Ein Forscherteam der >>Universität Kopenhagen<< hat das Mikrobiom untersucht, um herauszufinden, welche Rolle Darmbakterien bei der Gewichtszunahme spielen können. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Bakterienpopulationen bei der Energiegewinnung aus der Nahrung effizienter sind. Dies könnte der Grund dafür sein, dass manche Menschen trotz relativ gesunder Ernährung leicht an Gewicht zunehmen.

In den letzten Jahrzehnten wurden in einer Handvoll Studien faszinierende Zusammenhänge zwischen Fettleibigkeit und dem Darmmikrobiom festgestellt. In Studien zur Fäkaltransplantation wurde beispielsweise beobachtet, dass dünne Mäuse erheblich an Gewicht zunahmen, wenn sie mit Darmbakterien fettleibiger Mäuse besiedelt wurden. Und eine Hypothese besagt, dass der Schlüsselfaktor, der fettleibige von mageren Tieren unterscheidet, die Fähigkeit ihres Mikrobioms ist, Energie aus der Nahrung zu gewinnen.

Wir wissen, dass die Bakterien in unserem Darm eine wichtige Rolle bei der Verdauung spielen. Die Stoffwechselprodukte verschiedener Bakterien können dazu beitragen, die Nahrung in Kohlenhydrate und Fette zu zerlegen; wenn wir also essen, gönnen wir den Mikroben in unserem Darm ein Festmahl. Und diese Mikroben beeinflussen unseren Stoffwechsel, aber es ist unklar, inwieweit dies alles bei Fettleibigkeit eine Rolle spielt.

Um dies zu untersuchen, untersuchten die Forscher 85 übergewichtige Probanden mittleren Alters. Sie untersuchten Stuhlproben nicht nur für die Mikrobiomanalyse, sondern auch, um die Energiedichte des Stuhls als Maß für die mikrobielle Energiegewinnung im Darm einer Person zu ermitteln.

Die Studie untersuchte auch eine alternative Hypothese für Fettleibigkeit – die Transitzeit des Darms. Anstatt dass die Darmmikroben für eine höhere Energieausbeute aus der Nahrung verantwortlich sind, wird angenommen, dass eine langsamere Transitzeit der Nahrung durch den Darm eine Rolle spielen könnte. Die Idee ist, dass wir umso mehr Zeit haben, Energie aus der Nahrung zu gewinnen, je länger die Nahrung durch unseren Darm wandert.

Im Zusammenhang mit der Gewichtszunahme stellten die Forscher fest, dass die Probanden, die die meiste Energie aus ihrer Nahrung zogen, etwa 10 Prozent mehr wogen als diejenigen, die bei der Energiegewinnung aus der Nahrung nicht so effizient waren. Dies entsprach einem Gewichtsunterschied von etwa 9 kg (20 Pfund) zwischen den effizientesten und den am wenigsten effizienten Energiegewinnern.

Die Forscher sind sich zwar sicher, dass ihre Ergebnisse auf einen kausalen Zusammenhang zwischen der Energiegewinnung aus der Nahrung und bestimmten Populationen von Darmbakterien hinweisen, aber ob dies für eine signifikante Gewichtszunahme verantwortlich ist, ist noch hypothetisch. Laut Roager ist es durchaus plausibel, dass die Gewichtsunterschiede zwischen den Gruppen in der Studie mit der Menge der aus der Nahrung gewonnenen Energie zusammenhängen. Diese spezifische Frage sollte jedoch in künftigen Forschungsarbeiten eingehender untersucht werden.