Quantum Stealth: Die Unsichtbarkeit von Objekten

Screenshot quantumstealth.com

Das kanadische Unternehmen >>HyperStealth Biotechnology<< beschäftigt sich  vorwiegend mit Tarnmustern und arbeitet gegenwärtig an den Produkt >>Quantum Stealth<< , dieses soll Objekte (fast) unsichtbar machen. Laut eignen Angaben sind damit Dinge zu 99 Prozent unauffindbar.

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Was wir heute unter militärischer Tarnung verstehen, ist im Wesentlichen während des Ersten Weltkriegs entstanden: Die französische Armee rief nach einer entsetzlichen Niederlage gegen die Deutschen eine Gruppe Künstler zusammen, um die bis dahin üblichen blau-roten Uniformen endlich abzulösen. Heraus kamen grün-braun gefleckte Kampfkittel, die unser Bild von Camouflage bis heute prägen. Die Idee hatte es zunächst schwer, sich durchzusetzen – es war schlicht zu teuer, die Uniformen einzeln per Hand anzumalen. Im Zweiten Weltkrieg dann haben die US- Marines im Pazifik industriell gefertigte Tarnkleidung getragen, in Europa jedoch nicht: Die Army fürchtete, ihre Soldaten könnten mit Deutschen verwechselt werden, die ebenfalls auf Camouflage setzten. In den Siebzigerjahren waren schon fast alle amerikanischen Soldaten mit Tarnkleidung ausgestattet, vor allem im Dschungel von Vietnam zeigten sich die Vorteile. Farben und Muster haben sich danach zwar noch weiterentwickelt, aber die Grundüberlegung blieb dieselbe: viel Grün und Braun, mit Streifen, Wirbeln und Klecksen. Erst in den späten Neunzigern hat Kanada als erste Nation eine völlig neue Art der Tarnung eingeführt: die digitale. Das sogenannte CADPAT (Canadian Disruptive Pattern) hatte keine Wirbel und Kreise mehr, sondern Pixel: Wie eine veraltete Computergrafik war es aus kleinen Kästchen zusammengesetzt. … Das zweite Beispiel ist vielversprechender: Es geht dabei um Metamaterialien – also Stoffe, die mit Nanotechnologie hergestellt werden. Sie interagieren mit Licht. Jeder kennt den Effekt, dass ein Strohhalm in einem Wasserglas direkt an der Oberfläche einen Knick zu machen scheint. Die Illusion entsteht, weil das Licht seine Geschwindigkeit ändert, wenn es auf das Wasser trifft. Man nennt das Brechung. Mit Metamaterialien lässt sich dieser Effekt gezielt manipulieren. Wissenschaftler versuchen, das Licht quasi um ein Objekt herumzuleiten – wie Wasser um einen Stein. Damit würde dieses Objekt unsichtbar. Zumindest in der Theorie. Guy Cramer hat auch in unserem ersten Gespräch über ein neues Projekt namens Quantum Stealth gesprochen. Was er sagte, klang wie Science Fiction: »Wir biegen das Licht«, erzählte er. »Wir haben es schon geschafft, etwas in der Größe einer Orange verschwinden zu lassen.« Ein Satz, bei dem man leicht skeptisch wird. Wenn es stimmt, was Cramer behauptet, dann hat er die weltweit bedeutendsten Physiker überholt. 2006 haben Forscher es erstmals geschafft, Mikrowellen um einen kleinen Metallring herumzuleiten. Etwas Ähnliches ist 2008 mit Infrarotstrahlen gelungen, 2010 haben Wissenschaftler sogar sichtbares Licht um ein mikroskopisch kleines Objekt gelenkt. Aber niemand hat nur ansatzweise geschafft, was Cramer beschreibt. Er schien beim Interview ordentlich übertrieben zu haben.“

 

>>Focus<<

„Das sogenannte Metamaterial interagiert mit Licht. Ein Tarnanzug, der aus den künstlichen Strukturen bestehen würde, könnte Soldaten praktisch unsichtbar werden lassen. Derzeit testet das US-Militär Prototypen der neuen Stealth-Technologie. Tarnung hat bei der Kriegsführung und im Militär schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Während Soldaten früher mithilfe von Tarnfarben und -kleidung deutlich schwerer zu entdecken waren ist es heute möglich, sie geradezu unsichtbar werden zu lassen. Die HyperStealth Biotechnology Corp. hat sich dieses Vorhaben zur Aufgabe gemacht und eine außergewöhnliche Technologie entwickelt. Mithilfe von sogenannten Metamaterialien werden elektromagnetische Wellen umgeleitet und so das Licht gekrümmt. Normalerweise treffen diese Wellen auf ein Material und prallen ab – dadurch wird das Objekt sichtbar. Ein künstliches Material könnte ein Objekt ummanteln, wodurch die Wellen nicht abprallen, sondern umgeleitet und es somit praktisch unsichtbar wird. Das US-Militär hat nun mehrere Firmen gebeten Prototypen des entwickelten Materials bereit zu stellen, die in einer einjährigen Testphase geprüft werden. Dabei sind die Anforderungen an die neuen Anzüge hoch. So sollten Sie ohne Strom funktionieren, ein Maximalgewicht von einem halben Kilo haben und natürlichen in allen Terrains und klimatischen Bedingungen funktionieren. Guy Cramer, CEO der kanadischen Tarn-Firma HyperStealth sagt, dass er bereits letztes Jahr dem US-Militär ein Metamaterial vorgestellt hat. Es scheint also nur eine eine Frage der Zeit zu sein, bis Soldaten und Stealth-Bomber mit Metamaterialien ausgestattet werden und einen beinahe unsichtbaren Krieg führen.

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