Sonne: Der sterbende Stern

Screenshot vimeo.com

Aktivitäten der Sonne gehen beständig zurück. Die Wissenschaft hat sich über die Frage nach den Gründen bereits zerstritten. Dabei gibt es sehr wohl Argumente, weshalb die Sonne ein sterbender Stern ist.

>>Focus<<

„Die Sonnenaktivität hat einen Tiefpunkt erreicht. Einige Forscher warnen vor einer Kaltzeit … Wie sehr sich die Sonnenaktivität verringerte, lassen soeben vorgestellte Daten des Solarsatelliten „Ulysses“ erkennen. Er wird von den Raumfahrtagenturen Nasa und Esa gemeinsam betrieben und läuft seit 1992 auf einem polaren Orbit um die Sonne, das heißt, er überquert jeweils ihren Nord- und Südpol. Ulysses misst unter anderem den sogenannten Sonnenwind, einen von unserem Muttergestirn kontinuierlich ausgesandten Strom elektrisch geladener Teilchen. Sie fliegen je nach ihrem Ursprungsort auf der Sonne mit Geschwindigkeiten zwischen 400 und 1000 Kilometern pro Sekunde davon. Nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler weht der Sonnenwind derzeit so schwach wie noch nie seit Beginn exakter Messungen. „Die Daten unserer Sonde deuten an, dass sein Druck den niedrigsten Wert seit Beginn des Raumfahrtzeitalters erreichte“, erklärt Ulysses-Projektwissenschaftler Dave McComas.“

 

>>Spiegel<<

„Die Sonnenaktivität ist so gering wie zuletzt vor mehr als 100 Jahren. Das könnte auf ein „großes Minimum“ hindeuten, glaubt ein US-Forscher. Die Live-News. Nanu, was ist denn mit unserer Sonne los? Ihre Aktivität ist so gering wie zuletzt vor fast 100 Jahren. US-Forscher Dan Lubin von der Scripps Institution an der Universität von Kalifornien in San Diego wertet das als sicheres Zeichen dafür, dass eine „kleine Eiszeit“ bevorstehen könnte. Das gab es zuletzt in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. … Tatsächlich streiten Sonnenforscher darüber, welche Schlüsse sie aus der aktuell geringen Aktivität ziehen können. „Wir können keine Vorhersagen machen, die über einige Jahre hinausgehen“, sagt Sami Solanki, Direktor des Göttinger Max-Planck-Intituts für Sonnensystemforschung. Der aktuelle Sonnenzyklus sei zwar sehr schwach, was das bedeute, ließe sich aber nicht zweifelsfrei sagen.“

 

>>Spektrum der Wissenschaft<<

„Tief im Inneren der Sonne entstehen bei Kernreaktionen Neutrinos – äußerst leichte, neutrale Teilchen, die kaum mit Materie wechselwirken. Seit dreißig Jahren rätseln Wissenschaftler, warum auf der Erde nur ein Bruchteil der theoretisch zu erwartenden Teilchenzahl nachzuweisen ist. Nun zeigen erste Ergebnisse eines Neutrino-Detektors in Kanada sowie einer ähnlichen Forschungsanlage in Japan, dass sich ein Teil der Neutrinos auf ihrem Weg von der Sonne zur Erde umwandelt und deshalb „unsichtbar“ wird. … Neutrinos sind Elementarteilchen, die keine elektrische Ladung tragen und nur eine klitzekleine Masse besitzen – so klein, dass man jahrelang davon ausging, sie wären masselos. Es gibt drei verschiedene Arten von ihnen: die Elektron-Neutrinos, die Myon-Neutrinos und die Tau-Neutrinos. Unsere Sonne produziert ausschließlich Elektron-Neutrinos – dafür aber Unmengen von ihnen. Ray Davis konnte sie bereits im Jahr 1970 mit einem Detektor in einer ehemaligen Gold-Mine in Süd-Dakota nachweisen, fand aber schon damals heraus, dass gerade mal die Hälfte der theoretisch berechneten Teilchenzahl die Erde traf. Wissenschaftler zerbrachen sich seitdem die Köpfe darüber, warum die Zahl kleiner als erwartet ist. Entweder musste an den Theorie über die Abläufe in der Sonne oder dem Verständnis der Neutrinos etwas falsch sein.“

Die Vorgänge auf und in der Sonne lassen sich mit den heutigen wissenschaftlichen Methoden bestenfalls indirekt nachweisen. Aufgrund der enormen Hitze und Strahlung kommen wissenschaftliche Geräte kaum nah genug heran. Aber die vorhandenen Daten – insbesondere die geringe Anzahl von Neutrinos – lassen wohl den Schluss zu, dass es sich um einen sterbenden Stern handelt, dessen Aktivität kontinuierlich zurück geht. So ähnlich wie der Gasriese Jupiter, besteht die Sonne hauptsächlich aus Wasserstoff: Dieser bildet die Basis für eine unkontrollierte Kernfusion. Die geringe Anzahl von Neutrinos, lassen daher den Schluss zu, dass der Kernbrennstoff zu neige geht.

 

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