Wie sehen eigentlich die wirklichen schlimmen Schattenseite der Inflation aus? – Ein sinkender Reallohn. Meist steigen die Preise und die Lohnentwicklung hinkt dieser Entwicklung nicht nur hinterher, sondern kann diese nur bedingt ausgleichen. Am Ende bleibt ein sinkender Reallohn übrig. Am Ende des Tages kann jeder selbst, seinem Reallohn berechnen. Doch was ist ein Reallohn überhaupt?

„Reallohn – Was in der Volkswirtschaft in mathematische Formeln gepackt wird“

>>Verivox<<

„Reallohn – Was in der Volkswirtschaft in mathematische Formeln gepackt wird, erleben Verbraucher jeden Monat aufs Neue. Der Reallohn bestimmt, in welchem Umfang sie am Leben teilhaben können. Wichtiger als die Höhe des Einkommens ist für die Bürger, welchen materiellen Gegenwert sie dafür erhalten. Die Inflation spielt bei der Ermittlung des Reallohns eine wesentliche Rolle.“

„Inflation spielt bei der Ermittlung des Reallohns eine wesentliche Rolle“

Vereinfacht: Der Verdienst muss immer im Verhältnis zur Inflation gesehen werden: Am Ende kommt der Reallohn raus. Die allgemeine Tendenz der sinkenden oder stagnierenden Reallöhne lässt sich – vielleicht auch länger – mindestens bis zur Euroeinführung zurückverfolgen. Zwar hat bei einigen Staaten in der Eurozone teilweise eine gegenläufige Entwicklung stattgefunden, aber Deutschland hat nie wirklich dazugehört.

„Deutschland, wo die Reallöhne zwischen 2000 und 2007 stagnierten oder abnahmen“

>>Nur Deutschland kann den Euro retten von Heiner Flassbeck & Costas Lapavitsas (Buch) <<

„Diese Entwicklung ist zwar in vielen EU-Mitgliedsstaaten verbreitet, sie steht jedoch in starkem Kontrast zu Deutschland, wo die Reallöhne zwischen 2000 und 2007 stagnierten oder abnahmen, was zu einem Abwärtsdruck auf die Lohnstückkosten führte … Dies belastete zwar die Löhne, schlug auf den Lebensstandard durch und trug zu einer schwachen Binnennachfrage bei, die abnehmenden Lohnkosten ermöglichten es deutschen Firmen jedoch, gleichzeitig ihre Margen zu erhöhen und ihre Preise zu senken, um größere Marktanteile zu gewinnen.« Dass die Kommission zwar feststellt, stagnierende oder sinkende Reallöhne führten zu einem geringeren Konsum, gleichzeitig aber betont, wie vorteilhaft sich diese Entwicklung auf die Exporte auswirkte, ist mehr als Unsinn: Es ist ein kapitaler Fehler!“

„Schlug auf den Lebensstandard durch und trug zu einer schwachen Binnennachfrage bei“

Zum Teil wurde diese Entwicklung bewusst in kauf genommen, wenn sogar aktiv gefördert. Auf alle konnte es sogar teilweise im offiziellen Armutsbericht nachgelesen, wenn auch viele Aussagen am Ende „korrigiert“ wurden.

„Dass sinkende Reallöhne »Ausdruck struktureller Verbesserungen« am Arbeitsmarkt seien“

>>Sabotage von Jakob Augstein (Buch) <<

„Von den deutlichen Formulierungen des Entwurfs zu Lohnentwicklung, Einkommensspreizung und Gerechtigkeitsempfinden blieb nur übrig, dass sinkende Reallöhne »Ausdruck struktureller Verbesserungen« am Arbeitsmarkt seien. Denn – Rösler hatte darauf bestanden, dass das so aufgenommen wird – zwischen 2007 und 2011 seien im unteren Lohnbereich viele neue Arbeitsplätze entstanden. Vorsichtiger beschrieb die Bundesregierung nun auch, dass manchen Alleinstehenden mit Vollzeitjob der Stundenlohn nicht für die Sicherung des Lebensunterhalts reicht. In der ersten Fassung stand noch, dass mittlerweile die Löhne oft nicht mehr für die Sicherung des Lebensunterhalts ausreichen, dass also Arbeit kein Schutz gegen Armut sei und dass dies den sozialen Zusammenhalt gefährde. Das wurde gestrichen.“

„Manchen Alleinstehenden mit Vollzeitjob der Stundenlohn nicht für die Sicherung des Lebensunterhalts reicht“

Manchen Alleinstehenden mit Vollzeitjob der Stundenlohn nicht für die Sicherung des Lebensunterhalts reicht“ – Über die Schattenseiten dieser Entwicklung wird offensichtlich nur ungern ein Wort verloren. Nichtsdestoweniger gibt es auch eine „alternative Methode“ jenen berüchtigten Reallohn zu berechnen.

„Die Preise steigen in Deutschland derzeit deutlich schneller als die Löhne“

>>Spiegel<<

„Die Preise steigen in Deutschland derzeit deutlich schneller als die Löhne. … Für ein genaueres Bild der derzeitigen Lage hatte das Institut der deutschen Wirtschaft vor wenigen Tagen eine andere, anschauliche Rechnung aufgemacht: Wie lange muss man arbeiten, um sich bestimmte Dinge des Alltags leisten zu können?“

„Wie lange muss man arbeiten, um sich bestimmte Dinge des Alltags leisten zu können?“

Statt in „Geld“ lieber alles in Minuten oder wahlweise Stunden aufschlüsseln. Auf diese Weise wird Inflation und sinkender Reallohn wirklich greifbar und jeder kann es leicht nachvollziehen.