Wie politische Moralvorstellungen Bürgerrechte außer Kraft setzen

Screenshot vimeo.com

Immer wieder gibt es Vorstöße, Paintball gesetzlich zu verbieten. Die Rechtslage beim Paintball ist bisher jedoch so, dass der Sport in Deutschland völlig legal ist – solange bestimmte Vorschriften eingehalten werden.“ Begründet werden diese Verbotsvorstöße mit seltsamen Moralvorstellungen. Jedoch mit den losen Stückwerk, eines Paintballverbotes geben sich Politiker keineswegs zufrieden. Eine ähnliche Argumentationlinie wird bei diversen Kampfsportarten gefahren. Waffenverbot: Neben Paintball und Kampfsport, stehen Hunde, Holzlatten und Taschenmesser auf der politischen Abschussliste ganz oben.

>>Spiegel<<

„Der Kampfsport Ultimate Fighting darf nicht länger im Programm des Deutschen Sportfernsehens (DSF) ausgestrahlt werden. Einen entsprechenden Beschluss veröffentlichte die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) am Freitag. Die drei Formate, die bisher regelmäßig in der Nacht von Samstag auf Sonntag laufen, sollen nach Wunsch der BLM durch andere genehmigungsfähige Programminhalte ersetzt werden. Als Grund nannte die BLM massive Gewalt und Tabubrüche. … Ultimate Fighting ist eine Form der „Mixed Martial Arts“, einer Kombination der Techniken verschiedener Kampfsportarten.“

Hintergrund: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien – sowie vergleichbare Anstalten – sind eigentlich nur der verlängerte Arm der Politik. Dessen Gremien sind von Parteifunktionäre durchsetzt und – jene – geben dazu ihre ganz persönliche Meinung ab: „eine abscheuliche Form der Menschendarstellung“ . Das ist allerdings eine subjektive Aussage und diese dient nun dazu, ein Totalverbot zu rechtfertigen. Zwar hat ein Gericht das Verbot später relativiert, dennoch die politische Ansage war deutlich. Allerdings kein Sportler oder Zuschauer ist gezwungen, diesen Veranstaltungen beizuwohnen: Aber in Wahrheit geht es ohnehin um etwas ganz anderes.

>>Staatsfunk „Bayrischer Rundfunk“ <<

„Neonazis: Kampfsport gegen das System … Die Turniere wirken wie ganz normale Kampfsportveranstaltungen. Neonazis organisieren konspirative Events, um ihre Kräfte zu messen. Die Motive: Lust an purer Gewalt, Vernetzung der Szene und Rekrutierung neuer Mitglieder.“

Mysteriöse Wandel der Meinung: Von der „abscheuliche Form der Menschendarstellung“ hinzu Kampfsport „gegen das System“ oder wahlweise „Neonazis“ . Der Tenor ist hierbei der Selbe.

>>Anwalt.org<<

„Wer Hunde liebt, schließt in der Regel sowohl kleinere als auch größere Exemplare ins Herz. Nichtsdestotrotz haben manche Menschen, bestimmte Rassen bzw. Tiere besonders gern, sei es aufgrund des spezifischen Wesens oder ihres Aussehens. Kampfhunde etwa werden gerne gehalten, um Hof oder Haus zu beschützen und eventuelle Einbrecher abzuwehren.“

Was bei Kampfsport sich bereit in groben Umrissen abzeichnet, ist bei Hunden teilweise schon Realität. Angesichts von frei herumlaufenden Wölfen, die teilweise halbe Hunde und – im Gegensatz zu vermeintlichen „Kampfhunden“ – tatsächlich gefährlich sind: Deren Verhalten ist Unberechenbar und von Tier zu Tier unterschiedlich. In dieser Hinsicht mutet ein Verbot von Kampfhunden, reichlich bizarr an. Darüber hinaus sind steigende Einbruchszahlen und sonstige Kriminalfälle von Jahr zu Jahr zu beklagen. Bestimmte Gebiete wurden bereits mehr oder minder offiziell zu „Angstzonen“ oder „No-Go-Areas“ erklärt: Eine bis an die Zähne bewaffnete Polizei, traut sich dorthin nur in Mannschaftsstärke: Gewöhnliche Bürger müssen eben wegziehen oder den Gesetzen der örtlichen Banden Folge leisten. Ein robust auftretender Hund ist sicherlich kein Allheilmittel: Dennoch unter Umständen kann er das Schlimmste verhindern. Aus genau diesen Grund, wurde die Art ursprünglich von Menschen domestiziert. Übrigends: Wolfshybride würden sicherlich ebenso unter ein Kamphundeverbot fallen, aber dafür ist wiederum niemand zuständig.

>>Paragraph 42a Waffengesetz (von der Redaktion gekürzt) <<

„Es ist verboten Anscheinswaffen, Hieb- und Stoßwaffen nach Anlage … Messer mit einhändig feststellbarer Klinge oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.“

 

>>Berliner Morgenpost<<

„Reden wir also über den Vorstoß des hessischen Innenministers, Peter Beuth (CDU), Messer im Umfeld von Schulen, Kindergärten und Bahnhöfen zu verbieten. Nur zu, möchte man sagen. Mehr noch: Ein generelles Messerverbot könnte man ruhig auf die ganze Stadt ausdehnen. Denn ein vernünftiger Grund, warum es erlaubt sein sollte, in einer Metropole wie Berlin mit einer potenziell tödlichen Waffe herumzulaufen, ist nicht ersichtlich.“

 

>>Westdeutsche Allgemeine Zeitung<<

„Nach einem versuchten „Ehrenmord“ an einem 19 Jahre alten Syrer in Essen sitzen zwölf Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Tatverdächtigen sind allesamt Mitglieder einer syrischen Großfamilie. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft sollen sie gemeinsam beschlossen haben, den 19-Jährigen umzubringen. Der Grund: Eine junge Syrerin (19), Mitglied der Familie, soll mit dem Opfer Ehebruch begangen haben. Ein Teil der Familie fing den jungen Mann nachts ab, fügte ihm lebensgefährliche Stichverletzungen zu. Ein Messer und mehrere Holzlatten sollen im Spiel gewesen sein. Die Täter skalpierten ihn fast – und filmten die Tat. Die Ermittler erhielten mit dem Fall Einblicke in eine Parallelgesellschaft.“

Neben Messer müssten – nach Denkweise bestimmter Parteifunktionäre – auch „Holzlatten“ verboten werden. Hinzu kommt: Bei Berlin redet man zugleich von einen ganzen Bundesland mit fast vier Millionen Einwohnern und wer Berlin kennt: Der weiß, große Teile der Stadt haben – mit vielen Parks, Seen, Flüsse und kleinen Wäldern – durchaus einen ländlichen Charakter. Was in dieser ganzen Debatte unterm Tisch fällt: Körperverletzung und Mord sind schon seit langer Zeit verboten. Nur die Umsetzung dieser Gesetze ist ein völlig anderes Kapitel. Ehrenmorde und Parallelgesellschaft sind schon seit den 1980er Jahre etabliert: Diese Strukturen wachsen und gedeihen, bis in den Polizeiapparat hinein. Ab und An, finden zwar medienwirksame Razzien statt, besonders vor Wahlen kommt so etwas immer gut an. Ansonsten ist die hohe Politik, im weitesten Sinne mit sich selbst beschäftigt. Bei allen Verboten sei es bei Paintball, Waffen, Kampfsport, Hunde oder Messern, geht es mitnichten um Kriminalität. Vielmehr geht es darum: Das Recht der körperlichen Unversehrtheit faktisch außer Kraft zu setzen.

>>BrasilGate<<

„Capoeira ist eine Kampfkunst aus Brasilien, die ihren Ursprung in Afrika hat. Capoeira ist eine Form zu kämpfen, die von den aus Afrika nach Brasilien verschleppten Sklaven entwickelt wurde, um sich gegen die Misshandlungen der portugiesischen Sklavenhalter zu verteidigen. Die „Geburt“ des Capoeira fand in den Senzalas statt, den Orten, an denen die Afrikaner eingepfercht wurden. Capoeira stellte gleichzeitig eine geheime Waffe der Afro-Brasilianer dar, die als Tanz „verkleidet“ und von Musik begleitet wurde. Viele Leute sehen daher Capoeira nur als Tanz an, andere als Kampfkunst und wieder andere als Religion oder gar kulturelle Identität.“

 

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