Inhaftierter sieht Umkehrung der Schuldfrage

Am 7. Dezember wurde der christliche Youtuber Gratia Pello der Blasphemie bezichtigt und inhaftiert. Obwohl die Polizei bei ihrem Vorgehen offizielle Vorgaben verletzte, gab der Richter der Anklage am 9. Januar statt. Während Pello in Untersuchungshaft auf seinen Prozesstermin wartet, hat er darauf hingewiesen, dass am Anfang der Entwicklung nicht Mohammed oder der Islam beleidigt wurde, sondern die Person Jesu.

 

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Von  Open Doors

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Populäre christliche Videos als Bedrohung des Islam

Die Blasphemievorwürfe gegen Pello beziehen sich auf ein vor neun Monaten von ihm erstelltes Video. Darin reagiert Pello auf Äußerungen eines Muslims, der unter anderem Jesus als „unreines“ Kind, schmutzigen Menschen und uneheliches Baby verunglimpft – im islamischen Kontext schwerwiegende Anschuldigungen. Pello hatte darauf mit theologischen Ausführungen geantwortet und dabei auch Vergleiche mit dem Leben Mohammeds angestellt. Einige muslimische Hardliner nahmen das Video zum Anlass, Pello der Blasphemie zu beschuldigen.

Am 7. Dezember reagierte die Polizei auf die Anschuldigungen und verhaftete Gratia Pello. Die übliche Vorgehensweise in solchen Situationen sieht vor, die beschuldigte Person zunächst auf die Polizeiwache vorzuladen. Dort findet eine förmliche Befragung über die mutmaßliche Straftat statt, bevor über eine Festnahme entschieden wird. Pello wurde jedoch ohne Vorankündigung festgenommen. Er ist überzeugt, dass er wegen seiner Identität als Christ und der in seinem YouTube-Kanal geäußerten Meinungen zu Unrecht ins Visier genommen wurde. Seine Videos, in denen Pello den christlichen Glauben anschaulich erklärt, erfreuen sich wachsender Popularität. Muslimische Extremisten hatten bereits in der Vergangenheit vergeblich versucht, rechtlich gegen ihn vorzugehen.

Familie nach Drohungen in Sicherheit gebracht

Open Doors ist durch lokale Partner in den Fall involviert. Einer von ihnen erklärt: „Wir arbeiten mit örtlichen Anwälten zusammen und tun unser Bestes, um Pello zu unterstützen. Bitte beten Sie für uns.“ Der Beschwerdeführer soll Mitglied einer größeren Gruppe muslimischer Hardliner sein, die auch Drohungen gegen Pellos Familie ausgesprochen haben. In dem Bemühen, die Situation für ihren Mandanten zu entschärfen, hat sich Pellos Anwaltsteam bei dem Beschwerdeführer entschuldigt.

Pellos Familie ist durch die Inhaftierung und die gegen sie gerichteten Drohungen tief erschüttert. Mit Hilfe der lokalen Partner von Open Doors wurden sie inzwischen an einem sicheren Ort untergebracht.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2023 belegt Indonesien den 33. Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.