Indigene Gemeinschaft ergreift drastische Maßnahmen gegen Christen

Am 19. Oktober verließen Medardo Perez* und seine Frau Olivia* mit ihren fünf Kindern das Haus und die Stadt, die bis dahin ihre Heimat gewesen waren. Ihr Pastor Alejandro* hatte ihnen zu diesem eigentlich unvorstellbaren Schritt geraten – zu ihrem eigenen Schutz. Denn weil sie es gewagt hatten, mit einigen Traditionen ihres indigenen und streng katholischen Umfeldes zu brechen, standen sie unter zunehmendem Druck.

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Von Open Doors

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Christen als „Bedrohung für die Gemeinschaft“

Vor etwa einem Jahr beschäftigten sich Medardo und Olivia erstmals intensiv mit der Bibel. Was sie dort über ein Leben als Nachfolger Jesu entdeckten, brachte sie zu einem folgenschweren Entschluss: Sie gründeten mithilfe eines Gemeindebundes eine eigene Gemeinde, um ihren neu entdeckten Glauben losgelöst von der religiösen und kulturellen Tradition ihrer Gemeinschaft ausüben zu können.

Die Familie Perez gehört zu einer der zahlreichen indigenen Gemeinschaften in Mexiko; sie hatte ihr Leben lang die örtliche katholische Kirche besucht. Deshalb stellte dieser Schritt für sie einen tiefen Einschnitt dar und wurde von den Menschen in ihrem Umfeld als unerträgliche Provokation empfunden. Die indigenen Gemeinschaften pflegen üblicherweise ihre eigenen Sitten und Gebräuche, die sich in manchen Gegenden mit Formen des Katholizismus vermischen. Dafür benötigen sie ein räumlich abgegrenztes Gebiet, um ihre Traditionen von Generation zu Generation weiterzugeben. Oft haben diese Gemeinschaften eigene Behörden, die für die Verwaltung von Justiz, sozialen, zivilen und religiösen Angelegenheiten zuständig ist.

Als erste Maßnahme verhängte die Gemeinschaft gegen die Familie eine Geldstrafe von 3.000 mexikanischen Pesos (143 Euro). Die Perez‘ waren bereit, die Strafe zu zahlen, sofern damit die Zusage verbunden wäre, dass sie ihren Glauben künftig in aller Freiheit ausüben dürften. Die zuständigen Behörden verweigerten jedoch eine klare Aussage und stellten darüber hinaus klar, dass die Familie Perez aus ihrer Sicht eine Bedrohung für die Stadt darstellte.

Kein Zugang mehr zu Schule, Strom oder Wasser

Auch der örtliche Priester verwies darauf, dass es „kein weiteres Gotteshaus“ geben dürfe. Die Mehrheit der Bürger sah dies ähnlich und entzog der Familie Perez ihre Rechte als Mitglieder der Gemeinschaft. Das bedeutete zunächst, dass die fünf Kinder die Schule nicht weiter besuchen durften. Den Fahrern der öffentlichen Verkehrsmittel wurde untersagt, Mitglieder der Familie innerhalb der Stadt zu befördern; ihr Haus wurde von der Trinkwasserversorgung getrennt und entgegen geltendem Recht wurde sogar ein Mitarbeiter des öffentlichen Stromversorgers genötigt, ihnen den Strom abzustellen. Immer wieder kam es auch zu tätlichen Angriffen auf Mitglieder der Familie Perez, sodass sie schließlich dem Rat von Pastor Alejandro folgte und die Flucht ergriff.

Derzeit leben Medardo, Olivia und ihre Kinder bei dem Pastor. Sie hoffen, die Situation mit Rechtsmitteln klären zu können, um dann in ihr Haus zurückzukehren. Ihre Situation gleicht der vieler anderer Christen, die zu einer der indigenen Gemeinschaften gehören. Sie brauchen unser Gebet!

Bitte beten Sie für Familie Perez und andere Christen in indigenen Gebieten:

  • Beten Sie für die Familie Perez, dass sie ermutigt und in ihrem Glauben gestärkt wird.
  • Beten Sie, dass Gott eine gute Lösung schenkt – sowohl für sie als auch für die vielen anderen Christen, die in einem indigenen Umfeld leben und deshalb unter Druck stehen.
  • Beten Sie um Schutz der Christen vor gewaltsamen Übergriffen und vor Schikanen, die ihr Leben belasten.
  • Beten sie, dass Christen wie Medardo und Olivia nicht mehr als Bedrohung empfunden werden, sondern dass Jesus ihnen Gunst bei den Menschen schenkt und sie ihren Glauben bezeugen können.

*Name geändert