Warum Wohnen immer teurer wird

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Immobilienpreise und Mieten steigen im rasanten Tempo. Die Ursachen dafür kommen recht selten zur Sprache. Dabei hatte die Entwicklung einen langen Vorlauf und ist noch lange nicht abgeschlossen.

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„Die Kostenmiete stellte nämlich stets ein Korrektiv für den privaten Wohnungsmarkt dar. Privatpersonen und Immobiliengesellschaften hatten in der Vergangenheit große Schwierigkeiten, Mietsätze zu realisieren, die deutlich über denen der »sozialen« oder »genossenschaftlichen« Konkurrenz lagen. Doch diese Zeiten sind mit dem Sterben des Sozialen Wohnungsbaus und der Privatisierung von öffentlichen und genossenschaftlichen Wohnungen vorbei. Wenn es jedoch kein Korrektiv mehr gibt, können die Eigentümer ihre Preisvorstellungen leichter durchdrücken. Dies ist auch der eigentliche Grund für die Mietsteigerungen der letzten Jahre. Vor allem die großen Privatisierungen haben dazu geführt, dass die Korrektivfunktion weggefallen ist und es auf der Angebotsseite in einigen Regionen schon fast ein Oligopol der Immobiliengesellschaften gibt. Mieten, die nicht nur kostendeckend, sondern vor allem auf Profitmaximierung aus sind, bedeuten für die Vermögensbilanz stets eine Umverteilung vom Mieter zum Vermieter. Dabei spielt die Höhe der Miete als solche keine Rolle – es geht vielmehr um die Differenz zwischen den Kosten (inklusive Rücklagen und Inflationsausgleich) und der Höhe der Miete. Betrachtet man die Vermögensverteilung, kann man feststellen, dass eine Zunahme der Konzentration des Wohneigentums bei renditeorientierten Immobiliengesellschaften oder vermögenden Privatpersonen stets zu einer steigenden Umverteilung von unten nach oben führt. Dies erklärt zumindest einen Teil der sich immer weiter öffnenden Vermögensschere.“

Viele Sozialwohnungen wurden in den letzte Jahren verkauft: Dadurch wurden die Karten auf den Immobilienmarkt neu gemischt. Seit dieser Zeit, haben sich zahlreiche Immobilienfonds breit gemacht und treiben die Preise immer weiter in die Höhe. Die Mieten fressen dabei einen großen Teil des Einkommens der Bürger auf. Gleichzeitig bietet der Arbeitsmarkt vielfach nur prekäre und befristete Stellen an.

>>Stern<<

„Das eigene Haus, das ist immer noch ein großer Wunsch vieler junger Menschen im Land. Knapp 70 Prozent hätten gerne ein Haus, so eine aktuelle repräsentative Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment und dem Immobilienunternehmen ZBI-Gruppe, die 18- bis 40-Jährige befragten. Doch nur wenige wohnen tatsächlich in den eigenen vier Wänden, nämlich 27 Prozent. Dass sie sich eine eigene Immobilie werden leisten können, scheint unwahrscheinlich – denn es fehlt an allen Ecken und Enden. So gaben 83 Prozent der Befragten an, dass sie nicht über genug Eigenkapital verfügen, berichtet die „FAZ“. Zwei Drittel verdienen schlichtweg zu wenig, um eine Immobilie zu finanzieren. Und 44 Prozent haben keinen festen Job ohne Befristung – ein Immobilienkauf ist dann zu unsicher. … Allerdings zeigt die Studie auch: Es sind gar nicht die Akademiker, die sich ein Haus leisten können – sondern diejenigen mit mittlerem Abschluss. Sie machen nach der Schule eine Lehre und können sich deutlich schneller ein finanzielles Polster als Eigenkapital anhäufen als Menschen, die nach dem Abitur studieren. Und so können sich nur knapp 20 Prozent der Befragten mit hohem Bildungsabschluss über ein Eigenheim freuen. … Die hohen Preise lassen auch die Kaufnebenkosten in die Höhe schießen. Minimaler Eigenanteil, Makler, Notar und Grunderwerbsteuer – das kann schnell sehr teuer werden. „Heutzutage benötigt man dafür mindestens 50.000 Euro an Ersparnissen“, sagt Wohnungsmarktexperte Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zur „Welt“. „Aber nur etwa 20 Prozent der Mieterhaushalte verfügen über einen solchen Betrag.“

Die 50.000 Euro an Ersparnisse gelten auch für Familien, was bedeutet: Eigentlich würden bei einen Paar schon 25.000 Euro Eigenkapital pro Person reichen – was etwa einen Mittelklassenwaagen entspricht.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Fast jeder Dritte Deutsche kommt durch ungeplante Ausgaben in Bedrängnis. Nach Daten des Statistischen Bundesamts konnten sich im Jahr 2016 gut 31 Prozent der Bundesbürger im Alter von 16 Jahren oder älter keine unerwarteten Ausgaben in Höhe von 985 Euro leisten. Das waren 21,3 Millionen Menschen, wie aus den Daten weiter hervorgeht. Der Geldbetrag entspricht dem seinerzeit statistisch maßgeblichen Schwellenwert bei der Armutsgefährdung in Deutschland. Fast 4,9 Millionen Personen mussten darüber hinaus wegen ihrer bescheiden materiellen Lage beim Essen sparen. Sie konnten sich allenfalls nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten. 12,8 Millionen Bundesbürger sahen sich nicht in der Lage, einen einwöchigen Urlaub außerhalb ihres Zuhauses zu finanzieren. Das war fast jede fünfte Person im Alter ab 16 Jahren. Kommen mehrere Probleme dieser Art in einem Haushalt zusammen, sprechen die Statistiker von „erheblichen materiellen Entbehrungen“. „Armut ist in Deutschland kein Randphänomen, sondern zieht sich quer durch die Bevölkerung“, zitiert die Zeitung die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann.“

Der Kauf einer Immobilie, kann als guter Gradmesser für die finanzielle Situation der Bevölkerung angesehen werden: Jedoch sieht diese keineswegs rosig aus.

 

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