Trockenheit: „Viele Bauern brauchen jetzt eine schnelle Unterstützung“

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Die lang anhaltende Trockenheit bringt viele Bauern in Existenznöte. Die Ernteausfälle sind massiv, die zusätzlichen Kosten hoch und die finanziellen Rücklagen bei vielen Landwirten gering. Statt schneller unbürokratischer Hilfe, spielt die hohe Politik auf Zeit.

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„Angesichts der aktuellen, langanhaltenden Trockenheit hat das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Verordnungsänderung auf den Weg gebracht. Mit ihr können die Bundesländer den Landwirten die Futterversorgung ihrer Tiere erleichtern. Die Verordnungsänderung sieht vor, dass die Länder in Gebieten mit ungünstigen Witterungsbedingungen in 2018 im Einzelfall auf Antrag einen Zeitraum von acht Wochen festlegen können, in dem die ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) mit Zwischenfruchtmischungen bestellt sein müssen. Seit Montag befindet sich die Verordnungsänderung in der Länder- und Ressortabstimmung. Normalerweise gilt ein Zeitraum von 1. Oktober bis 31. Dezember, in dem Zwischenfrüchte auf ökologischen Vorrangflächen verbleiben müssen. Nach dem Ablauf der Frist sollen betroffene Landwirte den Aufwuchs uneingeschränkt für Futterzwecke nutzen können. Der Acht-Wochen-Zeitraum beginnt am Tag nach der Aussaat der letzten ÖVF-Zwischenfrucht durch den Betriebsinhaber.“

 

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„In der öffentlichen Diskussion entsteht laut Barkey teilweise der Eindruck, dass jeder Landwirt automatisch an den Dürrehilfen partizipiert. In der Vergangenheit hätten die Betriebe jedoch in genau definierten Antragsverfahren einen durch Dürre bedingten Verlust im Vergleich zu den Vorjahren von über 30 Prozent nachweisen müssen, um Mittel zu bekommen. Von den nachgewiesenen Einbußen wurden dann 80 Prozent erstattet.“

 

>>Deutsche Bauernverband<<

„Der Deutsche Bauernverband (DBV) korrigiert seine Ernteprognose noch einmal deutlich nach unten. Statt der zuletzt geschätzten 41 Millionen Tonnen Getreide rechnet der DBV nur noch mit einer Erntemenge von rund 36 Millionen Tonnen. Die neuen Zahlen aus der zweiten Erntemeldung beziehen nun in großem Umfang die tatsächlichen Erntemengen mit ein und bestätigen die pessimistischen Einschätzungen aus den zurückliegenden Tagen. Angesichts dieser Entwicklung fordert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, die Bundesländer zum zügigen Handeln auf, der Bund müsse dann folgen. „Viele Bauern brauchen jetzt eine schnelle Unterstützung. Die aus unserer Sicht eindeutigen Zahlen lassen eine grundsätzliche Entscheidung über Dürrehilfen schon jetzt zu. Nach den uns vorliegenden Meldungen aus den Landesbauernverbänden sind die Voraussetzungen für Finanzhilfen durch die Länder in den besonders betroffenen Regionen klar erfüllt.“ Die Getreide- und Rapsernte ist in den vergangenen Wochen zügig vorangeschritten. „Selbst in den norddeutschen Regionen ist die Ernte ungewöhnlich weit und zeigt das katastrophale Ausmaß der Dürreschäden. Die Erntemengen bleiben deutlich hinter unseren ohnehin geringen Erwartungen zurück“, betont Rukwied anlässlich des zweiten Ernteberichtes des DBV. „Die geringen Ertragserwartungen und die Sorge um eine ausreichende Futterversorgung hat einige Betriebe veranlasst, ihre Getreidebestände vorzeitig zu häckseln. Die Maisbestände bilden wegen der anhaltenden Trockenheit keine Kolben aus. Das wird die Körnermaisernte erheblich schmälern und hat auch bei der Verwendung als Silomais Auswirkungen auf die Qualität des Futters“ erklärt Rukwied mit Blick auf die Futterversorgung.“

 

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