Sorbisch Sprache in der Lausitz: Wo die Gleichberechtigung auf der Strecke bleibt

Screenshot zejler-smoler-haus-lohsa.de

Die Gleichberechtigung der Sprachen Sorbisch und Deutsch wird zwar von offizieller Seite in der Lausitz auf die Fahnen geschrieben, aber bei genauer Betrachtung nur zum Teil verwirklicht. Besonders auf Ortsschildern, wird dieser Missstand unübersehbar.

>>Sächsische Zeitung<<

„Daher fragte die Grünen-Abgeordnete auf Anregung sorbischer Bürger, ob im Rahmen der anstehenden Erneuerung der Radwegweiser auch an die Zweisprachigkeit der Lausitz gedacht wurde. Laut Verkehrsministerium sei das der Fall. Nach der Neuregelung der Schriftgrößen auf den gelben Straßenwegweisern, auf denen sorbische Ortsnamen seit Jahresbeginn nun in gleicher Größe wie die deutschen Bezeichnungen aufzuführen sind, werde damit eine weitere Lücke auf dem Weg zur öffentlichen Zweisprachigkeit geschlossen, so Schubert.“

 

>>Landesregierung zur Lage des sorbischen/wendischen Volkes im Land Brandenburg (PDF-Datei) <<

„Im Bereich von Postdienstleistungen können sorbische/wendische Anschriften für Empfängerinnen und Empfänger im angestammten Siedlungsgebiet verwendet werden. Allerdings kommt es in der Praxis nach wie vor neben problemlosen Zustellungen auch zu Verzögerungen durch Fehlleitungen in das slawische Ausland oder Rücksendungen an Absenderinnen und Absender. Die Deutsche Post AG berücksichtigt in Tages- und 62 Sonderstempeln auch zweisprachige Ortsbezeichnungen (z.B. in Burg/Bórkowy, Briesen/Brjazyna, Calau/Kalawa, Cottbus/Chó ś ebuz, Forst/Barš ć , Guben/Gubin, Jänschwalde/Janšojce, Kolkwitz/Gołkojce, Lübben/Lub in, Lübbenau/Lubnjow, Peitz/Picnjo, Spremberg/Grodk, Straupitz/Tšupc, Vetschau/Wětošow, Welzow/Wjelcej). Dabei treten noch Diskrepanzen im Hinblick auf das tatsächliche angestammte Siedlungsgebiet auf. Auf verschiedenen herausgegebenen Briefmarken werden so wohl von der Deutschen Post AG als auch von RPV sorbische/wendische Motive und Sprache verwendet. … Sorben/Wenden als Zielgruppe selbst sind bisher kaum explizit im Fokus von Tourismusanbieterinnen und -anbietern. Touristische Hinweisschilder, Informationen und Publikationen sind nur in wenigen Fällen zweisprachig gestaltet. Auch eine Präsentation als zumindest bikulturelle und bilinguale Minderheitenregion erfolgt kaum, wodurch das Potenzial sich in die entsprechenden europäischen Kontexte einzuordnen und auch die große Zielgruppe europäischer Minderheitenangehörig er zu erschließen noch zum Teil ungenutzt ist.“

Screenshot cyclingkraut-ger.blogspot.com

In den Kontext bleibt vollkommen unerwähnt, dass die meisten zweisprachigen Schilder bewusst das Deutsche bevorzugen. Sorbisch ist auf allen Hinweisschildern in viel kleinerer Schrift gehalten und kommt ausschließlich erst an zweiter Stelle. Dieses Prinzip kommt selbst in Orten zur Anwendung, wo die Mehrheit der Bevölkerung Sorbisch im Alltag spricht. Von offizieller Seite wird zwar viel von Gleichberechtigung geredet, aber die Praxis zeigt eben häufig eine eindeutige Benachteiligung und selbst in offiziellen Papieren wird dieser Missstand mit keiner Silbe erwähnt.

 

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