Unbesungene Helden: Wenn Bürger versuchen Attentäter aufzuhalten

Screenshot youtube.com

Nachdem in der Nacht zu Donnerstag ein Kriminalpolizist von einem mutmaßlichen Fahrraddieb mit einem Messer niedergestochen wurde, fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft, dass Berliner Polizisten auch außerhalb des Dienstes wieder Waffe tragen dürfen. „In Zeiten terroristischer Bedrohung und messerstechender Fahrraddiebe kann kein Innensenator den Bürgern und seinen Polizisten erklären, warum die Schusswaffe außerhalb des Dienstes nicht mehr getragen werden darf“, schrieb Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolg), auf Twitter.“ Der Vollständigkeithalber sei erwähnt: Messerstechereien gehören in Berlin faktisch zu Tagesordnung. Und ein Polizist in Freizeitkleidung, unterscheidet sich kaum von einen gewöhnlichen Bürger. Interessant ist jedoch die Doppelzüngigkeit der Polizeigewerkschaft: Nur Beamte sollen sich verteidigen dürfen und alle übrigen Bürger haben demnach das Nachsehen. Obwohl alle Bürger unter den selben Sicherheitsaspekten leben müssen und genauso gut in eine Messerstecherei geraten können. Jedoch diese einfach Tatsache: Ficht die hohen Funktionär der Polizeigewerkschaft nicht an. Stattdessen setzen die sich dafür ein: Sogar den Verkauf von Pfefferspray einzuschränken.

>>Rheinische Post<<

„Der Tagesspiegel Michael Mertens, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sieht den Einsatz solcher Sprays sehr kritisch. „Besonders in Diskos, Gaststätten oder Straßenbahnen kann das fatale Folgen haben und eine Panik auslösen“, betont Mertens. Er weist darauf hin, dass es Staaten gibt, in denen das Mitführen solcher Sprays grundsätzlich verboten ist. „Das würde ich hierzulande auch gut heißen, aber man müsste das natürlich auch kontrollieren“, sagt Mertens. Der Verkauf dieser Sprays müsste auf jeden Fall strenger kontrolliert werden.“

Das Verhalten des Gewerkschaftsführers der Polizei ist sehr typisch: Eine ganze Weile referiert er darüber, wie gefährlich das Pfefferspray vermeintlich sein soll. Dabei wird er nicht müde, akribisch verschiedene Vorfälle aufzulisten. Aber mit keiner Silbe streift er das Thema Selbstschutz: Nichtsdestoweniger kommen schon in Wochenrhythmus Meldungen über ermordetet und vergewaltigte Frauen oder Mädchen rein. Insbesondere das Pfefferspray, stellt für viele Frauen den letzten Rettungsanker in einer Notsituation da. Auch – Angriffe mit Messern – sowie andere Straftaten nehmen beständig zu. In einen Land wo Kriminalität, Gewalt und Terror zunehmen, sollen ausgerechnet die verbliebenen gesetzestreuen Bürger entwaffnet werden – so zumindest nach der Denkweise der Gewerkschaft der Polizei.

>>Welt<<

„Als der Attentäter Anis Amri am 19. Dezember 2016 einen Lkw seiner Firma zur Waffe machte, wurde Zurawski gleich doppelt getroffen. Da ist die Trauer um seinen getöteten Cousin, der als Fahrer der Spedition zum ersten Opfer des bisher schwersten islamistisch motivierten Terroranschlags in Deutschland wurde. Und da ist Verbitterung ob des Verlusts eines fast nagelneuen Lastwagens – gepaart mit dem Gefühl, als Unternehmer von den deutschen Behörden praktisch alleingelassen worden zu sein. Mit Zurawskis Lastwagen raste Amri damals in die Menge am Breitscheidplatz, tötete elf Menschen und verletzte mehr als 70 weitere. Zuvor hatte er den Lkw-Fahrer Lukasz U. erschossen. Der Verlust des nahen Angehörigen ist für den Speditionsbesitzer aus Sobiemysl bei Stettin (Szczecin) nicht mit Geld abzugelten.“

Der Anschlag ist in vielerlei Hinsicht Sinnbildlich: Der Attentäter hatte weder die Erlaubnis eine Schusswaffe, noch einen einen LKW zu führen. Und das erste Opfer des Anschlags war kein Polizist, sondern der LKW-Fahrer Lukasz U. ; er versuchte noch durch Einsatz seines Lebens – leider vergeblich–  den Attentäter aufzuhalten.

>>All4shooters.com<<

„Die Bürger der Tschechischen Republik haben das Recht, Waffen und Munition zu erwerben, aufzubewahren und zu tragen“, so heißt es in dem neuen Gesetzesentwurf. Das Gesetz soll den Bürgern ermöglichen, aktiv in die Sicherung des Landes einzugreifen. Im Klartext: Mit der Verfassungsnovelle wird tschechischen Waffenbesitzern erlaubt, im Notfall mit ihrer Schusswaffe einzugreifen. „Es ist ein deutliches Zeichen des tschechischen Parlaments, dass es keine Angst hat vor dem eigenen Volk und Bürgern, die eine Waffe haben“, so kommentierte der tschechische Innenminister Milan Chovanec das deutliche „Ja“ des Abgeordnetenhauses. Das Ministerium begründet die Lockerung mit der verschärften Sicherheitslage in Europa. So können die Bürger im Falle eines Anschlags wie in Nizza oder Berlin schneller reagieren und die regulären Sicherheitskräfte wären entlastet.“

 

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