Ein ICE für Lausitz? – Oder etwa doch nicht? Aus irgendeinen Grund hat ausgerechnet dieses Verkehrsprojekt einem hohen Stellenwert eingenommen. Doch manchmal kann ein Blick in die Vergangenheit hilfreich sein: Schon damals sind Züge – mit bis zu 160 Stundenkilometern – unterwegs gewesen. Sogar auf einer Strecke, welche heutzutage nicht mehr existiert. Denn der historische „Sorbenexpress“ ist heutzutage fast vergessen.

Ein ICE für Lausitz? – Oder etwa doch nicht?

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Cottbus müsse so nach Berlin und auch Dresden angebunden werden, dass es eine Taktung von zwei bis drei Zugverbindungen in der Stunde gebe, sagte der SPD-Chef am Samstag in Cottbus.“

„Cottbus müsse so nach Berlin und auch Dresden angebunden werden“

Hauptsächlich geht es also um eine schnellere Verbindung in die Großstadt Berlin. Offenbar sollen wohl auch mehr Züge fahren.

„Der schleppende Schienenausbau in der Lausitz sorgt für Kritik“

>>Staatsfunk „Rundfunk Berlin-Brandenburg“ <<

„Der schleppende Schienenausbau in der Lausitz sorgt für Kritik. Die Gleis-Erweiterung Richtung Berlin kommt vielen zu spät. … Bisher sei in Sachen Schienenausbau und Reaktivierung stillgelegter Strecken wenig bis nichts passiert, lautete die Kritik. Für die Lausitz sind laut Strukturstärkungsgesetz elf Zugverbindungen geplant. Lediglich für zwei davon haben die Planungen bisher begonnen. Unter die neun noch unberührten Strecken fällt die ICE-Strecke von Berlin nach Cottbus und weiter nach Görlitz (Sachsen).“

„Unter die neun noch unberührten Strecken fällt die ICE-Strecke von Berlin nach Cottbus und weiter nach Görlitz“

Eine ICE-Strecke von Berlin nach Cottbus? Vielleicht sogar weiter über Senftenberg nach Bautzen? Aber dort sind auf weiten Teilen noch nicht mal Gleise vorhanden. Über genau dieses Kapitel schweigt sich der staatliche Rundfunk aus. Denn schon in der Vergangenheit ist ein Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke unterwegs gewesen.

„“VT 18.16, einen Dieseltriebzug, der selbst heute noch futuristisch anmutet“

>>Alles-Lausitz.de<<

„VT 18.16, einen Dieseltriebzug, der selbst heute noch futuristisch anmutet. Der Einsatz als „Sorbenexpress“ bildete bereits das zweite Leben des Superzuges, der in den Siebzigerjahren von Berlin aus nach Kopenhagen, Wien, Karlsbad (Karlovy Vary) und Malmö gefahren war.“

„Der Einsatz als „Sorbenexpress“ bildete bereits das zweite Leben des Superzuges“

Der VT 18.16 wurde als sogenannter „Sorbenexpress“ als „zweite Leben“ eingesetzt. Dabei sollte die genau Streckenführung beachtet werden.

„Einsatz als sogenannter „Sorbenexpress“ von Berlin über Senftenberg nach Bautzen und zurück“

>> Harumi Michelle Waßerroth<<

„Das Gnadenbrot für den VT war in den letzten Betriebsjahren der Einsatz als sogenannter „Sorbenexpress“ von Berlin über Senftenberg nach Bautzen und zurück.“

„Von Berlin über Senftenberg nach Bautzen“ – Warum heute dort keine Züge mehr fahren können

Heutzutage könnte auf der Strecke kein Zug mehr rollen, weil zwischen Bautzen und Hoyerswerda eine riesige Lücke klafft. Der VT 18.16 ist also auf einem vergleichbaren Streckenverlauf gefahren, auf welcher vielleicht in Zukunft mal ein Hochgeschwindigkeitszug rollen wird. Jedoch bis Bautzen wird es ohnehin nicht gehen. Dabei konnte der VT 18.16 beachtliche Geschwindigkeiten erreichen.

„Die 16 kennzeichnet die Höchstgeschwindigkeit des Zuges in 10 km/h, welche somit bei 160 km/h lag“

>>SVT Görlitz<<

„VT 18.16 lautet die offizielle Bezeichnung des Zuges bei seiner Indienststellung ab 1963. VT steht für einen Triebzug mit Verbrennungsmotor. Die 18 kennzeichnet die Motorleistung in 100 PS. Somit verfügte ein Triebzug über eine Antriebsleistung von 1.800 PS, je Triebkopf einen Motor mit 900 PS. Diese Leistung wurde später auf 2×1000 PS gesteigert, ohne jedoch die Bezeichnung des Zuges zu verändern. Die 16 kennzeichnet die Höchstgeschwindigkeit des Zuges in 10 km/h, welche somit bei 160 km/h lag.“

„Indienststellung ab 1963“ – „VT 18.16 lautet die offizielle Bezeichnung des Zuges“

Erstaunlich, was Technik aus dem Jahr 1963 schon leisten konnte. Beim heutigen Strukturwandel wird also teilweise eine alte Streckenverbindung erneut reaktiviert und es als großer Fortschritt verkündet.