Lausitzer Sorben: Wenn das Gotteskindlein oder Bescherkind von Haus zu Haus zieht

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Die Tradition rund um das Gotteskindlein oder Bescherkind war einst in der Lausitz weit verbreitet. Der Lausitzer Heimatverein >>Rubiško<< hält aber an seinem Jänschwalder Bescherkind nach wie vor fest. Anders als beim klassischen Weihnachtsfest dreht es aber weniger um materielle Geschenke, sondern mehr um das immaterielle Glück herum.

„Das «Gotteskindlein», zu DDR-Zeiten auch «Bescherkind» genannt“

>>Stadt Berlin<<

„Das «Gotteskindlein», zu DDR-Zeiten auch «Bescherkind» genannt, geht sonst jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit schweigend in festlicher niedersorbischer Tracht von Haus zu Haus und verteilt Nüsse, Äpfel und Süßigkeiten. Es segnet die Menschen durch ein Streichen über die Wange und einen leichten Schlag mit einer Reisigroute auf die Schulter. Derjenige, der gestreichelt wird, bleibt im kommenden Jahr gesund – so die Überlieferung.“

„Es segnet die Menschen durch ein Streichen über die Wange“

Allerdings macht das Gotteskindlein oder Bescherkind nicht einfach nur einem kleinen Spaziergang durch eine Lausitzer Gemeinde, sondern wird vorher mühsam eingekleidet: Denn niemand soll das Gesicht sehen oder die Identität erfahren.

Janšojski bog: „Aus den schönsten Teilen der Niedersorbischen Tracht zusammengestell“ 

>>Stadt Cottbus<<

„Die Tracht des „Janšojski bog“ wird aus den schönsten Teilen der Niedersorbischen Tracht zusammengestellt. Besonders aufwendig ist der Kopfputz. Ihn zieren Hochzeitsgirlanden und Kränze von 3 Brautjungfern. Vor dem mit weißem Tüll verdeckten Gesicht hängen noch bunte Bänder und Ketten. Niemand sollte das Bescherkind erkennen.“

„Niemand sollte das Bescherkind erkennen“

Besonders das Jänschwalder Bescherkind hat mittlerweile quasi den Status eines immateriellen Kulturgutes erreicht. Mittlerweile lässt sich die Tracht auch außerhalb der Vorweihnachtszeit besichtigen.

Tracht lässt sich auch außerhalb der Vorweihnachtszeit besichtigen

>>Peter Becker<<

„Der Heimatverein Rubiško hat sich dabei am Jänschwalder Bescherkind orientiert und die Figur weitestgehend an das Original angelehnt. Vereinsvorsitzende Andrea Pursche: „Wir wollten den Besuchern des Freilandmuseums etwas Besonderes, aber auch Authentisches, bieten.“

„Wir wollten den Besuchern des Freilandmuseums etwas Besonderes, aber auch Authentisches, bieten“

Die ursprüngliches Tradition um das Gotteskindlein dürfte vermutlich noch weit vor dem Christentum liegen. Auch war die Tradition in der Vergangenheit viel weiter in der Lausitz verbreitet.

 

–W E R Β U Ν G–

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