„Wissen ist Gold wert“ – „Insiderhandel ist in vielen Ländern eine Straftat“

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Straftäter müssen verurteilt werden. – Etwa so lautet die gängige Meinung. Bei vielen Menschen kommen dabei Gedanken an Mord, Raub und Diebstahl auf. Aber wie sieht es mit Insiderhandel aus? – Was ist das überhaupt und wie läuft es in der Praxis ab?

Wird Insiderhandel als Straftat überhaupt verfolgt?

>>Größer als das Amt von James Comey  (Buch) <<

„Jedes Jahr wird eine kleine Zahl von Menschen wegen Insiderhandel angeklagt. Man führt ein paar Leute in schicken Anzügen und mit Handschellen an Kameras vorbei in einen Gerichtssaal. Außer in der Fachpresse der Finanzbranche nimmt kaum jemand davon Notiz.“

„Jedes Jahr wird eine kleine Zahl von Menschen wegen Insiderhandel angeklagt“

Theoretisch ist Insiderhandel genauso wie jedes andere Verbrechen strafbar. Die rechtskräftigen Verurteilungen sind überschaubar: Doch die Dunkelziffer dürfte recht hoch sein. Denn der Nachweis ist fast unmöglich zu erbringen und dass ist der Natur der Sache geschuldet.

„An der Börse ist Insiderhandel verboten“

>>Was Europa wissen darf von Thomas Jäger, Verena Diersch & Stephan Liedtke (Buch) <<

„An der Börse ist Insiderhandel verboten, weil offensichtlich ist, welchen Vorteil diejenigen haben, die früher und akkurater wissen, was in Zukunft geschieht. Denn wer mit welchen Zielen, Mitteln und Intentionen handelt und wer möglicherweise nur blufft, dieses Wissen ist Gold wert. Unterschiede im Grad der Informiertheit schlagen direkt auf die Möglichkeiten durch, erfolgreich handeln zu können. Das geht Regierungen nicht anders, die über Fähigkeiten und Intentionen anderer Regierungen, über mögliche Sicherheitsbedrohungen oder Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung informiert sein wollen. Gerade in Krisen ist sicheres Wissen rar. Entscheidungen müssen häufig in Unsicherheit über die Lage und auf der Basis von bruchstückhaftem Wissen getroffen werden.“

„Wissen ist Gold wert“ – „Unterschiede im Grad der Informiertheit schlagen direkt auf die Möglichkeiten durch, erfolgreich handeln zu können“

Winzige Informationen können also an der Börse den Unterschied ausmachen und somit einen Informationsvorsprung verschaffen. Deshalb wird Insiderhandel in vielen Ländern eine Straftat gewertet.

Innerhalb der Bafin: „42 Beschäftigten Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen Regelungen zu den privaten Finanzgeschäften“

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Im Zuge der behördlichen Aufarbeitung nach dem Wirecard-Skandal hätten sich bislang bei 42 Beschäftigten Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen Regelungen zu den privaten Finanzgeschäften ergeben, so die Bafin. Hauptvorwurf bei 37 Fällen seien aber nur „Verstöße gegen die unverzügliche Anzeigepflicht“ gewesen. In drei Fällen sei spekulatives Handeln der Hauptvorwurf gewesen, in je einem Fall Insiderhandel beziehungsweise ein Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht.“

„Spekulatives Handeln der Hauptvorwurf gewesen“

Die besten Informationsquellen für Investoren dürften ohnehin Behördenmitarbeiter sein. Durch die zahlreichen – oder zahllosen – Finanzaufsichtsämter, Steuerbehörden und sonstigen staatlichen Einrichtungen sind sie wohl am besten über die börsennotierten Unternehmen informiert. Und nicht jeder Aktienkauf muss zwangsläufig über ein inländisches Konto ablaufen.

„Besonders wichtig für Investoren sind gute Quellen“

>>Ökonomen retten die Welt von Malte Buhse (Buch) <<

„Besonders wichtig für Investoren sind gute Quellen. Manchmal kennen sie vielleicht jemanden, der in der Forschungsabteilung eines großen Unternehmens arbeitet, und wissen daher, mit welchem Produkt das Unternehmen demnächst auf den Markt kommen wird. Diesen Informationsvorsprung können sie ausnutzen, in dem sie schneller als andere Anleger Aktien des Unternehmens kaufen und sie damit noch relativ billig bekommen. Das ist eine schlaue Strategie, um an der Börse viel Geld zu verdienen, nur leider ist sie verboten. Der sogenannte Insiderhandel ist in vielen Ländern eine Straftat. Trotzdem versuchen Investoren natürlich immer wieder an Insiderinformationen zu gelangen, vor allem in Ländern, in denen die Finanzmarktaufsichtsbehörden nicht so genau hinsehen.“

„Insiderhandel ist in vielen Ländern eine Straftat“

Tatsächlich kann Insiderhandel nicht vom inländischen, sondern auch vom ausländischen Konten geschehen. Dort kann häufig verbotener Insiderhandel noch schlechte juristisch verfolgt werden.