„Sonderwirtschaftszonen in Polen“ – Warum die Lausitz gegenüber Osteuropa das wirtschaftliche Nachsehen hat

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Mit der Schließung der Spreeback-Werke fallen 165 Arbeitsplätze in der Lausitz auf einen Schlag weg. Bei der abgewickelten Zuckerfabrik waren es ebenfalls 90 Arbeitsplätze. Auch bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt wollen die Gerüchte um eine Standortschließung nichts so recht verstummen?

ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt: Wird der Standort geschlossen?

Es sind vor allem mittelständische Unternehmen: Die wirtschaftlich zu kämpfen haben. Doch gerade die sollen – nach Vorstellungen der Regierung – neue Arbeitsplätze schaffen, um die wegfallenden Kohlearbeitsplätze zu ersetzen – so steht es jedenfalls in amtlichen Papieren. Doch scheinbar will die politisch-bürokratische These mit den prophezeiten „Blühenden Landschaften 2.0“ nach dem Kohleausstieg nicht so richtig in Erfüllung gehen. Dabei sagen die Unternehmen selbst recht deutlich: Was die Ursachen für die wirtschaftliche Misere seien.

Abgewickelt: „Zuckerfabrik im Mühlberger Ortsteil Brottewitz“

>>Niederlausitz Aktuell<<

„Die Zuckerfabrik im Mühlberger Ortsteil Brottewitz (Landkreis Elbe-Elster) soll nach dem Willen des Eigentümers Südzucker AG geschlossen werden.“

„Zurzeit drängten Anbieter aus Osteuropa aggressiv auf den Markt“

>>Main-Spitze<<

„Zurzeit drängten Anbieter aus Osteuropa aggressiv auf den Markt, heißt es von Intersnack. Dies sei ein Grund, warum man sich entschlossen habe, das Werk in Krieschow bei Cottbus zu schließen. Ein weiterer seien die außergewöhnlich hohen Logistikkosten, die für die Anbindung des Standorts aufzubringen seien. „Das Werk konnte aus mehreren Gründen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten“, heißt es.“

„Das Werk konnte aus mehreren Gründen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten“

Die Konkurrenz aus Osteuropa kann natürlich zu ganz anderen Kosten produzieren und das aus mehreren Gründen.

Konkurrenz aus Osteuropa kann zu ganz anderen Kosten produzieren

Deutschland steigt – als einziges Land weltweit – aus der Kohleverstromung aus: Das führt nicht nur zu hohen Stromkosten, sondern zieht eine ganze Kaskade von negativen Konsequenzen hinter sich her. Die Strompreise sind ständig am Steigen begriffen, während gleichzeitig die Versorgungssicherheit sinkt. Darunter hat besonders die verarbeitende Industrie und somit auch viele mittelständische Unternehmen – und auch Kleinunternehmer – zu leiden. Aber damit nicht genug, unter dem Stichwort: „Maßnahmen des Last- bzw. Demand Side Managements“ verkündet die Bundesregierung ganz offen, bei „Stromengpässen“ vielen energieintensiven Unternehmen einfach dem Strom abzuklemmen. – Teilweise wird dies schon umgesetzt.

Die ausufernde Bürokratie für Unternehmen

Zudem kommt noch eine drückende Steuer- Abgaben- und Gebührenlast hinzu. Nicht zu vergessen sei die überbordende Bürokratie für Unternehmen. Die wachsende Zahl an Vorschriften schnürt langfristig jede wirtschaftliche Entwicklung ab. Das allgemeine wirtschaftliche Umfeld findet sich also auf einer ganz schiefen Ebene wieder: Besonders im Vergleich zu Osteuropa.

„Löhne in Osteuropa steigen rasant“

>>Der Standard<<

„Löhne in Osteuropa steigen rasant. – „Die Einkommen der Menschen sind rasant gestiegen“, sagt Vértes. „Die Bäume wachsen zwar auch bei uns noch nicht in den Himmel. Aber die Entwicklung ist faszinierend“. … Der Lebensstandard steigt. … In Polen waren es plus 4,3 Prozent, in der Slowakei fünf Prozent.“

Osteuropa: „Der Lebensstandard steigt“

Die Nettolöhne in Polen finden sich mittlerweile auf einen ähnlichen Niveau wie in der Lausitz wieder. Denn die wirtschaftliche Entwicklung in Polen lässt die Nachfrage nach Arbeitskräften und damit auch die Löhne steigen. Zudem zielt Polen direkt auf neue Investoren ab, dazu verfügt das Land über ein ausgedehntes Netz an Sonderwirtschaftszonen.

„Sonderwirtschaftszonen in Polen“

>>Roedl Outsourcing<<

„Sonderwirtschaftszonen (SWZ) in Polen – Die Befreiung von der Körperschaftsteuer und der Immobiliensteuer sowie die Zugänglichkeit attraktiver Grundstücke für eine Gewerbetätigkeit sind nur einige der Investitionsanreize in den Sonderwirtschaftszonen in Polen.“

„Investitionsanreize in den Sonderwirtschaftszonen in Polen“

Zugleich setzt Polen überwiegend auf konventionelle Kohlekraftwerke um seine Stromversorgung zu sichernFolge: Die Strompreise sind etwa nur halb so hoch wie in Deutschland. Besonders für die Industrie stellen niedrige Strompreise und eine zuverlässige Energieversorgung entscheidende Standortfaktoren da. Daher erscheint es eher fraglich, wie in einen solchen Umfeld – in der Lausitz – neue Arbeitsplätze entstehen sollen?

 

–W E R Β U Ν G–

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