „Brioche“ , was Zeitgenossen mit „Kuchen“ übersetzt haben. Eine wirkliche Übersetzung für dieses Wort ist bis heute ausgeblieben und das fragliche Gebäck gibt es auch in gegenwärtigen Deutschland zu kaufen unterm Namen: „Brioche“ .

 

–W E R Β U Ν G–

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