Sternenkrieg: „Uneingeschränkten Zugang zum All haben und dort frei operieren können“

Screenshot youtube.com

Der Beginn des Kriegs im Weltall lässt sich auf den Zweiten Weltkrieg zurückführen: Die Vergeltungswaffe 2 (V2) flog in einer Höhe, die – je nach Definition – zum All gerechnet wird. Gegenwärtig findet eine Aufrüstung im Weltall satt, die Bandbreite reicht von der formalen Gründung von Weltraumstreitkräften, über Raketen und Laserwaffen, bis hin zu Raketen, die dauerhaft im All stationiert sind.

>>Rheinische Post<<

„Es folgt der Weltraum als Handlungsraum. Dazu will die Bundeswehr auf ein „Weltraumlagezentrum“ zurückgreifen können. Und sie will die „Fähigkeit zur Planung und Führung eigenständiger streitkräftegemeinsamer Weltraumoperationen“ entwickeln. Als Fakt wird beschrieben, dass die Bundeswehr bereits eine neue Rolle als Nutzer, Betreiber und Bereitsteller relevanter Leistungen im Weltraum angenommen habe. Dabei geht es offenbar insbesondere um den Schutz und die Nutzung von Satelliten. Zusammenfassend hält die Konzeption fest, dass sich die Bundeswehr als „Weltraumakteur“ gegenüber nationalen und internationalen Partnern positioniere.“

 

>>Zeit<<

„Pence verwies auf die Entwicklung von Weltraumwaffen durch Russland und China, die etwa US-Satelliten bedrohen und Navigationssysteme wie GPS stören könnten. „Es ist nicht genug, nur eine amerikanische Präsenz im Weltraum zu haben. Wir müssen amerikanische Dominanz im Weltraum haben. Und das werden wir“, sagte Pence. „Frieden kommt nur durch Kraft. Im Bereich des Weltalls wird die United States Space Force in den nächsten Jahren diese Kraft sein.“ Das Pentagon legte am Donnerstag einen Bericht zum Aufbau dieser Space Force vor. Dazu gehörten unter anderem eine Weltraumentwicklungsorganisation und die Gründung einer Einheit von Experten, die zu „Weltraumkriegsführungsprofis“ ausgebildet würden. Außerdem soll ein neues US-Weltraumkommando ins Leben gerufen werden, „um Weltraumkriegsführung zu verbessern und zu entwickeln“. Im Pentagon-Bericht hieß es weiter, Ziel sei es, „lebensnotwendige US-Interessen im Weltraum zu schützen“. Die USA müssten uneingeschränkten Zugang zum All haben und dort frei operieren können, „um Amerikas Sicherheit, wirtschaftlichen Wohlstand und wissenschaftliche Erkenntnisse voranzubringen“. Die Space Force soll neben dem Heer, der Marine, der Luftwaffe, dem Marineinfanteriekorps und der Küstenwache die sechste eigenständige Teilstreitkraft der USA werden.“

 

>>Spektrum.de<<

„Dabei ist nach Auffassung der Kritiker keineswegs erwiesen, dass sich die Sicherheitslage eines Staats erhöht, wenn er Technologien für eine Kriegführung im All entwickelt. Schließlich seien Satelliten und sogar Waffen in einer Erdumlaufbahn naturgemäß vergleichsweise leicht zu orten, so dass sie ungeachtet aller denkbaren Schutzmaßnahmen höchst anfällig für Angriffe bleiben dürften. Ferner würde die Entwicklung von Antisatellitensystemen mit großer Wahrscheinlichkeit eine extrem kostspielige und unkontrollierbare Rüstungsspirale in Gang setzen, da andere Länder sich gezwungen sähen, mitzuhalten. … Seit Beginn des Weltraumzeitalters entwerfen Verteidigungsexperten mit Blick auf den militärischen Vorteil der „höchsten Höhe“ immer wieder Konzepte für weltraumgestützte oder gegen Satelliten gerichtete Waffensysteme. Die vielleicht bekannteste derartige Initiative war die von Präsident Ronald Reagan betriebene „Strategic Defense Initiative“ (siehe „SDI lebt im Stillen weiter“), die von ihren Kritikern als „Krieg der Sterne“ verspottet wurde. Im Großen und Ganzen jedoch spielten solche Waffen in der Militärstrategie der USA bislang keine Rolle. … Üblicherweise sind Weltraumwaffen als Zerstörungssysteme definiert, die – direkt von der Erde abgeschossen oder in einer Umlaufbahn stationiert – im Weltraum operieren. Neben Antisatellitenwaffen umfasst der Begriff auch Systeme, bei denen bodengestützte Laser über Umlenkspiegel auf Luftschiffen oder Satelliten versuchen, Ziele hinter dem Erdhorizont zu erreichen. Auch orbitale Plattformen, die Geschosse abfeuern oder intensive Strahlung aussenden können, fallen unter die Weltraumwaffen. … Vor kurzem haben einige Befürworter von Weltraumwaffen die genannte Klassifizierung aber um zwei bereits vorhandene Technologien erweitert: interkontinentale ballistische Raketen (ICBM) und bodengestützte elektronische Kriegführungssysteme. Die ganze Diskussion über den Bau von Weltraumwaffensystemen sei darum hinfällig, schließlich existierten diese bereits. Doch wie man auch den Begriff definieren mag, in Expertenkommissionen und militärischen Planungszirkeln stellt man sich weiterhin die alte Frage: Ist es wünschenswert – oder überhaupt möglich –, Antisatellitenwaffen und weltraumbasierte Waffen in die Militärstrategie einer Nation einzubinden? „

 

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