Christen in ländlichen Gebieten werden regelmäßig schikaniert und bedroht

Drei aktuelle Beispiele aus Kirgisistan verdeutlichen, welche Schwierigkeiten Christen in dem zentralasiatischen Land erleben. Und das, obwohl es derzeit nicht einmal auf dem Weltverfolgungsindex gelistet ist. Besonders in ländlichen Gegenden, wo die lokalen Behörden über große Macht verfügen, hat deren starke islamische Prägung für Christen drastische Auswirkungen.

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Von Open Doors

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Kindlicher Glaube trotz großer Widerstände

Die 75-jährige Aydana* lebt zusammen mit ihren Kindern und Enkeln als 10-köpfige Großfamilie in einem kleinen Dorf. Alle haben sich entschieden, den christlichen Glauben anzunehmen. Seitdem sind sie beständig Schikanen und Drohungen vonseiten ihrer Verwandtschaft und anderer Dorfbewohner ausgesetzt. Maßgeblich daran beteiligt ist eine als „Zauberin“ bekannte Frau sowie der lokale Imam. Die beiden kamen im Februar zusammen mit einer Gruppe von Dorfbewohnern zum Haus von Aydanas Familie und verlangten von ihnen, den christlichen Glauben aufzugeben oder das Dorf zu verlassen.

Zu den alltäglichen Schikanen gehört, dass niemand bereit ist, mit der Familie zu sprechen; selbst die Kinder haben Schwierigkeiten in der Schule. Aydanas Sohn erhielt aufgrund seines Glaubens kein Darlehen zum Erhalt des gemeinsamen Bauernhofes, so dass er sich eine Anstellung an einem Ort suchen musste, wo niemand von seinem Glauben weiß. Er arbeitet jetzt als Sicherheitsbeamter im Ausland.

Bis heute hatte die Familie keine Gelegenheit eine Kirche zu besuchen; sie lesen lediglich in der Bibel und beten. Lokale Kontakte von Open Doors zeigen sich jedoch erstaunt über ihren festen Glauben. Sie beten sogar für diejenigen, die sie ständig beleidigen! Auf die Frage, warum sie so handeln, sagten sie: „Gott hat uns gesagt, dass sie gerettet werden sollen!“ Aydanas älteste Tochter Gulzada* sagt: „Vor diesen Schwierigkeiten wusste ich nicht, dass Menschen, besonders enge Verwandte, so böse sein können und dass Gott so voller Liebe ist. Er liebt sie und uns gleichermaßen. Deshalb werden wir hier bleiben, auch wenn wir nicht in eine Kirche gehen.“

Angriff auf Hausgottesdienst

Anfang Februar überfiel eine Menschenmenge, angeführt vom örtlichen Imam und den Dorfältesten, einen Gottesdienst in einem Privathaus. Gerade als die Predigt begann, drangen die Angreifer in das Haus ein. Sie schrien und drohten mit Gewalt, falls der Prediger weiter predigen würde. Man werde auch seiner Familie und seiner Mutter etwas antun, sollte er seinen Dienst als Prediger fortsetzen. Ein Mann schlug ihm sogar ins Gesicht, dann verließ die aufgebrachte Menge das Haus wieder. Sie drohten jedoch, bei künftigen Gottesdiensten zurückzukommen.

Gott erhört Gebet

In einem kleinen Dorf wurde eine Familie von Christen wegen ihres Glaubens von den anderen Dorfbewohnern boykottiert. Da niemand mehr ihre Eier, Butter und Milch kaufte, gerieten sie in große Not, zusätzlich wurden sie beschimpft und schikaniert. Trotzdem hielt die Familie an ihrem Glauben fest und sagte einer lokalen Kontaktperson von Open Doors: „Wir haben unser Leben ganz in die Hände Gottes gelegt, auch diese Verfolgung!“ Letzten Monat tauchte plötzlich ein Milchkäufer aus einer anderen Gegend bei der Familie auf und begann ihre Produkte zu kaufen.

Kirgisistan gehört zum erweiterten Kreis der Länder unter Beobachtung im Rahmen des Weltverfolgungsindex 2021.

*Name geändert

 

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