Krimialität durch gekaufte Klicks: „Diese »Sockenpuppen-Konten« können für zahlreiche Zwecke eingesetzt werden“

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Sind ein Großteil der Klicks, Likes und Abonnenten auf sozialen Netzwerken überhaupt nicht echt? Zumindest sollten einige bekannt gewordene Fälle zu denken geben. Und auch die Existenz von „Sockenpuppen-Konten“ kann als gesichert gelten.

„Zweifel an Musik-Charts: Platz 1 durch gekaufte Klicks?“

>>Computer Bild<<

„Zweifel an Musik-Charts: Platz 1 durch gekaufte Klicks?  – Wer heute als Musiker erfolgreich sein möchte, muss nicht mehr zwingend Alben verkaufen. Viel wichtiger sind im digitalen Zeitalter Klicks, Likes und Abonnenten auf Streaming-Plattformen.“

„Wichtiger sind im digitalen Zeitalter Klicks, Likes und Abonnenten auf Streaming-Plattformen“

Vermutlich dürfte es nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs darstellen. Denn die allermeisten Fälle dürften wohl niemals an die Öffentlichkeit gelangen, weil das „Geschäft“ durchaus von Profis organsiert werden.

Sockenpuppen: „Alles, was man braucht, ist ein Telefonverzeichnis“

>>Global Hack von Marc Goodman (Buch) <<

„Alles, was man braucht, ist ein Telefonverzeichnis – im Internet leicht zu finden –, um gebräuchliche Namen eines Landes oder einer Region zu erhalten. Ihr Scriptbot muss dann nur noch einen Vornamen mit einem Nachnamen kombinieren, ein Geburtsdatum auswürfeln und sich einen kostenlosen E-Mail-Account auf diese Daten zulegen. Dann durchkramt man Internet-Fotoseiten wie Picasa, Instagram, Facebook, Google oder Flickr nach einem altersmäßig stimmigen Porträtfoto. Schon hat die Sockenpuppe einen Namen, ein Geburtsdatum, eine E-Mail-Adresse und ein Gesicht und damit alles, was man braucht, um sich einen Account bei Facebook, Twitter oder Instagram zu verschaffen. Als letzten Schritt verleiht man den Sockenpuppen noch ein bisschen vorgetäuschte Individualität, indem man ihnen per Script beibringt, Freundschaftsanfragen zu senden, die Tweets anderer Nutzer zu retweeten und willkürlich Likes über andere Seiten zu verstreuen. Ehe man sich’s versieht, hat man Tausende von Sockenpuppen unter seinem Kommando. Diese virtuellen Armeen sind für Kriminelle die entscheidende Basis ihrer Phishing-Attacken, ihrer gefälschten Bewertungen, ihrer Versuche, Nutzer zum Herunterladen von Spyware zu veranlassen und alle möglichen Geldbetrügereien zu begehen.“

„Ehe man sich’s versieht, hat man Tausende von Sockenpuppen unter seinem Kommando“

Die „Sockenpuppe“ soll gewissermaßen symbolisch als „falsche Identität“ in der digitalen Hemisphäre fungieren, in Bezugnahme zur Sockenpuppe aus der reale Welt. Wie auch immer. Auf alle Fälle werden diese „Aktionen“ nur verhältnismäßig selten für richtig schwere Straftaten genutzt, sondern meist für recht triviale Zwecke verwendet.

„Für viel Aufsehen hat ein Bericht über das Geschäft mit gekauften Klicks“

>>Sebastian Laoutoumai<<

„Für viel Aufsehen hat ein Bericht über das Geschäft mit gekauften Klicks im Musikgeschäft und im Speziellen in der Hip Hop Szene gesorgt. Es wurde darüber berichtet, dass (junge) Künstler angeblich zahlreich Klicks bzw. Streams gekauft haben, um eine hohe Charts-Platzierung zu erreichen oder einfach nur um den Eindruck zu erwecken, ihre Songs kämen beim Publikum besonders gut an. Die Beiträge haben hohe Wellen geschlagen und viele Künstler aufhorchen lassen. … Bei der Werbung mit gekauften oder selbstgenerierten Klicks auf Youtube oder bei anderen Streaming Anbieter wie Spotify handelt es sich letztlich um eine irreführende geschäftliche Handlung im Sinn von §§ 5, 5a UWG.“

„Letztlich um eine irreführende geschäftliche Handlung im Sinn von §§ 5, 5a UWG“

Nichtsdestotrotz stellt schon der bloße Kauf von Klicks irreführende geschäftliche Handlung dar. Dennoch dürfte in den allermeisten Fällen die Urheberschaft wohl bei professionellen Organisationen liegen.

„Diese »Sockenpuppen-Konten« können für zahlreiche Zwecke eingesetzt werden“

>>YouTube: Spaß und Erfolg mit Online-Videos von Christoph Krachten und Carolin Hengholt (Buch) <<

„Diese »Sockenpuppen-Konten« können für zahlreiche Zwecke eingesetzt werden. Es sind ganz normale Accounts, die aber nicht dazu dienen, Videos zu posten. In erster Linie geht es darum, dem eigenen Hauptkanal mehr Abonnenten zu verschaffen. Das heißt, der Account würde von dir nur dazu eingerichtet werden, um den eigenen Hauptkanal zu abonnieren. Wer hier allerdings auf interessante Zahlen kommen will, muss schon Arbeit investieren. Es soll sogar Leute geben, die mehr als 9.000 solcher Accounts hatten! Leicht zu managen sind die allerdings nicht. Entweder musst du dich ständig ein- und ausloggen oder verschiedene Browser verwenden.“

„Sockenpuppen-Konten“ – „Es soll sogar Leute geben, die mehr als 9.000 solcher Accounts hatten!“

Unter realistischen Voraussetzungen ist die Verwaltung von 9.000 Sockenpuppen-Accounts für eine Privatperson – aus praktischer Sicht – eigentlich nicht zu stemmen. Zumal man mit 9.000 Sockenpuppen-Accounts im heutigen Zeitaler auch nicht sehr weit kommt.