Unterschätzte Unterwanderung: Im Zangengriff von tschetschenischen Banden

Screenshot youtube.com

Die Ausbreitung tschetschenische Banden innerhalb der Organisierten Kriminalität nimmt stetig zu. In den Fokus geraten zunehmend auch legale Geschäftsfelder: Um Gelder zu waschen und strategische Positionen – wie den Wachschutz – zu übernehmen. Selbst die Unterwanderung verschiedener Behörden – wie die Polizei – wird strategisch in Angriff genommen.

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„Ab Ende 1998 begannen tschetschenische, tadschikische und aserbaidschanische Aseri-Banden in Wladiwostok einen Rauschgifthandel zu kontrollieren, der die Stadt bald mit Kleinkriminalität überzog und illegale Ein- und Ausfuhren von Fisch, Holz und gestohlenen Autos mit Japan und Korea anheizte.“

 

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Tschetschenische Banden breiten sich in der organisierten Kriminalität in Deutschland immer stärker aus. Sie sind nicht mehr nur als „Söldner“ für andere kriminelle Gruppen tätig, sondern übernehmen ganze Geschäftsfelder, etwa im Rauschgifthandel, aber auch bei Raub, Diebstahl und Fälschungen. „Früher fielen Kriminelle aus Tschetschenien vor allem dadurch auf, dass sie für andere Gruppierungen tätig waren. Heute wollen sie nicht mehr nur Dienstleister sein, sondern dringen aggressiv auf kriminelle Geschäftsfelder vor“, sagte Kriminaldirektor Michael Nagel vom Bundeskriminalamt (BKA) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. … Die Sicherheitsbehörden beobachten persönliche Kontakte und enge finanzielle Beziehungen zwischen tschetschenischen Kriminellen in Deutschland und dem Präsidenten der russischen Teilrepublik, Ramsan Kadyrow, in Grosnyj. „Die Gefahr, die von nordkaukasischen und vor allem tschetschenischen Tätergruppen ausgeht, darf nicht unterschätzt werden“, sagte Nagel. Man müsse frühzeitig einschreiten, „bevor sich kriminelle Vereinigungen dauerhaft in Deutschland etablieren können“.

 

>>Bundeskriminalamt<<

„Das verbindende Element der Russisch-Eurasischen Organisierten Kriminalität (REOK) kann in den kulturellen Gemeinsamkeiten der Nachfolgestaaten der Sowjetunion (UdSSR) gesehen werden. Demnach fallen unter REOK alle OK-Strukturen, die von Personen dominiert werden, die hierdurch eine entsprechende Prägung erfahren haben. Ferner schließt diese Individuen ein, die außerhalb eines Nachfolgestaates der UdSSR geboren wurden, sich aber aufgrund ihrer Kultur, Geschichte, Sprache, Traditionen oder Vorfahren als Angehörige einer Volksgruppe der in Rede stehenden Länder betrachten. … Das Phänomen REOK umfasst alle kriminellen und damit zusammenhängenden legalen und illegalen wirtschaftlichen Aktivitäten, die unter diesem „Leitbild“ subsumiert werden können. Ein zentrales Element stellt die sog. Diebeskasse – der „Obshyak“ – dar. Hierbei handelt es sich um eine aus inkriminierten Geldern gespeiste Gemeinschaftskasse, auf die von den Gruppenmitgliedern je nach Hierarchie und besonderen Umständen zurückgegriffen werden kann. Alle Mitglieder bzw. Ebenen der streng hierarchisch aufgebauten und nach innen und außen abgeschotteten Organisationen sind verpflichtet, in diese Gemeinschaftskasse einzuzahlen.“

 

>>Berliner Tageszeitung<<

“ Tschetschenische Banden gewinnen nach Einschätzung von Experten des Bundeskriminalamtes in der organisierten Kriminalität in Deutschland an Einfluss. … Mit Sorge sehen die Behörden laut Zeitung, dass Tschetschenen ihre Gewinne aus kriminellen Geschäften zunehmend in legale Unternehmen investieren, etwa in Sicherheits- und Wachschutzfirmen. “

 

>>Focus<<

„Durch die Erfahrungen ihrer Geschichte bedingt, verfügen Tschetschenen über eine Reihe von Eigenschaften, die in der organisierten Kriminalität gefragt sind. Bereits zu Zarenzeiten hatte das muslimische Kaukasusvolk sämtliche Versuche seiner Unterwerfung stets mit fanatischem Widerstand beantwortet und auch das sowjetische Primat bis zuletzt infrage gestellt. Diese aversive Haltung gegenüber staatlicher Autorität vermochte auch die 1944 auf Befehl Stalins ins Werk gesetzte Deportation nicht zu ändern. Stattdessen begann ein Teil der Tschetschenen, eine Verhaltensweise zu internalisieren, die in der Verbannung (1944–1957) das Überleben ihres entwurzelten Volkes sicherstellte und gegen Ende der 1980er Jahre Kriminellen aus ihren Reihen zugute kam – die konsequente Abschottung des ethnosozialen Systems gegenüber Fremden. Folglich zeichnen sich tschetschenische Communities bis heute auch jenseits krimineller Sphären dadurch aus, Interna nicht nach außen zu tragen, während Denunziantentum als unverzeihliche Verfehlung gilt, die einem Ehrverlust gleichkommt. Dass sich auch die Solidarität tschetschenischer Straftäter auf den engen Kreis der eigenen Volksgruppe beschränkt, ist eine Tatsache, die bereits im Namen Bestätigung findet, den sich ihre bekannteste Gruppierung gegeben hat, die Guerilla Nation Vaynakh. Dieser rekurriert auf das Ethnonym „Wainache“, das im Tschetschenischen die Bedeutung „unsere Leute“ hat und auch die Inguschen mit einbezieht, die gemeinsam mit den Tschetschenen die wainachische Ethnie bilden.“

Bedingt durch die geschichtlichen Erfahrungen und Zerstreuung des tschetschenischen Volkes, konnten sich kriminelle Strukturen herausbilden, die ihres Gleichen suchen: Banden aus Tschetschenien sind nicht nur auf zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv, sondern auch international gut vernetzt. Inwieweit die Unterwanderung von Behörden – wie der Polizei – fortgeschritten ist, kann nur spekuliert werden. Jenseits jeglicher Faktenlage, ist der Staatsfunk allenfalls eifrig – mit einen langen Artikel – bemüht, den Zuschauern zu erklären, warum das auf keinen Fall sein kann – was indirekt fast schon einer Bestätigung gleichkommt.

 

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