Für die wegfallenden Arbeitsplätze im Lausitzer Revier wurden einst „Ersatzarbeitsplätze in der Industrie“ versprochen. Dies ist jedoch in weite Ferne gerückt. Und die drängende Frage lautet: Wie könnten nun die „neuen Antworten“ aussehen?

„Beim Kohleausstieg vor 2038 geht es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie“

>>Sächsische.de<<

„Beim Kohleausstieg vor 2038 geht es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. „Die Kohle fliegt aus den Märkten. Der Kohleausstieg lässt sich aber politisch gestalten, damit er sozial gerecht ist und wirtschaftliche Perspektiven bietet.“

„Kohleausstieg lässt sich aber politisch gestalten, damit er sozial gerecht ist und wirtschaftliche Perspektiven bietet“

Es handelt sich hierbei mitnichten um eine verirrte Aussage, sondern vergleichbares ist auch an anderer Stelle nachlesbar.

„Menschen – die in der Lausitz ihre Arbeitsplätze verlieren“

>>Bundesvorsitzender der Grünen<<

„Und, wenn darauf keine vernünftige Antwort gegeben wird, also die Fliehkräfte größer werden, dann wächst der Populismus, auch bei uns. Heißt also, dass die Transformationsprozesse, die wir durchlaufen, politisch bearbeitet werden müssen, dass Menschen, die in der Lausitz ihre Arbeitsplätze verlieren, weil sie in der Braunkohle sind und die in Zukunft nicht gebraucht werden, Antworten bekommen, sozialpolitische Antworten, aber auch gesellschaftspolitische Antworten. Die gesellschaftspolitischen Antworten dürfen nicht in der Verachtung enden.“

„Sozialpolitische Antworten“ – Hartz IV statt gut bezahlte Industriearbeitsplätze

Es dürfte am Ende also auf Hartz IV hinauslaufen. Ohnehin haben die hohen Energiepreiserespektive Energiekrise – sehr viel wirtschaftliche Aktivität zum Erliegen gebracht. Wohin könnte also die Reise gehen? Die Antworten auf die Zukunft könnten möglicherweise in der Vergangenheit liegen. Im Zuge der Wiedervereinigung – die 1990er Jahre – fanden ähnliche Dinge statt.

„Mit dem Zusammenbruch der bestimmenden Monoindustrie – Bergbau- und Energiewirtschaft – ergaben sich in der Lausitz einschneidende Veränderungen“

>>Stadt Hoyerswerda<<

„Mit dem Zusammenbruch der bestimmenden Monoindustrie – Bergbau- und Energiewirtschaft – ergaben sich in der Lausitz einschneidende Veränderungen. In der Region sind 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätze in allen Bereichen regelrecht verschwunden. Sie wurden nur ansatzweise kompensiert. Dieser Umstand brachte eine hohe Arbeitslosenquote und eine hohe Abwanderungsrate mit sich (46% der Einwohner).“

„In der Region sind 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätze in allen Bereichen regelrecht verschwunden“

Auch damals konnten die weggefallenen Arbeitsplätze nur ansatzweise kompensiert werden. Dabei wurde im Zusammenhang des gegenwärtigen „Strukturwandels“ noch ganz andere Forderungen aufgestellt.

„Lausitzer Bürgermeister fordern Ersatzarbeitsplätze“

>>Radio Lausitz<<

„Lausitzer Bürgermeister fordern Ersatzarbeitsplätze … Bürgermeister aus der Lausitz pochen auf Ersatzarbeitsplätze in der Industrie. … Die neuen Jobs müssten entstehen, bevor die Kraftwerke abgeschaltet werden, forderte die Spremberger Bürgermeisterin bei einem Treffen im Burgenlandkreis.“

„Bürgermeister aus der Lausitz pochen auf Ersatzarbeitsplätze in der Industrie“

Letztendlich geht die Energiewende direkt in eine Energiekrise über und der „Strukturwandels“ könnte sich durchaus als tiefgreifender Strukturbruch herausstellen. Nichtsdestotrotz: Eigentlich fordert das Grundgesetz die „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ ein.