Strukturwandelkommission der Blühenden Landschaften – Das Ende der Chemieindustrie

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Die Empfehlungen der Strukturwandelkommission müssen zügig umgesetzt werden – so wird gern kolportiert. Frei nach dem Motto: Wir wissen zwar nicht wohin wir laufen, aber wir sollten dringend das Tempo erhöhen.

Strukturwandelkommission: Mit utopischen Phantastereien zu neuen Arbeitsplätzen

Tatsächlich hat kaum jemand nachgelesen, was in dem besagten Gutachten für „Empfehlungen“ in Wirklichkeit ausgelistet sind: Die Mischung aus wirtschaftlichen Wunschdenken und utopischen Phantastereien dürften sicherlich keine neuen Arbeitsplätze entstehen. Durch das Ende der Kohleförderung und dem Abbau der Arbeitsplätze sollen nun ausgerechnet in der Industrie neue Arbeitsplätze entstehen: Die ebenfalls im Begriff ist Abzuwandern.

„Nach dem gescheiterten Versprechen – Das in der Lausitz nach der Wiedervereinigung blühende Landschaften entstehen“

>>Deutscher Gewerkschaftsbund<<

„Nicht zuletzt muss deshalb die Bundesregierung die Empfehlungen der Strukturwandelkommission zügig und eins-zu-eins umsetzen. … „Nach dem gescheiterten Versprechen, das in der Lausitz nach der Wiedervereinigung blühende Landschaften entstehen, sind die Leute jetzt zu Recht skeptisch. Die Eins-zu-eins-Umsetzung der Kommissionsergebnisse ist für uns daher das Maß der Dinge.“

„Eins-zu-eins-Umsetzung der Kommissionsergebnisse ist für uns daher das Maß der Dinge“

Dazu wäre es gewiss von Vorteil gewesen: Dem Abschlussbericht der Strukturwandelkommission tatsächlich zu lesen. Wobei es da nicht viel zu Lesen gibt. Zwar ist im Summe der Bericht knapp 300 Seiten lang, hingegen der Abschnitt über die Lausitz: Das sind nicht mal zwei Seiten. Unterschwellig ist es sicherlich auch – ein Ausdruck der Geringschätzung – gegenüber der Lausitz: Nicht mal ein Prozent des Abschlussberichts widmet sich der Lausitz. Insgesamt laufen die Empfehlungen für die neuen „Blühende Landschaften“ auf fünf Hauptpunkte zusammen. Alle zeugen von einen geringen Maß an wirtschaftlichen Sachverstand, wie folgendes Beispiel anschaulich zeigt.

Biosaxony und Silicon Saxony sind nicht in der Lausitz

>>Abschlussbericht der Strukturwandelkommission<<

„Anknüpfend an bestehende Ressourcen, Netzwerke und Unternehmen (z.B. biosaxony, Silicon Saxony, BASF) bieten sich vielfältige Anwendungsbereiche in der Herstellung neuer Grundstoffe für die Pharma­ und Chemieindustrie, die regenerative Medizin, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion und auch für international gefragte Kompetenzen des Umgangs mit Bergbaufolgelandschaften.“

Hohe Energiekosten: Die Chemieindustrie setzt zum Sprung in die USA an

Im wesentlichen betrifft der Punkt die Chemieindustrie. Die Chemieindustrie entwickelt zwar ständig neue Grundstoffe, doch es wird nicht ersichtlich: Wie daraus neue Arbeitsplätze entstehen sollen? Als solch inhaltsleeren Textbausteinen besteht also der ganze Abschlussbericht. Die NeuauflageDes Kaisers neue Kleider“ will demnach auch nicht so recht bei der Bevölkerung eine neue Begeisterungswelle auslösen.

Kohlegutachten: Inhaltsleeren Textbausteinen und utopische Phantastereien

Vergessen wird dabei: Die Chemieindustrie ist Abhängig vom Kohlestrom. Ähnlich wie andere energieintensive Industrien ist diese von einer günstigen und zuverlässigen Energieversorgung abhängig. Mit dem Ende der Kohleverstromung wird zugleich das Ende der hiesigen Chemieindustrie eingeläutet. Ergo: Neue Investitionen finden Andernorts statt. Im Abschlussbericht der Strukturwandelkommission wird aber genau das Gegenteil suggeriert – nicht mal behauptet. Die Pharma­- und Chemieindustrie sitzt hierzulande – politisch gewollt – auf einem absterben Ast: Bestenfalls werden noch ein paar Verwaltungs- und Forschungseinrichtungen übrig bleiben: Alle anderen Arbeitsplätze dürften über kurz oder lang Verschwinden.

Blühenden Landschaften 2.0: Das Ende der Chemieindustrie

Auch wenn der Abschlussbericht der Strukturwandelkommission mit blumigen Worten das Gegenteil suggeriert: Am Ende dürften die „Blühenden Landschaften 2.0“ übrig bleiben.

 

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