Ungeklärte Morde und dunkle Machenschaften

Screenshot youtube.com

Der Politiker Walter Lübcke wurde auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen und er verstarb wenig später an den Folgen der Tat. Der Fall wirft bis heute zahlreiche ungeklärte Fragen auf. Und steht zudem exemplarisch: Für unzulängliche Ermittlungen und Verstrickungen der hohen Politik.

Worin war Walter Lübcke verstrickt?

>>Spiegel<<

„Der einschlägig vorbestrafte Rechtsextremist Stephan Ernst ist dringend tatverdächtig. … In seinem nun widerrufenen Geständnis hatte Ernst nach SPIEGEL-Informationen unter anderem gesagt, die Tat sei „ein Fehler“ gewesen.“

Woher stammen die SPIEGEL-Informationen?

Zuallererst müsste die Frage lauten: Wie komm der „Spiegel“ eigentlich an diese Informationen heran?  Das Geständnis ist nicht öffentlich einsehbar, also müssen interne Beamte ihr Wissen illegal weitergeben haben. Im Allgemeinen wirft die Tat aber sehr viele Fragen auf. Täter und Opfer hatten keinerlei Beziehung zueinander und ein Raubmord kann eigentlich auch ausgeschlossen werden.

Mordfall: Kannten sich Opfer und Täter?

Das amtliche Narrativ, dass jemand aus puren Hass einem Menschen tötet, wirkt schon sehr Schief: Insbesondere dann, wenn das Opfer kein unbeschriebenes Blatt gewesen ist. Walter Lübcke hatte anscheinend eine lange Liste an Feinden. Er war bekannt dafür, viele in seinen Umfeld vor dem Kopf zu stoßen. Sein energischer Einsatz als CDU-Mann für Windparks, wirft bis heute Fragen auf. Neben seiner offiziellen Biographie, dürfte er in noch ganz andere Seilschaften verstrickt gewesen sein. Die selben Merkwürdigkeiten schließen auch sich beim Täter an.

Verfassungsschutz: „Behördenbekannte Neonazis vom Radar verschwunden“ 

>>Hermann Schaus<<

„In weiten Teilen ist Innenminister Peter Beuth den Fragen ausgewichen, warum zwei einstmals behördenbekannte Neonazis vom Radar verschwunden und ein ganzes Arsenal an Waffen anlegen konnten. Dabei gab der Innenminister auf unsere Frage hin an, dass der Leitung des ‚Verfassungsschutzes‘ die besondere Gefährlichkeit von Stephan Ernst bekannt gewesen sei. 46 Pistolen, Gewehre und Maschinengewehre, plus zahlreiche weitere Waffen und Sprengkörper sind nach aktuellen Erkenntnissen bei Stephan Ernst und Markus H. gefunden worden. Das ist einmal mehr ein Beleg für das Versagen des ‚Verfassungsschutzes. „

Waffen sammeln unter Aufsicht des Geheimdienstes?

Quasi unter – Anleitung des Geheimdienstes – konnte ein „behördenbekannter Neonazi“ richtiges Arsenal an Waffen anlegen. Alleine schon die oberflächliche Betrachtung des Falls zeigt: Offenkundig spielten bei dem Mord an Walter Lübcke ganz andere Ursachen eine Rolle. Auch das widerrufene Geständnis des potenziellen Täters, lässt wohl eher auf einen geplatzten Deal schließen.

Ein widerrufenes Geständnis – Ein geplatzter Deal?

Die hohe Politik, Geheimdienste und kriminelle Gruppen bringen nicht selten eine unheilige Allianz hervor. Walter Lübcke setzte sich politisch massiv für Windkraft ein und war daran zugleich finanziell selbst beteiligt. Durch die Einspeisevergütung für Windenergie, gibt es innerhalb der Branche keine echte Martkwirtschaft: Der Strom muss zu einen festgelegten Preis abgenommen werden. Also – Leicht verdientes Geld und das alles praktisch ohne unternehmerisches Risiko. Der Hacken daran ist: Windparks sind faktisch ohne Gefälligkeitsgutachten hierzulande nicht zu errichten. Denn nahezu überall wächst eine bedrohte Pflanze, fliegt eine streng geschützte Fledermaus oder wandert ein aussterbender Lurch umher. Nur mit sehr „guten Kontakten“ zu den „richtigen Leuten“ sind solche Unbedenklichkeitsgutachten faktisch zu bekommen. Nicht selten verschwindet so auf „wundersame Weise“ eine brütende Greifvogelart spurlos. Denn alleine schon ein Windpark-Gutachten kann die ersten Opfer fordern. Über die dunklen Seiten der vermeintlich „positiven Öko-Energie“ wird allerdings nur sehr selten ein Wort verloren.

Komplex Ökoenergie: Zwischen Gefälligkeitsgutachten und leicht verdienten Geld

Auch war Walter Lübcke poltisch sehr aktiv und bekleidete im Laufe seines Lebens zahlreiche Ämter. Es ist allgemein bekannt: Bei einem Politiker sind die meisten Feinde – nicht in anderen Parteien – sondern in den eignen Reihen zu finden. Walter Lübcke war da sicherlich keine Ausnahme und er dürfte über die Jahre eine beachtliche Liste an Feinden angehäuft haben. Das persönliche Umfeld des Opfers abzuklopfen, sollte eigentlich zum Einmaleins jeder Mordkommission gehören.

Ein Profikiller für ein Handgeld

Und selbst wenn der Mörder gefunden wurde: Kann die Tat ganz andere Hintergründe haben. Ein Auftragsmörder lässt sich für ein paar Tausend Euro anheuern oder jemanden übernimmt für ein „Handgeld“ quasi die „Haftung“ für die Tat. Zahlreiche Variablen sind bei Morden denkbar. Richtige Profikiller lassen es am liebsten ohnehin wie ein Selbstmord aussehen oder schieben die Tat jemand anderen in die Schuhe. Manchmal soll aber – ein Mord – auch wie ein Mord aussehen: Um gewissermaßen eine Botschaft an Dritte zu senden. Frei nach dem Motto: Leg dich nicht mit uns an. Besonders dann, wenn Opfer und Täter so gar nichts miteinander zu tun haben, sollten eigentlich bei jeden Kriminalbeamten – oder misstrauischen Bürger – alle Warnlampen rot aufleuchten.

Gut bewachte Politiker: Mord aus nächste Nähe ist kaum vorstellbar

Aber genau hier beginnen die Probleme: Die Polizei ist den Innenministerium unterstellt und das wird von Politkern geführt. Die selben Politiker dürften es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gerne sehen, wenn im näheren Umfeld von Walter Lübcke zu viel herum geforscht wird.

Das dunkle Umfeld von Walter Lübcke

Auch die Tat selbst wirft Fragen auf: Laut amtlicher Version soll der Politiker aus nächster Nähe erschossen worden sein. Alleine das scheint ausgeschlossen. Im Gegensatz zu normalen Bürgern, verfügt die politische Prominenz über die allerbeste Sicherheit. Kein wildfremder Täter käme für so einen Schuss nahe genug an ihm heran. Auch dieses Indiz spricht eher dafür, das Täter und Opfer sich gekannt haben müssen. Nichtdestoweniger wirkt die Berichterstattung zu den Fall beinahe Surreal. Nicht nur das an ausgewählte Medien interne Informationen aus Ämtern folgenlos fließen können, sondern man gewinnt den Eindruck, dass in den letzten Jahrzehnten kein einziger Mensch – außer Walter Lübcke – ermordet wurde. Die Zeit widmete diesem Sachverhalt sogar einen eignen Artikel.

„Der Mord und die Medien“ 

>>Zeit<<

„Der Mord und die Medien – War die Zurückhaltung wirklich geboten? War es richtig, die seriöse journalistische Auseinandersetzung abseits dürrer Meldungen zunächst dem Onlinemagazin Vice zu überlassen?“

Zwischen höherwertigen und minderwertigen Menschen

Gefühlt zahllose Artikel und Beiträge setzen sich mit dem Mord an Walter Lübcke auseinander: Ohne den Fall kritisch zu Beleuchten. Scheinbar hat die politische Prominenz einen höheren Stellenwert, als der gewöhnliche Bürger auf der Straße. Besonders gerne wird in diesem Zusammenhang „Rassismus“ als ernstes Problem genannt. Aber eigentlich ist Rassismus nicht anderes, als die Unterteilung: Von vermeintlich höherwertige und minderwertige Menschen. Wie das in der Praxis aussehen kann: Das kann man an der Person von Walter Lübcke studieren.

 

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