Warum die Ausrüstung der Bundeswehr so schlecht ist

Screenshot lockheedmartin.com

Große Rüstungsprojekte verschlingen erhebliche Teile des Verteidigungsetat, das meiste Geld kommt dabei großer Rüstungskonzernen zugute und bei der Ausrüstung des einfachen Soldaten wird dann gespart. Die Folge: Viele Bundeswehrangehörige beschaffen sich von privaten Geld Ausrüstung, darunter sind auch lebensrettende Schutzwesten.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Für den Einsatz der Bundeswehr 2019 bei der schnellen Eingreiftruppe der Nato fehlen der Truppe nicht nur Panzer, sondern auch Schutzwesten, Winterbekleidung und Zelte. Das geht laut „Rheinischer Post“ aus einem Papier des Heereskommandos hervor. „Im Bereich bewegliche Unterbringung im Einsatz weist das Heer bis mind. 2021 eine Fähigkeitslücke auf“, heiße es in dem internen Bericht des Heereskommandos.“

 

>>T-Online<<

„Der „Spiegel“ berichtete, ihm vorliegende „zahlreiche interne Dokumente“ zeigten, dass die Ausrüstungsmängel die Verteidigungsfähigkeit der Streitkräfte erheblich einschränkten. So befürchteten die Beamten des Wehrressorts beim Kampfflugzeug Eurofighter unter anderem durch ein fehlendes Radargerät „deutliche Fähigkeitsdefizite bei der Wirkung gegen das gegnerische Luftkriegspotenzial“. Auch der Transporthubschrauber NH90 könne unter anderem wegen Problemen an der Seilwinde einen „ggf. erforderlichen Nato-Einsatz nur unter Auflagen“ erledigen. Laut interner Kalkulationen sind nur 4 von 39 Transporthubschraubern derzeit verfügbar. Durch weitere Verzögerungen bei der Auslieferung des Transportflugzeugs A400M schätzen die Beamten zudem das Risiko für eine „Fähigkeitslücke taktischer Lufttransport“ mit 90 Prozent ein, so der „Spiegel“-Bericht Das Haus von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) musste in der Vergangenheit wiederholt Probleme mit der Ausrüstung der Bundeswehr wie dem Sturmgewehr G-36 einräumen. Im vergangenen Jahr hatte eine Bestandsaufnahme auch massive Mängel bei der Einsatzfähigkeit von Großgeräten der Bundeswehr ergeben.“

Der Erstflug des Airbus A400M fand bereits im Jahr 2009 statt und spätestens seit dem Absturz in Spanien sind Zweifel am gesamten Projekt angebracht. Die unzähligen technischen Mängel wurden trotz dieser langen Zeit nicht behoben. Weswegen zahlreiche – schon bestellte – Flugzeuge nachträglich wieder abbestellt wurden. Frankreich hat sich derweilen an dem amerikanischen Hersteller >>Lockheed Martin<< gewandt und das Transportflugzeug >>Lockheed C-130J Hercules<< bestellt. Dieses fliegt jetzt unter der Tricolore. Es ist ja nicht so, als ob es auf den ganzen Planeten Erde keine militärischen Transportflugzeuge gäbe – die gibt es, in Hülle und Fülle: Und genau darin liegt das Problem. Selbst wenn irgendwann die zahllosen Probleme des Transportflugzeugs A400M behoben sein sollten, stellt sich die Frage: Wer kauft dann noch so ein Flugzeug? Ohne massive Schmiergeldzahlungen wird da nicht viel zu machen sein.

>>Berliner Zeitung<<

„Die Bundeswehr hat nicht nur immer wieder Probleme mit großen Waffensystemen wie dem neuen Transportflugzeug A 400M. So ist die Privatisierung ihrer „Kleiderkammern“ gescheitert. Seit dem 1. August beschafft und verwaltet sie die Uniformen ihrer Soldaten wieder in Eigenregie. Eine gute Nachricht ist das nicht für alle Soldaten, musste Generalinspekteur Volker Wieker in dieser Woche in einem Tagesbefehl zugeben. Darin teilte er mit, das vor allem Offiziere und Unteroffiziere „künftig bestimmte Uniformteile nicht mehr von der Bundeswehr bezahlt bekommen“, berichtet der Informationsdienst „Augen geradeaus“. Das betreffe vor allem die in der Truppe beliebten Pullover, aber auch im ganzen Jahr tragbare Jacken sowie Kampfschuhe.“

 

>>Welt<<

„Der Vater eines der beiden jüngst in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten hat der Bundeswehr und der Regierung eine „miserable“ Ausrüstung der Einsatzkräfte vorgeworfen. Sein Sohn habe sich selbst eine schusssichere Weste gekauft sowie Ohrenschützer und eine Brille, die gegen Splitter schütze, sagte Michael Behlke in einem vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift „Super Illu“. Die Soldaten würden in dem „Krieg in Afghanistan“ alleingelassen. Sein 25 Jahre alter Sohn, ein 22-jähriger Kamerad sowie fünf afghanische Kinder waren am 20. Oktober bei einem Selbstmordanschlag der Taliban in Afghanistan getötet worden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, die Soldaten würden mit der bestmöglichen Ausrüstung in den Einsatz geschickt.“

Das Billige von billigen an Ausrüstung würde es wohl eher treffen. Wie im modernen Söldnerwesen halt üblich, muss der  „Contractor“ sich um seine Ausrüstung gefälligst selbst kümmern. So deutlich wird das natürlich bei den staatlichen Arbeitgeber „Bundeswehr“ niemand sagen, aber durch die Blume bekommt man dass schon mit. Die Eigenbeschaffung von privaten Geld hat natürlich Grenzen: Der Sold von Staat ist im Vergleich zu den Vergütungen  – die praktisch das selbe machen –  bei privaten Sicherheitsfirmen gering. Die Gefahren im Einsatz sind bisweilen nahezu identisch, jedoch die Ausrüstung bei der Bundeswehr erheblich schlechter. Hinzu kommt: Waffen dürfen nicht privat beschafft werden. Dabei spielt es keine Rolle, wie klapprig und billig das Gewehr letztendlich ist. Das Unternehmen Heckler & Koch trifft hierbei keine Schuld: Die Bundeswehr hat genau das bekommen, was sie bestellte – Plastikschrott.

 

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