„Gefahr für die Finanzstabilität“ – Weshalb ist die Angst vor Kryptowährungen begründet?

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Kryptowährungen sollen laut Deutscher Bundesbank eine „Gefahr für die Finanzstabilität“ sein. Kann also der nächste große Finanzcrash durch Kryptowährungen verursacht werden? Ist also wirklich die Angst vor Kryptowährungen begründet? Immerhin warnt die Deutsche Bundesbank davor und ihre Angst geht auf echte Tatsachen zurück.

„Kryptowährungen noch enger an das allgemeine Finanzsystem koppeln und damit zu einer Gefahr für die Finanzstabilität werden“

>>Deutsche Bundesbank<<

„Der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), … hat an die Zentralbanken appelliert, die Verknüpfungen zwischen Kryptowährungen und realen Währungen besonders in den Blick zu nehmen.“Wenn die Behörden nicht präventiv handeln, könnten sich Kryptowährungen noch enger an das allgemeine Finanzsystem koppeln und damit zu einer Gefahr für die Finanzstabilität werden“

„ehörden nicht präventiv handeln“ – „Kryptowährungen noch enger an das allgemeine Finanzsystem koppeln“

Zwar geht der Artikel noch weiter, aber es wird nicht erklärt: Warum Kryptowährungen eine „Gefahr für die Finanzstabilität werden“ könnten? Immerhin wurde der Bitcoin – als erste Kryptowährungen – schon im Jahre 2008 eingeführt. Der Crash ist bisher ausgeblieben und so richtig ist nicht mal klar: Wie überhaupt die Kryptowährungen die Finanzstabilität gefährden könnten? Schließlich lassen sich die allermeisten Kryptowährungen nicht beliebig vermehren. Ganz im Gegenteil: Beispielsweise sind Bitcoins auf 21 Millionen limitiert. Aber die Behörde Deutsche Bundesbank hat noch ganz andere „Weisheiten“ zum Thema Bitcoins zu berichten.

Welche Rolle wirklich die „Bitcoin-Börsen“ spielen?

>>Deutsche Bundesbank<<

„Wenn man Bitcoins und Co nutzen wolle, müsse man auf Intermediäre, wie beispielsweise die Bitcoin-Börsen, zurückgreifen.“

Wer soll eigentlich für das Euro-Geld haften?

Zweifellos macht die Nutzung von „Bitcoin-Börsen“ es einfacher. Dennoch stellt die ganze Aussage puren Unsinn dar: Natürlich lassen sich Bitcoins und viele andere Kryptowährungen direkt übertragen. Genau aus diesem Grund sind überhaupt Kryptowährungen entstanden. Gleichzeitig tritt hier die große Schwäche des EZB-Geldes hervor: Bis zum heutigen Tage lässt sich der Euro nicht direkt von Rechner zu Rechner digital übertragen. Es muss zwingend eine Bank oder ein Geldinstitut zwischengeschaltet sein. Nun ja, mit nüchternen Faktenwissen scheinen die Beamten der Deutschen Bundesbank nur sehr Schwach aufgestellt zu sein. Daher kommt nun der Auftakt zum Euro-Esoterik: Der unververfälschte Glaube an eine staatliche Währung nimmt eine zentrale Rolle ein. – Viel zu absurd? Das Gegenteil ist richtig.

„Kryptowährungen“ – „Kein Individuum und keine Institution hafte für diese“

>>Deutsche Bundesbank<<

„… spielt Vertrauen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, eine glaubwürdige Währung zu etablieren. Dabei nähmen Zentralbanken als Hüter der öffentlichen Vertrauens eine wichtige Rolle ein, sagte der BIZ-Generaldirektor. Genau dieses Vertrauen fehle den Kryptowährungen. Kein Individuum und keine Institution hafte für diese.“

„Hüter der öffentlichen Vertrauens“ – Können Zentralbanken sich als neue Hohepriester des Geldes etablieren?

Die selbsternannten „Hüter der öffentlichen Vertrauens“ haben also verkündet und jeder der eine andere Ansicht vertritt: Derjenige muss vermutlich der Ketzerei schuldig sein. Jenseits aller Glaubensvorstellungen kann sich das Handelsvolumen von Kryptowährungen sehen lassen. – Sprich: Der Rat der Deutschen Bundesbank wird nur mäßig befolgt. Außerdem drängt sich die Frage auf: Wer soll für das Euro-Geld eigentlich haften? Etwa eine anonyme-gesichtslose Behörde? Oder vielleicht irgendwelche Beamte, die im Zweifel alle ihre Nicht-Zuständigkeit erklären? Und falls Irgendwer haften sollte: Wie soll derjenige im Falle eines Währungscrash oder Staatspleite zu Verantwortung gezogen werden? Logischerweise lässt die Deutsche Bundesbank all diese Fragen offen im Raum stehen, während gleichzeitig die Ausfälle gegen private Krypotwährungen immer bizarrer werden.

Kryptowährungen: „Als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht“

>>Deutsche Bundesbank<<

„Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe geworden.“ … Bitcoin erfüllten die Funktion von Geld als Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit nicht.“

Wie Kryptowährungen das Eurosystem insgesamt ins Rutschen bringen könnten?

Rein praktisch werden Kryptowährungen doch längst als Zahlungsmittel genutzt und auf lange Sicht hat selbst der viel gescholtene Bitcoin – Einfürung im Jahr 2008 –  seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel bewiesen. Schließlich nimmt die Geldmenge des Euros über die Jahre ständig zu und kann theoretisch unbegrenzt steigen, während die allermeisten Kryptowährungen nach oben begrenzt sind: Gerade Banker und Finanzinvestoren können mit solchen Zahlen gut rechnen. Besonders die steigende Inflation im Euroraum und die Negativzinsen lassen zunehmend Kryptowährungen als Anlageform attraktiv erscheinen. Deshalb kann – aus Sicht der Deutschen Bundesbank – tatsächlich eine „Gefahr für die Finanzstabilität“ bestehen, weil es das muntere Euro-Gelddrucken echte Grenzen aufzeigt. Tatsächlich könnte eine zunehmende Flucht in Kryptowährungen das Eurosystem insgesamt ins Rutschen bringen. Die Gefahr ist also durchaus als Real anzusehen.

 

Originally posted 2021-08-16 19:14:30.